Gegen das Vergessen

Mehrere Gruppen luden zur Kundgebung mit anschließendem Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt Münsters, anlässlich des heutigen 3. Jahrestages des großen Tōhoku-Erdbebens von 2011, welches einen Tsunami generierte, der mitunter zur nuklearen Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi führte.

Atomkraft Nein Danke

An jenem Tag fanden bei dem Desaster 15.884 Menschen den Tod, 6.148 wurden verletzt.
Noch am heutigen Tage gelten 2.636 Menschen als vermisst.

Neben dem dort heute immer noch andauernden menschlichen Leid, rund 267.000 Menschen sind nach drei Jahren immer noch evakuiert, gilt ein weiteres Augenmerk auf den andauernden Supergau in Japan, mit fast täglich neuen Hiobsbotschaften und das unkalkulierbare Risiko bei noch bestehenden Atomanlagen, weltweit.
Das beste Beispiel führt uns das Unglück des 1986 explodierten Atomreaktors Tschernobyl in der Ukraine vor Augen, das sich in wenigen Wochen zum 28. mal jährt und der sich heute immer noch nicht unter Kontrolle befindet.

Auch Münster ist von Atomanlagen umgeben. Kernkraftwerke Lingen, Grohnde, Tihange in Belgien, oder die Urananreicherungsanlage in Gronau stellen im Falle einer schweren Havarie keine große Entfernung dar. Störfälle gibt es jetzt schon reichlich.

Europas alterne Reaktoren

Der nach der Fukushima Katastrophe eingeläutete Atomausstieg in Deutschland, ist ins stocken gekommen.
Und das obwohl die Anlagen in die Tage gekommen sind und ein zunehmendes Risiko darstellen.
Auch gilt Atomkraft lange nicht mehr als die saubere und billige Energiequelle.
Die WDR-Wirtschaftsredaktion nennt sie sogar „Das Billionen-Dollar-Desaster„.

Zeitzeugen berichten

Die Zeitzeugen des Atomunfalls in Tschernobyl, Anna Jemeljantschik und Oleg Geraschtschenko und in Fukushima, Yukimi Hagiwara, berichten im Rahmen der europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima„, dessen Schirmherrschaft Oberbürgermeister Markus Lewe für Münster übernommen hat, bei Schulvorträgen über Ihre Erlebnisse.

Am Mittwoch, 12. März 2014 gibt es eine öffentliche Veranstaltung von 19.00 bis 21.00 Uhr im Fürstenberghaus Lesesaal F2, am Domplatz 20-22 statt.
Über Erfahrungen aus Fukushima berichten Yukimi Hagiwara und ein weiterer Zeitzeuge im Vortrag „Der Unfall in Fukushima und seine Folgen für Japan und die Welt“
Eintritt ist kostenlos.

Weiterführende Links:

– Internationales Bildungs- und Begegnungswerk IBB e.V.
SofA Münster
Greenpeace Münster

Abschalten!

Anhaltender Regen hielt die rund 1200 Menschen am heutigen bundesweiten 2. Fukushima-Jahrestag nicht davon ab, vor der Urananreicherungsanlage in Gronau für die sofortige Stillegung der Anlage zu demonstrieren.

Bei weiteren bundesweiten Demonstrationen, wie zum Beispiel nahe des AKW Gundremmingen waren es ca. 3500 und am AKW Neckarwestheim in Baden-Württemberg rund 3000 Teilnehmer.
Anlass des Aktionstages ist der sich am 11. März zum zweiten Mal jährende Tag der Atomkatastrophe von Fukushima, die auf den verheerenden Tsunami nach einem Erdbeben der Stärke 9 vor der japanischen Ostküste folgte.

Aus dem selben Anlass fanden sich gut 20.000 Demonstranten an über 200 Aktionspunkten in einem virtuellen Sperrradius  von 60 Kilometern um das AKW Grohnde in Niedersachsen zusammen.

Doch zurück ins Münsterland.
Es gibt einen Verbindung zwischen der Urananreicherungsanlage in Gronau und Münster.
Und die führt über Schienen.
So fuhren alleine in 2011 rund 8637 Tonnen des hochgiftigen, hochaggressiven und radioaktiven Uranhexafluorids in Uranzügen durch Münster, von und zur Urananreicherungsanlage von Urenco in Gronau.
Hinzu kommen 687 Urantransporte per LKW, so die Antwort auf die kleine Anfrage der Piratenfraktion im Nordrhein-Westfälischen Landtag.

Uranzüge durch Münster in 2011  Urantransporte 2010/2011

Grund genug sich an den Protesten gegen die Anlage in Gronau zu beteiligen und deren sofortigen Stillstand zu fordern.

Ähnliches gilt für die Brennelementefertigungsanlage in Lingen, deren Entfernung im Katastrophenfall auch nur einen Windstoß von Münster entfernt liegt.

Atomausstieg bedeutet nicht nur die Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen, sondern auch die Urananreicherungsanlage und Brennstabfertigung zu stoppen.

Wenn es erst einmal einen Unfall gegeben hat, ist es zu spät.
Deswegen gilt jetzt und sofort: Abschalten!

Hier noch eine Fotostrecke von der heutigen Demonstration zum Fukushima Jahrestag in Gronau:

Wie geht es weiter?
– Mahnwachen zum Jahrestag der japanischen Katastrophe und Gedenken an die Opfer des Erdbebens und des Tsunami, am 11. März 2013
– Proteste am Tschernobyl-Jahrestag, 21. April 2013

Weiterführende Links:

Fukushima Jahrestag
SofA Münster
Bürgerinitiative Ahaus
AKU Gronau
ausgestrahlt

Urankonferenz 2012

Uranabbau, Uranverarbeitung, Urananreicherung und Brennelementefertigung standen als Themen im Mittelpunkt der internationalen Urankonferenz 2012, die der gleichnamige Trägerkreis heute in Münster abhielt.

Das langfristige Ziel der über 40 teilnehmenden Organisationen ist die Auflösung der Uranindustrie und die sofortige Stilllegung von Uranminen und Uranfabriken.

So gab es im Tagesprogramm von Vorträgen über die Entwicklung der Uranindustrie nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im vergangenen Jahr und Uranabbau in Zentralafrika auch zahlreiche Workshops zum Thema Uran in Zusammenhang mit Transporten, Gesundheit, Militär und der wichtigen Frage der Endlagerung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bereits am Vortag der Konferenz demonstrierten Umweltaktivisten zum Thema Atomkraft spektakulär am Münsterschen Hauptbahnhof, indem sie Strassenlaternen und das Vordach des Haupteingangs vom Bahnhofsgebäude besetzten.

Auch am morgigen Sonntag, den 5. Februar 2012 gibt es eine Kundgebung um 13 Uhr an der Urananreicherungsanlage von Urenco, in Gronau. Im Anschluss daran folgt ein Sonntagsspaziergang rund um die Atomanlage.

Fünf Wochen später, am 11. März 2012, wird es eine Großdemonstration zum 1. Fukushima-Jahrestag ebenfalls an der Urananreicherungsanlage von Urenco in Gronau geben.
Weiterführende Links zum Thema:

Webseite der Urankonferenz 2012 in Münster
Webseite zur Grossdemonstration am 1. Fukushima Jahrestag

Earth Hour 2011

Aufgrund der aktuellen Ereignisse, sei es das nukleare Desaster in Japan, der Atomstromdebatte in Deutschland oder der neuen Ölpest im Golf von Mexiko,* heute mal ein überregionaler Hinweis:

„Am 26.März 2011, um 20.30 Uhr, ist Earth Hour, eine Initiative des WWF – zum fünften Mal seit 2007.
In über 100 Ländern schalten Millionen Menschen für 60 Minuten das Licht aus, um mehr Klimaschutz und eine sichere Energiezukunft für Mensch und Natur zu fordern.

Werdet Teil dieser riesigen Bewegung, die an diesem Tag Stunde für Stunde einmal um die Erde rollt.
Erlebt wie überall auf der Welt die Beleuchtung berühmter Gebäude ausgeht, und Millionen Menschen auf diesem Planeten gemeinsam handeln um für den Klimaschutz und eine Energiewende eintreten“

Das diesjährige Ziel ist es, über die symbolischen 60 Minuten hinaus zu gehen und sein Verhalten in der Zukunft anzupassen.

Auch die Stadt Münster beteiligt sich an der Aktion, wie HIER zu lesen ist.

Weiterführende Links:

WWF Deutschland
Beyond The Hour – Earth Hour 2011 Webseite zum mitmachen
Earth Hour 2011 Webseite

Also: think future! 🙂

* und vieles mehr.