Brücke um Brücke

Um den Dortmund-Ems-Kanal für Großmotorgüterschiffe und Schubverbände passierbar zu machen, wird er ab 2020 im Stadtbereich Münsters auf 42 Meter verbreitet. Entlang der Kurve zwischen der Laerer-Landweg und Pleistermühlenweg sind sogar 77 Meter erforderlich.
Aus diesem Grund werden alle acht Brücken im Stadtgebiet dem Kanalausbau zum Opfer fallen und durch neue ersetzt.
Den Anfang machte, nach mehreren Monaten Verspätung, gestern die Brücke der Schillerstraße über den Kanal.

Angesichts des Alters und des derzeitigen Zustandes nicht tragisch, aber diese Baumaßnahmen sind mit erheblichen Einschränkungen verbunden.
Straßen werden gesperrt, es kommt zu Umwegen, Lärm und Dreck. Und das an einer der größten Erholungs- und Laufstrecken in Münster.

Die Sperrung des Kanalufers für den Bau des Petershafen-Dükers war ja noch harmlos, aber diesmal wurde ein größeres Bauwerk fällig. Die alte Schillerstraßen-Brücke. Mit ihr ist, seit Beginn der Bauarbeiten im Februar, auch eine wichtige Verkehrsverbindung getrennt. Die viel genutzte Verbindung über die Schillerstraße in den Südosten, zwischen Albersloher Weg und Wolbecker Straße, wird bis zur Fertigstellung der neuen Brücke 2017 für den Autoverkehr gesperrt bleiben.


Ein würdiges Alter hat die Schillerstraßen-Brücke bereits erreicht. Seit 1956 fristete sie Ihr Dasein und kann so mit fast 60 Jahren in Rente gehen. Ihr Alter sah man ihr zuletzt doch deutlich an und wegen ihrer geringen Fahrbahnbreite kam es auf ihr öfter zu Reibereien zwischen Rad und Auto.

Zwei 500 Tonnen Kräne, die bereits Montag in Stellung gingen, halfen gestern den Brückenbau zu halten, während die Betonfahrbahn entfernt wurde und anschließend Schweißer die Stahlträger trennen konnten. Dann legten die Kräne die Einzelteile an Land ab. Während sich die zweite Hälfte der Brücke etwas sträubte von seinem Brückenlager getrennt zu werden, wurde die andere Hälfte bereits am Ufer in kleine Teile geschnitten.

Auf der seit Februar geöffneten Behelfsbrücke, die direkt neben der alten Schillerstraßen-Brücke für den sicheren Überweg für Radler und Fußgänger sorgt, beobachteten seit 8 Uhr viele Anwohner und interessierte, teils mit Kaffee in Thermoskannen, den Abriss des Bauwerks. Ein Spektakel, dass es so in Münster noch nicht gab. Von Land startete immer wieder eine Drohne um Aufnahmen von dem Spektakel zu machen.

Dann gegen kurz vor 14 Uhr war es endlich so weit. Nach mehreren Anläufen und dem vehementen Einsatz des Schneidbrenners, hing das letzte 80-Tonnen Stück Brücke frei im Kran und wurde schnell an Land abgelegt.


Bis 2016 soll der Neubau der Brücke fertiggestellt sein, 2017 soll dann nach erfolgter Straßenanbindung die Schillerstraße wieder freigegeben werden.
Parallel wird der Stadthafen-Düker, eine Verbindung für Versorgungsleitungen und Kanalisation unterhalb des Kanals, ebenfalls erneuert.
Im Anschluss dann folgen dann die Eisenbahnbrücke der WLE und die Wolbecker Straße und das wird sicher enorme Einschnitte in den Verkehr bedeuten, wie auch die Erneuerung der weiteren Kanalbrücken, bevor es dann 2020 an den mehrjährigen Ausbau des Kanals geht.

2015 – Das Jahr der Herausforderungen

Frohes Neues Jahr!

Ich hoffe Ihr habt alle gesund und munter den Jahreswechsel vollbracht, denn 2015 wird ein Jahr der Herausforderungen. Für uns und für unsere Stadt.

Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Seit kurzem sind wir 300.000 Einwohner und die Zahl steigt, was bedrückend auf den ohnehin schlechten Wohnungsmarkt wirkt.
Bezahlbarer Wohnraum fehlt und zusätzlich werden der Stadt derzeit rund 150 Flüchtlinge pro Monat zugeteilt, obwohl es an Einrichtungen auch hierfür mangelt. Die gesamte Stadt verfügt aktuell nur über 495 Plätze (Stand 01/2015) und ist hier völlig überfordert.
Die Bürgerschaft streitet parallel blind und zeitraubend über geeignete Standorte für neue Flüchtlingsheime und Justizvollzugsanstalten, Bau von Verkehrsstationen, Umgehungsstraßen und Anbindungen, Lärmschutzwände, Stadtfeste, Kulturerbe-Feiern, Kirchentage, Schwimmbäder, Eishallen, Nutzung von Festsälen, Fußballstadien, Bau von neuen Hochhäusern und über Wertstofftonnen.

All das ist anstrengend, zermürmend, kostet Zeit und Geld und es führt zu nichts.
Ich wünsche mir für 2015, dass ein mancher seine Belange nicht vor die vieler anderer stellt.
„Flüchtlingsheim ja, JVA ja, aber nicht bei mir vor der Tür“, funktioniert nicht. Genau sowenig bringt ein ewiger Rechtsstreit gegen eine Ortsumgehung etwas, die einen persönlich stört aber die einen ganzen Stadtteil und seine Bewohner entlastet. Etwas weniger Egoismus, mehr denken für die Gemeinschaft, sollte Vorsatz nicht nur für 2015 sein.
Schliesslich leben wir alle gemeinsam in dieser Stadt, auf die wir stolz sind und immer als „lebenswert“ hoch halten, auch wenn dieser Titel einmalig vor über 10 Jahren vergeben wurde.

Und da kommen wir auf einen Punkt, bei dem wir in 2015 mit Sicherheit das eine oder andere Mal Münster nicht mehr als „lebenswerteste Stadt der Welt“ bezeichnen werden.
Baustellen.
Davon wird es in 2015 und auch in den folgenden Jahren sehr viele und vor allem große geben.
Da wäre zum einen der Bahnhofsneubau. Bis Ende 2016 werden wir uns damit abfinden, Umwege, Schmutz und Lärm in Kauf nehmen müssen.
Am Ende aber können wir aber wieder mit gehobenem Haupt Reisende in dieser Stadt empfangen und müssen uns nicht für das in die Jahre gekommene alte und hässliche Gebäude schämen.

Dann kommt ein Bauprojekt in Gang, dass der Stadt ein schönes Naherholungsziel nimmt.
Die Rede ist von der Kanalerweiterung und der damit verbundene Bau aller Brücken entlang der Strecke.
Auch hier werden Umwege, Schmutz und Dreck das Bild prägen. Viele Jogger, Spaziergänger und Radler, die den Kanal tagtäglich nutzen, werden die schöne grüne und autofreie Strecke gegen ein Bild von Baufahrzeugen und -schiffen und umgewühltem Grün tauschen müssen. 5 Jahre soll sich das Projekt von Süd nach Nord durch die Stadt pflügen.
Viele rechnen jetzt schon mit einem wesentlich längeren Zeitraum.

Und dann sind da noch die vielen kleineren Bauvorhaben, wie zum Beispiel das Stadthaus 1. Die dringende Sanierung lässt auch hier bereits seit Jahren auf sich warten.
Auf der Südseite des Stadthafen I wird derzeit ebenso viel gebaut. Der Flechtheimspeicher wird in ein Büro- und Atelierhaus umgebaut und nebenan wächst gerade eine Schaukäserei in die Höhe.
Die ehemalige „B-Seite“ des Hafens wandelt endlich ihr Schmuddelimage. Nebenan verbaut die PSD-Bank den Blick auf die alte Feuerwache.
Eishalle. In diesem Jahr läuft die letzte Saison. Abriss und Wohnbebauung könnten dann dort ebenso losgehen, wie auf dem ehemaligen TÜV-Gelände an der Steinfurter Straße Ecke York-Ring.
Hinzu kommen zahlreiche weitere Bebauungs und Verdichtungsvorhaben im gesamten Stadtgebiet.
Hafencenter und Konversion der ehemaligen Britischen Kasernen und Soldatenwohnungen in Gremmendorf und Gievenbeck lassen auf sich warten.
Die Gewerbestandorte an der  Loddenheide werden erweitert.
Nach dem Umzug der Oberfinanzdirektion an den Albersloher Weg steht der Abriss der alten OFD an der Andreas Hofer Straße an, um Platz für eine Gesamtschule zu machen.
Die Stadt Münster ist ein Flickenteppich an Bebauungsplänen, der den Münsteranern und Münsteranerinnen, sowie Besuchern und Gästen der Stadt, einiges abverlangen wird.

Bebauung in Münster

Und gleichzeitig muss sich die Stadtplanung langfristige Gedanken über Hochwasserschutz und Verkehr machen, damit Münster nicht erneut absäuft, oder am Verkehrsinfarkt stirbt.
Bei letzterem arbeitet man bereits an einem Radfahrkonzept 2025, dass Ende des Jahres stehen soll. Innovative Projekte sollen Münster wieder zum Titel Klima- und Fahrradhauptstadt verhelfen, ohne dass dieser Titel nur auf die bloße Anzahl der Räder in Münster zurückzuführen ist.
Hier wird der motorisierte Verkehr auf Dauer zurückstecken müssen, aber es gibt gute Alternativen. Bereits 70% der Münsteraner legen ihre täglichen Strecken mit Fahrrad, Bus oder zu Fuß zurück.
An manchen Stellen ist Münster baulich und verkehrstechnisch bereits an seine Grenzen gekommen und dennoch weiter wird die Stadt weiter verdichtet.
Das Stadtbild verändert sich und das macht es rasant. Das muß es auch um überleben und sich im Wettbewerb behaupten zu können.
Das bedeutet aber eben, dass wir so manche Bauphase akzeptieren müssen, auch wenn das eine nicht sonderlich lebenswerte Phase nach sich zieht.

Danach jedoch -und das hat sich schon so manches mal nach anfänglicher Kritik an Bauprojekten in Münster gezeigt- lichten sich die Wolken und bevor man sich vergucken kann, haben sich die Bürger schon mit der neuen Situation abgefunden und in das neue Stadtbild verliebt. Die Stubengasse ist hier ein sehr gutes Beispiel.

2015, das Jahr mit dem viele Herausforderungen in Münster beginnen. Und das Jahr der Oberbürgermeister-Wahl.
Hier werden wir ganz genau darauf hören müssen, was luftige und populistische Versprechen und was ernsthafte, realistische Ansagen im Wahlkampf sein werden.
Nicht vergessen darf man nämlich, dass die Stadt Münster gerade erst einen Rekordhaushalt verabschiedet hat und einen Turm an Schulden vor sich her trägt.
Aber Stagnation und endlose Diskussion sind auch keine Lösung, wenn es in der kommenden Zeit so viel anzupacken gilt.

Aa-Zoo.de hält wie immer ein Auge drauf, was in unserer Stadt geschieht und wünscht allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches, gesundes Jahr 2015!

Fischpopulation

Nicht nur die Freizeit- und Ultraschwimmer oder Triathleten tummelten sich in den letzten Wochen bei schönem Wetter in Münsters Hafenbecken, nein auch ganze Fischschwärme geniessen das leicht wärmere Wasser vor dem Kühlwasserauslass am Kopf des Hafenbeckens.



Leider auf den Bildern nicht erkennbar, aber wenn man vor Ort genau hinschaut, kann man Eingangs und vor Kopf des Hafenbeckens bei gutem Sonnenlicht größere Algenansammlungen erkennen, die bis wenige Zentimeter unter die Wasseroberfläche reichen.

Aber die Wasserqualität scheint nicht beeinträchtigt zu sein wie Labortests, auch vor den kürzlichen Marathon und Schwimmevents, zeigten.

So und wer sagt mir jetzt mal was das für Fische sind?

Zweiter Zwilling

Wer die Tage vielleicht mal die Dingstiege entlanggeradelt und an der Schleuse vorbeigekommen ist, der wird bemerkt haben, dass man mittlerweile einen Blick auf ein fast fertiges Schleusenbecken 2 bekommt.

Schleusenkammer der neuen Schleuse 2  Schleusenkammer der neuen Schleuse 2

Die neue Schleuse 2 wird der sogenannte „zweite Zwilling„, der beiden neu gebauten und zusammengehörigen Schleusen 1 & 2, die als solche „Zwillingsschleuse“ genannt werden.
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