Die Bahn ist schuld

Die Stellungnahme des Oberbürgermeisters zu meiner Anfrage, bezüglich der Verkehrssicherheit an Bahnübergängen, ist da.

Der Grundtenor lautet: Die Bahn ist schuld.
Direkt zu Beginn der Antwort weißt Herr Lewe erst einmal darauf hin, dass nur zwei der über 20 beschrankten Bahnübergänge in den Zuständigkeitsbereich der Stadt fallen. Der Rest obliegt Bahn und Strassen.NRW.
Leider geht Herr Lewe dann im gesamten Verlauf der Antwort nicht mehr auf die übrigen Anlagen ein.

Herr Lewe erläutert weiter, dass das Tiefbauamt der Stadt Münster seit 2009 bereits in Gesprächen mit der Bahn sei, diese aber die Prioritäten anders gesetzt habe und verlauten ließ, erst ab 2016 Finanzmittel für die Erneuerung der Steuerungstechnik eingeplant zu haben.

Aufgrund der aktuellen Situation an der Warendorfer Straße und damit verknüpft auch am Schiffahrter Damm, will die DB Netz AG versuchen die finanziellen Mittel früher bereitzustellen.

Es soll dann ein neues System installiert werden in dem Verkehrsregelung und Schrankenbetrieb unabhängig voneinander geschaltet werden. Somit wäre jedes System eigenständig und bei Ausfall des jeweils anderen System nicht betroffen.

Weitere technische Details und die komplette Antwort des Oberbürgermeisters, findet sich HIER.

Beschränkt

Wenn neue Teile nicht mehr zur Verfügung stehen, dann sucht die Nasa schon mal auf Flohmärkten nach Ersatzteilen.

Die Stadt Münster und die Deutsche Bahn sollten sich so ein Nachschubkonzept auch mal näher ansehen und in Erwägung ziehen, denn zum wiederholten Male geben in Münster Ampelsteuergeräte den Geist auf.
Ausgerechnet an Bahnübergängen.
Ersatz der 27 Jahre alten Bauteile gibt es nicht, neue Technik wird verbaut.

Ansich ist daran nichts verwerflich, wäre da nicht das Problem der Kompatibilität zwischen den Steuerungen der Stadt Münster und der Deutschen Bahn.

Die neue Technik beider Unternehmen kommuniziert nicht miteinander und so müssen Schrankenwärter wie Anfang des 19. Jahrhunderts, einen Posten beziehen und die Arbeit der Steuergeräte verrichten.

Sie werden telefonisch vom Stellwerk informiert wenn ein Zug sich nähert, und die Schranken müssen manuell geschlossen werden. Zwar immerhin nicht mehr mit Kurbel, aber per Druck auf ein kleines Schaltpult senken sich die Schranken und geben dem Zug den Weg frei.

In der Vergangenheit war am Bahnübergang „Zum Rieselfeld“ schon einmal Manpower im Einsatz, derzeit sind am Bahnübergang Coermühle und Alter Mühlenweg Schrankenwärter in Bürocontainern untergebracht.
Der Bahnübergang Warendorfer Straße folgt in dieser Woche.

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Für mich stellt sich die Frage, wie es zu so einem vorsinnflutlichen Zustand kommen kann.
Es sollte doch bekannt sein, dass auch die beste Technik nicht ewig hält und man sich rechtzeitig
darum kümmert, dass es nachfolgende Technik gibt und Schnittstellen zu anderen Systemen funktionieren.
Die Stadt beteuert, dass sie seit Jahren auf dieses Problem hinweist. Die Bahn kontert, dass man erst 2016 die finanziellen Möglichkeiten habe, die alte gegen neue Steuerungstechnik zu tauschen.

Also sollen in Münster noch jahrelang Ampeln und Schranken manuell bedient werden?
Ergibt sich hierdurch ein Verkehrsrisiko?
Immerhin sind durch den Austausch von automatisierter Technik und Sicherheitsschaltungen durch Mensch und weiteren Schnittstellen (Stellwerksanzeige-Stellwerksmitarbeiter-Telefon-Bahnwärter-Bedienpult) auch potentielle Fehlerquellen hinzu gekommen.

Im Stadtbereich von Münster gibt es über 20 beschrankte Bahnübergänge.

Sicherer ist der Strassenverkehr durch den Einsatz von Schrankenwärtern bestimmt nicht geworden.

Daher stelle ich über die direktzu- Kommunikationsplattform dem Oberbürgermeister Lewe die Frage, wie er die Sache handhaben und Mängel abstellen will, und was er in Zukunft für Münster in Sachen Verkehrssicherheit an Bahnübergängen vor hat.

Bitte bewertet dieses Anliegen auf der Plattform positiv, damit der Oberbürgermeister meine Frage beantworten muss:

(BITTE HIER KLICKEN)

Danke!

Edit 09.11.2011

Meine Anfrage an den Oberbürgermeister Münsters ist wegen der Resonanz schon nach 22 Stunden anstatt nach 50 Tagen zur Beantwortung vorgelegt worden.

Ich danke allen Befürwortern für die Unterstützung meines Anliegens 🙂