Zurückerobert

Die York Kaserne in Gremmendorf wurde erst kürzlich von den dort stationierten britischen Streitkräften verlassen.
Sie machten damit den Weg frei für die Konversion in ein zivil genutztes Gelände, dass die Stadt gerne als neues Stadtviertelzentrum von Gremmendorf sehen möchte.

Heute bekam die Öffentlichkeit die Gelegenheit das weitläufige Gelände zu besichtigen und einen kleinen Teil der darauf befindlichen Gebäude von innen zu erkunden.

Bereits im letzten Jahren äusserten Anwohner scherzhaft den Wunsch, nach dem Abzug der Briten das Gelände wieder friedlich „zurückzuerobern“.
Und so kamen heute viele Besucher, die sich für die Geschichte und den kommenden großen Schritt der städtebaulichen Veränderung in Münster interessierten und brachten ziviles Leben auf das ehemals militärische Areal.

Nach dem Gang durch das große Eingangstor am Albersloher Weg präsentiert sich vor einem der Blick auf das nüchterne 50 Hektar große Gelände mit seinen typischen Kasernen-Installationen.
Mannschaftsunterkünfte, Hallen und Bürogebäude stammen teils noch aus der Zeit von 1935 bis 1937, als die Kaserne als deutsche Luftwaffennachrichtenkaserne errichtet wurde.

Aber auch morderne Gebäude , die erst nach 2000 gebaut wurden, fnden sich rund um den ehemaligen Exerzierplatz und dienten noch vor gar nicht all zu langer Zeit als Unterkunft der britischen Soldaten.

Im hinteren Bereich der Kaserne finden sich die technischen Einrichtungen, unzählige Garagen und Werkstätten, ein Jugendzentrum, ein Lazarett und ein Kindergarten.
Lediglich zwei Gebäude durften auch von innen besichtigt werden – die Kirche und das ehemalige Gebäude der Militärpolizei.

Wieviel von den Gebäuden erhalten bleibt, ist abzuwarten. Heute Abend laden Oberbürgermeister Lewe und die Stadtverwaltung, sowie die Bundesanstalt für Immobilien ein sich über die Pläne und Vorhaben zu infomieren und sich in die Planung unter dem Mantel der Bürgerbeteiligung einzubringen.

140 Bilder fasst die umfangreiche Bilderstrecke von meinem heutigen Besuch der York Kaserne, die in einigen Jahren Ihr jetziges Gesicht abgelegt haben wird.

Weiterführende Links:

Planungen für das Areal der York-Kaserne: Bürgerbeteiligung

Auf dem Sentenzbogen

Nach der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises 2012 präsentierten sich die Preisträger der Organisation „Children For A Better World“ und Altkanzler Helmut Schmidt auf dem Sentenzbogen des Stadtweinhauses der Öffentllichkeit.

Schon ab 11 Uhr, sammelten sich gespannt immer mehr Menschen an der Stubengasse, wo die Veranstaltung live übertragen wurde, sowie auf dem Prinzipalmarkt vor dem Rathaus, bis hin zum Domplatz.
Lediglich einige Elite-Münsteraner mussten unbedingt die Menge, ihr Rad schiebend, durchqueren um am Samstag Mittag auf dem Markt oder in den Nobelgeschäften „gesehen zu werden“.
Gegen 13 Uhr ging es dann weder vor noch zurück.

Die Stimmung brodelte, als dann endlich Oberbürgermeister Lewe, zusammen mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und SPD-Fraktionschef im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit den Preisträgern unter Jubel der Menge erschien.

Allesamt richteten einige Worte des Dankes an die herbeiströmenden Münsteraner, die mit tosendem Beifall ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen.

Statt die Reden der Laudatoren und Preisträger des Westfälischen Friedenspreises zu zitieren, verweisen wir auf die Artikel der Lokalmedien (1,2) und hinterlassen einen selbsterklärenden Eindruck in Form einer Bilderstrecke vom Prinzipalmarkt:
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Bürgerhaushalt 2012: Stellungnahmen der Verwaltung

Eine weitere Phase des münsterschen Bürgerhaushalts 2012 ist abgeschlossen.

Jetzt hat die Verwaltung der Stadt Münster zu jedem einzelnen der 102 Vorschläge, in der Bestenliste vom diesjährigen Bürgerhaushalt, eine Stellungnahme verfasst und online gestellt.

Auch unser Vorschlag zum Bau eines neuen Preußenstadions mit Hilfe eines Investors, wurde wie folgt beurteilt:

Stellungnahme der Verwaltung

Die Zielrichtung des Vorschlags wird geteilt.
Deshalb haben sich Verein und Stadt gemeinsam um ein Investorenmodell bemüht, damit das seit Jahren marode Preußen-Stadion saniert bzw. neu gebaut werden kann.
Ende 1998 hatte der Rat der Stadt Münster dem Verkauf einer Fläche an der Hammer Straße zur Errichtung eines Einkaufszentrums zugestimmt. Im Gegenzug sollte die Firma ECE die Sanierung und den Umbau des städtisches Preußen-Stadions zu einem bundesligatauglichen Münsterlandstadion mit 22.500 überdachten Tribünensitzplätzen sowie die erforderlichen Umbaumaßnahmen in der Hammer Straße, auf der Grundlage eines Erschließungsvertrages, durchführen. Ende 2000 erging das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster, das im Normenkontrollverfahren den Bebauungsplan Nr. 400 „Preußen-Park“ für nichtig erklärte und damit das Investoren-Projekt an der Hammer Straße beendete Mit der Darstellung „SO-Gebiet-Stadion“ im Flächennutzungsplan wurde 2003 eine langfristige Standortsicherung für ein bundesligataugliches Stadion an der Nieberdingstraße geschaffen bei gleichzeitiger weiterer Interimsnutzung des bestehenden Stadions an der Hammer Straße. Die sich im Eigentum Dritter befindenden Liegenschaften werden sukzessive von der Stadt erworben. Die aktuellen Sanierungsmaßnahmen am städtischen Stadion an der Hammer Straße tangieren weder die Sicherung des Stadionstandortes an der Nieberdingstraße noch schließen sie eine Projektplanung durch den Verein oder von privater Seite aus. Die Realisierung eines möglichen Stadionneubaus an der Nieberdingstraße ist keine kommunale Aufgabe. Die Stadt Münster und der SCP gehen davon aus, dass das Preußen-Stadion  mittel- bis langfristig (5-10 Jahre) genutzt werden wird. Von einer kurzfristigen Realisierung eines Stadionneubaus durch einen privaten Investor ist daher realistischer Weise nicht auszugehen.

Beschlussvorschlag der Verwaltung:

Der Vorschlag fließt in den laufenden Planungs- und Entscheidungsprozess ein.“

Soweit wie erwartet.
Aber auch alle anderen Bürgerbeiträge der Bestenliste wurden beurteilt.
Eine Zusammenfassung aller Vorschläge mit der jeweiligen Empfehlung die Idee aufzugreifen, zu verwerfen oder ob der Vorschlag sich bereits in der Umsetzung befindet, kann man auf den Webseiten des Bürgerhaushalts der Stadt Münster, HIER, nachlesen, oder die vollständige 133 Seiten starke Dokumentation als PDF herunterladen.

Wie geht es weiter?
Die aufgegriffenen und nicht verworfenen Vorschläge des Bürgerhaushalts werden als nächstes in den politischen Gremien besprochen.
Unser Vorschlag zum Stadienneubau wird an kommenden Terminen behandelt:

– 13.11.2012 Bezirksvertretung Mitte, Bezirksvertretung Südost
– 21.11.2012 Sportausschuss
– 22.11.2012 ASSVW (Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft)
– 05.12.2012 AFBL (Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften)
– 12.12.2012 Hauptausschuss
– 12.12.2012 Rat

Die Mühlen der Kommunalpolitik mahlen langsam, aber sie mahlen. Stay tuned.