Tag der Elektromobilität

Am gestrigen Sonntag  fand in Münster zum ersten Mal der von simply-driving organisierte
Tag der Elektromobilität im Münsterland“ statt.

Die Sonne war leider gar nicht erst erschienen, um die Aussteller auf dem Marktkauf Gelände an der Loddenheide zu begrüssen, aber es fanden sich doch einige Besucher ein, um sich über die verschiedenen zwei-, drei-, und vierrädrigen Antriebs- und Fahrzeugkonzepte zu informieren.

Zweck der Veranstaltung war es, bereits am Markt erhältliche und mit Strom betriebene Fahrzeuge von Händlern aus dem Münsterland zu präsentieren und über die neue Art der Fortbewegung zu informieren.
Auch über die Photovoltaik-Technologie, bis hin zur hauseigenen PV-Anlage oder Ladestation konnte man sich beraten lassen.
Denn gerade eine kombinierte Verwendung von Solaranlagen zur Lademöglichkeit von Elektrofahrzeugen macht besonders Sinn.

Neben elektrisch betriebenen Fahrrädern, wie sie schon heute immer mehr Einzug in den normalen Gebrauch in der Stadt finden, über Elektrodreiräder und Elektroroller zur umweltfreundlichen, bequemem und spaßigen Fortbewegung, bis hin zu elektrisch betriebenen Autos konnte man als Besucher alles ausprobieren.

Niemand wurde dabei als Benutzergruppe ausgeschlossen.
Vom Berufspendler für den umweltbewussten und günstigen Einsatz in der Stadt, über Senioren und Behinderte, die ein angetriebenes Fortbewegungsmittel zur Erleichterung des Lebensalltages brauchen, bis hin zu jungen Leuten, die ein spaßiges und flottes Antriebskonzept für die Freizeit suchen.
Die Firma Velo-Tec erläuterte auch den Unterschied zwischen E-Bike, Elektrofahrrad und Pedelec anhand der von Ihnen mitgebrachten Modelle.

   

Voll geländetaugliche Mountainbikes mit Batterieversorgung und elektrischer Antriebsunterstützung sind der neuste Clou auf dem Markt für Elektrofahrräder

 

Neben Ihnen kommen kleine Elektroscooter von Lyric Motion und Eneway zum Vorschein, die zusammenklappbar ideal mit in den Urlaub genommen werden können und auch im Alltag bequem längere Strecken überbrücken lassen.
Egal ob zwei oder drei Räder, mit Sitz oder ohne – für jeden war was dabei und nicht nur der normale Anwender war Zielgruppe, sondern auch Firmen waren angesprochen sich über neue elektrische Fortbewegungskonzept zu informieren.

 

So standen Fragen über Lademöglichkeit, Reichweite, Anschaffungs- und Wartungskosten im Vordergrund und konnten stets beantwortet werden.
Ob sich die Technik aber durchsetzt, wie lange die Batterien halten und was sie dann in der Zukunft kosten, stand auf  einem Blatt, dass auch von den Ausstellern nicht immer ohne weiteres beantwortet werden konnte.
Zu neu noch der Markt und nicht ganz einfach einzuschätzen.

Besonders interessant schienen bei den Besuchern die Elektroroller von emco und e-tropolis zu sein, die Ihre stinkenden Vorgänger mit Verbrennungsmotor ersetzen sollen.
Gerade für den Gebrauch in der Stadt, auf dem Weg zum Einkauf oder zur Arbeit, scheinen die Flitzer
jede Menge Interessenten zu finden.
Wartungsfreiheit und geringe Betriebskosten trösten über einen höheren Anschaffungspreis hinweg.

 

Herausnehmbare Akkus machen dabei auch die Verwendung im dicht bebauten Stadtgebiet möglich, wo nicht jeder Mensch eine Garage oder einen Hof mit Steckdose vorweisen kann. In diesem Fall ist die Batterie einfach mit in den Keller zu nehmen, wo sie dann geladen werden kann. Der lustige Nebeneffekt hierbei: Einfacher Diebstahlschutz.

In der größten Fahrzeugkategorie auf dem Tag der Elektromobilität im Münsterland, stellten einige Autohäuser Ihre Elektrofahrzuge vor und  luden zur Probefahrt.
Ob Autohaus Ausber mit dem Nissan Leaf, Rüschkamp mit dem Peugeot iOn (baugleich zu Citroën C-ZERO und Mitsubishi i-MiEV), und Chevrolet Volt (baugleich Opel Ampera), oder Beresa mit dem Smart electric drive.
Hier wurden schon tiefergründige Gespräche zwischen Interessenten und Ausstellern geführt,
denn eine Anschaffung ist kostspielig und will überlegt sein.

 
 

Die Konzepte sind allesamt durchdacht, die Fahrzeuge von Ihrer Anwendung bis hin zur Ausstattung stehen keinem
anderen Modell nach. Auch vom Konfort her müssen ier nirgendwo Abstriche gemacht werden.
Lediglich die Art des Antriebs ist noch neu und günstiger als bisherige Benzin oder Diesel-Alternativen.

Gerade bei heute steigende Kraftstoffpreise Münsterland scheint der Umstieg auf E-Antrieb lohnenswert.
Einzig der Chevrolet Volt, der baugleich mit dem Opel Ampera ist, setzt auf einen Benzinmotor als Reichweitenverlängerer. Rein elektrisch kann dieses Fahrzeug bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Macht die Batterie schlapp sorgt ein kleiner Benzinmotor dafür, als Generator zu fungieren und verlängert dann die Reichweite auf über 500 Kilometer.
Ein Vorteil den dieser „Elektro-Hybrider“ allen anderen Fahrzeugen vor Ort gegenüber hat, so aber nicht mehr rein emissionsfrei im Betrieb ist.
Die anderen Fahrzeuge bleiben bei der Reichweite unter 200 Kilometer, sind dabei aber rein von Batterie versorgt unnd an der normalen Steckdose binnen einer Nacht wieder geladen.

Ungewohnt leise und flotter als so manches kraftstoffbetriebene Fahrzeug fällt das elektrische Antriebskonzept auf.
Bei einer kleinen Spritztour im Smart electric drive trieb einem die Beschleunigung nach Tritt des Gas..äh..Elektropedals auf die Kick-down Stellung, das Grinsen ins Gesicht.

 

Voller Abruf des maximalen Antriebsmomentes für etwaige Gefahrensituationen. In der normalen Benutzung wird der Elektromotor mit weniger Leistung versorgt um sparsamer zu sein.
Neben der ruhigen Geräuschkulisse sind ansonsten nur noch die Instrumente ungewohnt, die einem den Verbrauch nicht mehr in Litern, sondern in Kilowattstunden anzeigen.

 

Der Drehzahlmesser ist durch eine Lade-/Entladeanzeige ersetzt und die Tankanzeige durch einen Batteriestandsanzeiger. Auf Angenehmlichkeiten muss man nicht verzichten – es gibt neben einem herkömmlichen Audiosystem beispielsweise auch eine herkömmliche Klimaanlage,  die durch eine zweite Batterie betrieben wird und sich bei Benutzung nicht auf die Reichweite auswirkt. Das Platzangebot im Inneren ist durch den E-Antrieb nicht eingeschränkt. Auch bei der Sicherheit gibt es keinerlei Abstriche.

Nicht nur für Münsters Umweltzone, sondern weit darüber hinaus, wäre es schön und wünschenswert, wenn solche Fahrzeuge in Zukunft, den Einzug in die Normalität fänden.

 

Der Tag der Elektromobilität im Münsterland war ein Anfang und eine interessante Veranstaltung.
Bleibt zu wünschen, dass sich bei zukünftigen Veranstaltungen dieser Art, neben weiteren Ausstellern auch die Stadt Münster und Energieanbieter dieser Veranstaltung anschliessen.

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3 Responses to Tag der Elektromobilität

  1. Pingback: Hybridpower - Münster - von "Aa bis Zoo"

  2. Was unbedingt gebraucht wird ist die Förderung der E-Mobilität. Aber dafür ist leider kein Geld da. Nachhaltige Verkehrspolitik wäre tatsächlich, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen wird noch mehr Autobahnen mit mehr Spuren und Kreiseln gebaut, damit auch Gigaliner durch die Städte walzen können.

    http://www.bem-ev.de/forderungen-im-europaischen-vergleich/

  3. Pingback: Hybridpower « Münster-Tagebuch

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