Fahrrad-Routenplaner

Der 1. Mai steht vor der Tür und, vorausgesetzt das Wetter spielt mit,
tausende Radler begeben sich wieder auf eine Maitour.

Wer bis jetzt noch keine Tour geplant hat und nicht unvorbereitet dastehen möchte,
dem ist eventuell einer der Rad-Routenplaner eine Hilfe, die es im Netz gibt.

Ich war einmal so frei einen von Ihnen zu testen.

Naviki heisst der kostenlose Dienst, den man nicht nur daheim zur Routenplanung
fürs Rad, sondern auch für Navigation auf dem Handy nutzen kann.
Dieser Dienst ist ein Projekt vom Labor für Software Engineering
der Fachhochschule Münster
.

Mit einer einfachen Startseite präsentiert sich Naviki dem Besucher der Internetseite.

Von hier aus kann man bereits, ohne ein Benutzerkonto angelegt zu haben,
die wichtigsten Funktionen bedienen.

Man kann Routen ermitteln, oder beispielsweise die Karte ansehen,
die nicht nur Google Maps mit Terrain, Karten-, Satellit-, und Hybrid-Ansicht bietet,
sondern auch das Kartenmaterial von OpenStreetmap anbietet.

Über schaltbare Layer kann das Radroutennetz, sowie Zusatzinformationen,
wie lokale Youtube Videos oder Wikipedia Einträge,  ein- oder ausgeblendet werden.

Münster sieht auf Naviki mit Google Terrain und aktiviertem Radnetz so aus:

Auch wenn man bereits, ohne eingeloggt zu sein, die ersten Routen planen kann,
liegt eine Stärke im Benutzerkonto.

Mit einigen wenigen Schritten ist ein Benutzerkonto erstellt, dass es einem ermöglicht
eigene Routen zu verwalten oder selbst gefahrene Strecken hochzuladen.

Hochgeladene Strecken werden übersichtlich angezeigt und können verwaltet werden.

Streckendaten von externen Geräten, können über das Benutzerkonto hochgeladen werden.
Gängige Formate, wie kml, gpx, ovl und tcx werden problemlos erkannt
und dann auf Karte angezeigt.
Andersherum, können Strecken die über die Webseite erzeugt wurden,
ebenso als Datei für externe Geräte heruntergeladen werden.

Leider kann man direkt auf der Webseite erzeugte Routen nicht in seinem Account abspeichern,
aber über den kleinen Umweg, Strecke herunterladen und wieder hochladen, geht es doch.

An dieser Stelle sei angemerkt, das sich Naviki noch im Beta-, also Entwicklungsstadium befindet.

Das trübt aber nicht die Routingfunktion, dem Hauptmerkmal von Naviki.

Relativ einfach kann man entweder über das Start-Feld auf der rechten Seite
oder einen Rechtsklick auf die Karte seinen Startpunkt angeben.

Dann sucht man entweder per verschieben des Kartenausschnittes, oder
ebenfalls per Adresseingabe seinen gewünschten Zielort und lässt die Route ermitteln.

So einfach ist die Routenplanung auf Naviki.
Die Pointer für Start- und Zielort können per Drag & Drop auf der Karte verschoben werden,
und auch weitere Zwischenpunkte und Ziele können hinzugefügt werden.

Wer einmal genau den obigen Kartenausschnitt betrachtet, erkennt eventuell den großen
Unterschied zu Kfz-Routenplanern oder einfachen Onlinetools.
Na, aufgefallen? Nein? Ich zoome mal etwas näher heran:

Jetzt erkannt?
Genau. Der Naviki Fahrrad-Routenplaner sucht nicht wie bei Kfz Navigationslösungen den
kürzesten oder direkten Weg.
Auf dem obigen Kartenausschnitt der Demoroute erkennt der kundige Münsteraner, dass man ohne
weiteres auch hätte die Wolbecker Strasse hätte entlang fahren können.
Stattdessen wird eine Route abseits angezeigt.

Dies ist kein Fehler, das ist ein Feature.
Denn offensichtlich spielt der Strassenverkehr bei der Routenermittlung eine Rolle bei Naviki.
Es wird lieber eine Route mit weniger Strassenverkehr angezeigt, als eine Strecke die entlang
der viel befahrenen Hauptstrassen und Wege führt.

Der einzige Wermutstropfen ist allerdings, dass man als Benutzer keine Möglichkeit hat
Voreinstellungen zu nehmen.
Man wünscht sich auswählen zu können ob man lieber eine direkte Strecke angezeigt bekommt,
oder eine gemütliche für eine entspannende Feierabend- oder Maitour geeignete.

Interessante Informationen über die ermittelte Strecke erhält der Benutzer auch rechts unten
neben der Karte, in einem kleinen Übersichtsfeld.

Hier werden neben Länge und durchschnittlicher Fahrtzeit auch Höhenmeter und
Steigung angezeigt, was für Rennsportler ebenso von Interesse sein kann,
wie für die Planung bei einem bestimmten Radlerpublikum.
So wird man beispielsweise bei einer Seniorentour mehr auf die maximale Steigung achten,
als bei einer Radtour des örtlichen Rennradclubs.

Allerdings vermisst der Naviki Benutzer dieses Infofenster in der Routenverwaltung,
bei seinen eigens hochgeladenen Strecken.
Ebenso wünscht man sich ein oder mehrere verschiedene Profile anlegen zu können,
bei dem man beispielsweise die durchschnittliche Geschwindigkeit  selber wählen kann.
Ein Rennradler wird mit Sicherheit eine andere Geschwindigkeit fahren,
wie ein Radler auf einer Maitour. somit ergeben sich auch unterschiedliche Streckeninfos.

Aber wie bereits angemerkt, Naviki befindet sich noch im Entwicklungsstadium und
man kann guter Hoffnung sein, dass die Funktionalität noch steigt.

Der letzte Punkt, den ich an Naviki noch anmerken aber noch nicht selber testen konnte,
ist die Möglichkeit mit dem modernen Handy selber Routen aufzuzeichen.

Naviki stellt selber kostenlos Handy Software für verschiedene Systeme bereit.
Neben einer kostenlosen Android App gibt es auch eine freie JavaME Applikation
und demnächst auch eine iPhone Version.
Selbstverständlich sollte das verwendete Handy mit einem GPS Empfänger ausgestattet sein.

Die Vorteile der Handy Version liegen auf der Hand.
Man hat das Fahrrad Navi immer dabei, kann seine Strecken direkt aufzeichnen und muss
sie nicht von einem externen Gerät übertragen, und man hat einen Tachometer inklusive.

Alles in allem habe ich einen guten Eindruck von Naviki.
Es hat noch Ecken und Kanten, ist mit kleinen Abstrichen aber bereits
jetzt sehr gut nutzbar und liefert gute Ergebnisse.
Vorallem wenn das Benutzerkonto voll implementiert und konfigurierbar ist,
wird Naviki für alle Nutzergruppen interessant sein.

Naviki war im Chrome Browser mit Abstand am schnellsten,
gefolgt von Opera und Firefox und zum Schluß der Internet Explorer

Abschliessend sei noch der Youtube Channel von Naviki genannt,
indem man sich die Benutzung von Naviki auch nochmal im Video ansehen kann.

Naviki findet sich im world wide web unter
http://www.naviki.org/ und ist sowohl auf  Twitter, als auch bei Facebook zu finden.
Ein Entwicklerblog findet sich HIER

Viel Spaß 🙂

UPDATE 12.05.2010
Die kostenlose App für das iPhone ist jetzt im iTunes Appstore zu finden:
Hier der LINK zum Appstore.
Somit ist die kostenlose Fahrradnavigation auf JavaME-fähigen-,
Android und Apple Geräten benutzbar.

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3 Responses to Fahrrad-Routenplaner

  1. Pottkieker says:

    Oh, eine Alternative zum Angebot des Verkehrministeriums NRW http://tinyurl.com/342e7x . Müsste man mal vergleichen, wenn man viiieeel Zeit hat. Ich nutze ja solche Planer gern, um die langen Läufe in der M-Vorbereitung spannender zu gestalten.

    • Monasterium says:

      Ja, da gibt es mehrere solcher Angebote im Netz. Bikemap.net wäre auch noch einer.
      Alle mit Vor- oder Nachteilen an irgendwelchen Punkten.
      Beim NRW Routenplaner gefällt mir persönlich die Geschwindigkeit und die Technologie und das Kartenmaterial des Programms nicht,
      dafür hat man mehr Konfigurationsmöglichkeiten.
      Bei Bikemap kann man keine Routenplanung machen, sondern nur Strecken einzeichnen und
      Naviki ist noch nicht ganz ausgereift.
      Dafür bietet Naviki aber kostenlose Navigations Apps für moderne Handys.

  2. jp says:

    Hmmm. Das muss ich mir mal genauer ansehen…

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