Lasse – das Lastenrad für Münster

Heute wurde es offiziell freigeLASSEn – Das grüne Lastenrad mit dem Namen „Lasse“ steht jetzt für Jedermann in Münster zur Verfügung um seine Einkäufe von A nach B zu transportieren, seinen Umzug zu erledigen, oder welche logistische Herausforderung auch immer zu meistern. Und das völlig kostenlos!

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Der Startschuss für das münstersche Projekt zum „Freien Lastenrad“ fiel bereits am 26. Juni 2015 auf dem Aktionstag der Nachhaltigkeit in Münster, wo das Rad der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und Namensvorschläge gesammelt wurden. Aus einem nachfolgenden Voting ging dann der passende Name „Lasse“ hervor.

Freie Lastenräder gibt es bereits in vielen deutschen Städten – Von Max & Moritz in Augsburg über Kasimir in Köln bis Fienchen in Wuppertal.
Und nun eben auch in Münster.
Der Anspruch des Projekts ist zu demonstrieren, dass ein Lastenrad in vielen Fällen ein Auto ersetzen kann. Die Innenstadt ruhiger, emissionsfreier und entspannter zu machen, wenn viele auf das Auto für die vielen kleinen Transporte und kurzen Wege verzichten und – in anderen Ländern, wie den Niederlanden und Dänemark längst üblich – das Rad nutzen.

Das Lastenrad für Münster ist ein Bullit von Larry vs. Harry, aus Kopenhagen. Auf eine Elektrounterstützung des Antriebs wurde verzichtet. Die 7-Gang Schaltung sollte der hiesigen westfälischen Flachebene gewachsen sein und inklusive Fahrer können 180 Kilo in der Lastenbox transportiert werden. Lasse verfügt über eine hochwertige Anhängerkupplung, sodass man theoretisch noch hinten einen Anhänger mit Kind und Kegel ziehen kann.
Lasse wird vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, dem ADFC Münster, Traix Cycles und Racktime gesponsort, um die Anschaffung des Rades und des Zubehörs, die Beschriftung und die Werbung, wie auch die Webseite zu finanzieren . Denn wie bereits gesagt: Lasse kann kostenlos ausgeliehen werden. Das Projektteam verfolgt keine kommerziellen Interessen mit dem Projekt. Spenden und Projektunterstützer sind natürlich immer gerne gesehen.

Ausleihen einfach und schnell

Das ganze läuft über ein ein Buchungssystem auf der Webseite. In einem einfachen Kalender erkennt man welche Termine noch zur Verfügung stehen. Derzeit kann man Lasse nur ganztägig ausleihen. Findet man einen Termin der einem zusagt, wählt man ihn aus und trägt seine Kontaktdaten ein. Sendet man das Formular ab, ist der Termin vorgemerkt.
Wird der Termin bestätigt, bekommt Ihr per Email einen einmaligen Ausleihcode zugesandt, den man auf dem ebenfalls beigefügten Ausleihformular einträgt, wie auch die Personalausweisnummer und alles zum Ausleihtermin mitbringt.

Zur Zeit steht Lasse an der Radstation in den Münster Arkaden, auf der Königsstraße. Das Rad soll aber später an verschiedene Ausleihstationen rotieren um Lasse bekannter zu machen und zu ermitteln, wo welcher Bedarf besteht.

Wenn Lasse gut angenommen wird und sich herumgesprochen hat, ist durchaus denkbar dass im kommenden Jahr das Projekt ausgeweitet wird und weitere Räder hinzukommen.

Es wäre gut. Für Münster, für die Umwelt, für ein umdenken in der urbanen Mobilität.
Und nun liegt es an euch, Lasse in eurem Umfeld bekannt zu machen – sharing is caring!

Weiterführende Links

Webseite „Lasse – Dein Lastenrad für Münster“ Infos und buchen
Lasse – Münsters Lastenrad auf Facebook

Die Elektrobusse sind da

Nach der Präsentation des Projektes der Stadtwerke Münster im Februar 2014, sollten sie schon seit letztem Jahr rollen, doch Verzögerungen führten dazu, dass sie erst heute vorgestellt werden konnten – Münsters nagelneue Elektrobusse.
Die ersten, seit der Abschaffung der Oberleitungsbusse vor 47 Jahren. Pünktlich zum heutigen Launchevent, waren alle fünf Fahrzeuge, die sich demnächst auf Münsters Straßen bewegen, angeliefert.

Zero Emission Urban Bus Systems, kurz ZeEUS, nennt sich das EU-Projekt, unter Koordination des Internationalen Verbandes für öffentliches Verkehrswesen (UITP), dass ermöglicht demnächst geräuscharm und völlig ohne Ausstoss von CO2 mit dem Bus durch Münster zu fahren. Zu deutsch übersetzt sich der Name etwa in Nullemissions-Bussystem für Innenstädte. Es hat sich zur Aufgabe gemacht Einsatz und Entwicklung von Antriebssystemen von Elektrobussen in Europa zu fördern und im Anschluss mögliche Standards zu finden.
Münster ist neben London, Stockholm, Paris, Warschau oder Barcelona eine von elf europäischen Städten, in denen mit diesem Projekt innovative Elektrobusse mit unterschiedlichen Antriebs- und Ladesystemen getestet werden. Vier der fünf Busse für Münster sind hierüber gefördert.
Der allererste, bereits in Münster im Test befindliche, Elektrobus wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus dem Verbundprojekt SEB – Schnellladesysteme für Elektrobusse im ÖPNV finanziert. In beiden Projekten sind zahlreiche Projektpartner involviert, die an der Entwicklung von Bussen, Batterien, Ladetechnik und Antriebssystemen, sowie der Datenverarbeitung beteiligt sind.
Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) fördert mit einem Zuschuss den Bau der Haltestellen, da die herkömmlichen münsterschen Haltestellen der Wall AG hierfür nicht verwendet werden können. Insgesamt fliessen rund drei Millionen Euro Förderung für den Bau der Busse und der Ladestationen, sowie die Auswertung der Daten im Testbetrieb, nach Münster. Die Stadtwerke Münster selber investieren ebenfalls noch einmal 1,1 Millionen Euro, die aber ohnehin investiert worden wären, so Stadtwerke Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann.

Heute luden die Stadtwerke Münster also zur offiziellen Vorstellung der Busse auf den Betriebshof. Bei diesem großen Launchevent waren Vertreter aller Projektteams und Herstellerfirmen anwesend und stellten sich und ihren Projektanteil vor. Eine Probefahrt im Elektrobus fand im Anschluss statt, wie auch eine Demonstration des Schnelladevorgangs auf dem Betriebshof.
Oberbürgermeister Lewe zeigte sich begeistert von Technik und Umsetzung des Projektes und fand warme Worte für ein Fortstreben in diese Richtung.
Projektleiter für den Elektrobus, Werner Rohlfs vom Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen, war sichtlich Stolz über die Umsetzung seines Projektes, an dem er seit 2012 arbeitet, und wurde ebenso mit einem ausführlichen Applaus gefeiert. Ebenso sichtlich zufrieden zeigte sich EU-Projekt Direktor des UITP, Umberto Guida.

Auf der rund 12 Kilometer langen Strecke der Linie 14 pendeln in Münster dann zukünftig fünf Elektro- statt Dieselbusse, zwischen Maikottenweg und Zoo.
Vorerst werden die Elektrobusse auf Einzelfahrten zwischen die herkömmlichen Linienfahrten geschickt. Nach den Sommerferien soll es dann mit dem Dauerbetrieb losgehen, bei dem die Busse in ganzen Tagesschichten eingesetzt werden.
30 Fahrerinnen und Fahrer werden bei den Stadtwerken Münster für den Einsatz auf dem Elektrobus geschult.

Im Gegensatz zum Hybridbus, der seit 2012 bei den Stadtwerken Münster im Einsatz ist, haben die neuen Citea Electric Elektrobusse der Firma VDL keinen Verbrennungsmotor zum aufladen der Batterien unterwegs an Bord, sondern die Batterien werden an den Endhaltestellen im Schnelladeverfahren über das Dach mit Strom versorgt. Auf diese Weise spart man sich den Einbau und ständigen Transport von großen schweren und teuren Batterien, zugunsten von Gewichtsersparnis. Die Batterien finden dort Platz, wo früher einst der Dieselmotor saß. Vom Dach des Wartehäuschens setzt sich auf Knopfdruck des Fahrers vollautomatisch der Ladearm in Bewegung. Gefahr für Fahrgäste besteht aufgrund mehrfacher Sicherungssysteme nicht. So fliesst Strom wirklich erst, wenn der Bus vollständig und korrekt mit der Ladestation verbunden ist, so Eckhard Schläfke, Betriebsleiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Münster.
In gut 5-10 Minuten sollen dann die 86 Kilowattstunden fassenden Batterien (Hersteller beim SEB Bus: Hoppecke, bei den ZeEUS Bussen: Lithium Titanat Technologie von Microvast) wieder vollgeladen sein. Ein sehr hoher Ladestrom von 500 kW macht dies möglich. Ein Alleinstellungsmerksmal unter allen ZeEUS Projekten und nur möglich, weil den Stadtwerken Münster als lokaler Energieversorger ebenfalls das Mittelspannung-Stromnetz zur Verfügung steht. Die hierfür ausgeklügelte Technologie wurde vom ISEA Institut der RWTH Aachen entwickelt.
Bis zu drei Ladezyklen können aber im Notfall theoretisch ausgelassen werden, ohne dass dem Bus der Strom ausgeht.

12 Meter lang und 2,5 Meter breit sind die Citea Electric Niederflurbusse des niederländischen Herstellers VDL. Und sie unterscheiden sich kaum in Aussehen und gar nicht im hohen Komfort von den typgleichen Dieselbussen, die ebenfalls in Münster unterwegs sind. Aber sie sind mit 90% Wirkungsgrad wesentlich effizienter, leiser, vibrationsarm und sie belasten die Innenstadt nicht mit Abgasen. Die Schilder „Vergiftungsgefahr“ im Busdepot, könnten also bald der Vergangenheit angehören, scherzte man bei der Präsentation des Projekts.
11 Tonnen Leergewicht, 80 Plätze für Fahrgäste und ein maximales Gesamtgewicht von 19 Tonnen, sind die weiteren technischen Eckdaten. Die einzige Besonderheit, die manchem Fahrgast noch auffallen wird, ist dass die Elektrobusse mit einer Klingel ausgestattet sind, ähnlich den Innenstadtlinien, die auf dem Prinzipalmarkt fahren. Es ist wirklich erstaunlich, einen 12 Meter langen Bus, mit weit mehr als 10 Tonnen fast geräuschlos an einem vorbeifahren zu sehen.

Laden mit Ökostrom

Geladen werden die Busse an den Ladestationen mit grünem Strom, versprechen die Stadtwerke Münster. Im Busdepot wird beispielsweise mit Ökostrom direkt aus den Fotovoltaik Anlagen, die auf den Dächern von Werkstatt und Wagenhalle installiert sind, geladen. Hierzu steht auf dem Gelände zudem ein Energiespeicher zur Verfügung, der bis zu 112 kWh Sonnenenergie zwischenspeichert und zudem als Filter dient, um Spannungsspitzen durch die hohen Ladeströme abzufangen, um das Stromnetz zu schonen.

Die neuen Elektrobusse der Stadtwerke fügen sich somit hervorragend in das Klimakonzept der Stadt Münster ein. Zusammen mit dem derzeit in Arbeit befindlichen Radverkehrskonzept 2025 kann man nur hoffen, dass Münsters Innenstadt sich etwas von der Feinstaub- und Lärmbelastung erholt. Der Verzicht auf das Auto im Stadtverkehr macht Sinn und ist möglich. In den vergangenen Jahren haben die Stadtwerke Münster die Nutzung des ÖPNV mit zahlreichen Projekten stetig attraktiver gemacht. Sei es mit der Leezenbox, der Einführung des bargeldlosen E-Tickets, bis hin zu Faltrad-Abo, Fahrplan Apps und Abfahrtszeiten in Echtzeit. Mit dem 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster soll das Busangebot weiter optimiert werden. Eine dezentrale Ringbuslinie, die nicht mehr über den Bahnhof fährt, ist im Gespräch.

Fazit

Der Busverkehr in Münster ist und bleibt innovativ und attraktiv. Derzeit legen die Münsteranerinnen und Münsteraner 71% aller täglichen Wege im sogenannten Umweltverbund, also mit Bus und Bahn, Rad oder zu Fuß zurück. Das Auto ist unbeliebter Aussenseiter, stinkt und nimmt viel Platz weg. Es hat derzeit aber komischerweise immer noch Bevorzugung bei vielen verkehrsplanerischen Entscheidungen.
Das fahren mit dem Elektrobus macht Spaß. Es ist leise und sauber. Bald schon wird man sich dran gewöhnt haben. Aber leider ist es nur ein Projekt in Münster.
Erst ab 2016 wird der Elektrobus für ein Jahr eine vollständige Demonstrationslinie mit allen fünf Elektrobussen im Dauereinsatz darstellen. Was danach geschieht, ob es weitere Elektrobusse auf anderen Linien geben wird, das steht noch in den Sternen. Vom Kostenfaktor her, sind die Elektrobusse im Betrieb und Wartung jedenfalls rund 50% günstiger als die herkömmlichen Dieselbusse, verrieten uns Alex de Jong, Manager Public Transport bei VDL. Kein Motor, kein Getriebe, keine Betriebsstoffe wie Öl oder Diesel. Lediglich Anschaffung und Aufbau der Ladeinfrastruktur sind derzeit ein Kostenpunkt.
Sieht man aber die Gesamtbilanz und den Umweltfaktor, so auch Oberbürgermeister Lewe beim heutigen Launchevent, ist die Elektromobilität im ÖPNV zukunftsfähig.
Was auch dieses Werbevideo der Stadtwerke-Münster zeigt:

Weiterführende Links:

Blog der Stadtwerke Münster: Elektrobus auf leisen Sohlen unterwegs

2015 – Das Jahr der Herausforderungen

Frohes Neues Jahr!

Ich hoffe Ihr habt alle gesund und munter den Jahreswechsel vollbracht, denn 2015 wird ein Jahr der Herausforderungen. Für uns und für unsere Stadt.

Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Seit kurzem sind wir 300.000 Einwohner und die Zahl steigt, was bedrückend auf den ohnehin schlechten Wohnungsmarkt wirkt.
Bezahlbarer Wohnraum fehlt und zusätzlich werden der Stadt derzeit rund 150 Flüchtlinge pro Monat zugeteilt, obwohl es an Einrichtungen auch hierfür mangelt. Die gesamte Stadt verfügt aktuell nur über 495 Plätze (Stand 01/2015) und ist hier völlig überfordert.
Die Bürgerschaft streitet parallel blind und zeitraubend über geeignete Standorte für neue Flüchtlingsheime und Justizvollzugsanstalten, Bau von Verkehrsstationen, Umgehungsstraßen und Anbindungen, Lärmschutzwände, Stadtfeste, Kulturerbe-Feiern, Kirchentage, Schwimmbäder, Eishallen, Nutzung von Festsälen, Fußballstadien, Bau von neuen Hochhäusern und über Wertstofftonnen.

All das ist anstrengend, zermürmend, kostet Zeit und Geld und es führt zu nichts.
Ich wünsche mir für 2015, dass ein mancher seine Belange nicht vor die vieler anderer stellt.
„Flüchtlingsheim ja, JVA ja, aber nicht bei mir vor der Tür“, funktioniert nicht. Genau sowenig bringt ein ewiger Rechtsstreit gegen eine Ortsumgehung etwas, die einen persönlich stört aber die einen ganzen Stadtteil und seine Bewohner entlastet. Etwas weniger Egoismus, mehr denken für die Gemeinschaft, sollte Vorsatz nicht nur für 2015 sein.
Schliesslich leben wir alle gemeinsam in dieser Stadt, auf die wir stolz sind und immer als „lebenswert“ hoch halten, auch wenn dieser Titel einmalig vor über 10 Jahren vergeben wurde.

Und da kommen wir auf einen Punkt, bei dem wir in 2015 mit Sicherheit das eine oder andere Mal Münster nicht mehr als „lebenswerteste Stadt der Welt“ bezeichnen werden.
Baustellen.
Davon wird es in 2015 und auch in den folgenden Jahren sehr viele und vor allem große geben.
Da wäre zum einen der Bahnhofsneubau. Bis Ende 2016 werden wir uns damit abfinden, Umwege, Schmutz und Lärm in Kauf nehmen müssen.
Am Ende aber können wir aber wieder mit gehobenem Haupt Reisende in dieser Stadt empfangen und müssen uns nicht für das in die Jahre gekommene alte und hässliche Gebäude schämen.

Dann kommt ein Bauprojekt in Gang, dass der Stadt ein schönes Naherholungsziel nimmt.
Die Rede ist von der Kanalerweiterung und der damit verbundene Bau aller Brücken entlang der Strecke.
Auch hier werden Umwege, Schmutz und Dreck das Bild prägen. Viele Jogger, Spaziergänger und Radler, die den Kanal tagtäglich nutzen, werden die schöne grüne und autofreie Strecke gegen ein Bild von Baufahrzeugen und -schiffen und umgewühltem Grün tauschen müssen. 5 Jahre soll sich das Projekt von Süd nach Nord durch die Stadt pflügen.
Viele rechnen jetzt schon mit einem wesentlich längeren Zeitraum.

Und dann sind da noch die vielen kleineren Bauvorhaben, wie zum Beispiel das Stadthaus 1. Die dringende Sanierung lässt auch hier bereits seit Jahren auf sich warten.
Auf der Südseite des Stadthafen I wird derzeit ebenso viel gebaut. Der Flechtheimspeicher wird in ein Büro- und Atelierhaus umgebaut und nebenan wächst gerade eine Schaukäserei in die Höhe.
Die ehemalige „B-Seite“ des Hafens wandelt endlich ihr Schmuddelimage. Nebenan verbaut die PSD-Bank den Blick auf die alte Feuerwache.
Eishalle. In diesem Jahr läuft die letzte Saison. Abriss und Wohnbebauung könnten dann dort ebenso losgehen, wie auf dem ehemaligen TÜV-Gelände an der Steinfurter Straße Ecke York-Ring.
Hinzu kommen zahlreiche weitere Bebauungs und Verdichtungsvorhaben im gesamten Stadtgebiet.
Hafencenter und Konversion der ehemaligen Britischen Kasernen und Soldatenwohnungen in Gremmendorf und Gievenbeck lassen auf sich warten.
Die Gewerbestandorte an der  Loddenheide werden erweitert.
Nach dem Umzug der Oberfinanzdirektion an den Albersloher Weg steht der Abriss der alten OFD an der Andreas Hofer Straße an, um Platz für eine Gesamtschule zu machen.
Die Stadt Münster ist ein Flickenteppich an Bebauungsplänen, der den Münsteranern und Münsteranerinnen, sowie Besuchern und Gästen der Stadt, einiges abverlangen wird.

Bebauung in Münster

Und gleichzeitig muss sich die Stadtplanung langfristige Gedanken über Hochwasserschutz und Verkehr machen, damit Münster nicht erneut absäuft, oder am Verkehrsinfarkt stirbt.
Bei letzterem arbeitet man bereits an einem Radfahrkonzept 2025, dass Ende des Jahres stehen soll. Innovative Projekte sollen Münster wieder zum Titel Klima- und Fahrradhauptstadt verhelfen, ohne dass dieser Titel nur auf die bloße Anzahl der Räder in Münster zurückzuführen ist.
Hier wird der motorisierte Verkehr auf Dauer zurückstecken müssen, aber es gibt gute Alternativen. Bereits 70% der Münsteraner legen ihre täglichen Strecken mit Fahrrad, Bus oder zu Fuß zurück.
An manchen Stellen ist Münster baulich und verkehrstechnisch bereits an seine Grenzen gekommen und dennoch weiter wird die Stadt weiter verdichtet.
Das Stadtbild verändert sich und das macht es rasant. Das muß es auch um überleben und sich im Wettbewerb behaupten zu können.
Das bedeutet aber eben, dass wir so manche Bauphase akzeptieren müssen, auch wenn das eine nicht sonderlich lebenswerte Phase nach sich zieht.

Danach jedoch -und das hat sich schon so manches mal nach anfänglicher Kritik an Bauprojekten in Münster gezeigt- lichten sich die Wolken und bevor man sich vergucken kann, haben sich die Bürger schon mit der neuen Situation abgefunden und in das neue Stadtbild verliebt. Die Stubengasse ist hier ein sehr gutes Beispiel.

2015, das Jahr mit dem viele Herausforderungen in Münster beginnen. Und das Jahr der Oberbürgermeister-Wahl.
Hier werden wir ganz genau darauf hören müssen, was luftige und populistische Versprechen und was ernsthafte, realistische Ansagen im Wahlkampf sein werden.
Nicht vergessen darf man nämlich, dass die Stadt Münster gerade erst einen Rekordhaushalt verabschiedet hat und einen Turm an Schulden vor sich her trägt.
Aber Stagnation und endlose Diskussion sind auch keine Lösung, wenn es in der kommenden Zeit so viel anzupacken gilt.

Aa-Zoo.de hält wie immer ein Auge drauf, was in unserer Stadt geschieht und wünscht allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches, gesundes Jahr 2015!

Ladies and Gentlemen, stop your engines!

Zwei Monate später als geplant, ging diese Woche Münsters erste „Motor-Stopp-Ampel“ in Betrieb.

MotorAUS

Bei diesem Versuchsprojekt werden die Autofahrer, an der Ampel der Kreuzung Grevener Straße und Steinfurter Straße, bei rotem Signal gebeten während der Wartephase den Motor abzustellen.
Man erhofft sich so, den Lärm- und Schadstoffpegel niedrig zu halten.

Fährt man nun bei rot auf der Grevener Straße an die Kreuzung zur Steinfurter Straße heran, so leuchtet links und rechts an den Ampelmasten je eine digitale Anzeige mit den Worten „Motor AUS“.
Circa 5 Sekunden vor umschalten zur Grünphase erlischt die Anzeige und signalisiert den wartenden Verkehrsteilnehmern so, sich wieder für die Weiterfahrt fertig zu machen, den Motor zu starten und den Gang einzulegen.

Bei einer kurzen Sichtung heute, fiel es den Autofahrerinnen und Fahrern offenbar schwer sich nach dieser Empfehlung zu richten.
Ob simple Bequemlichkeit, oder die kalte und regnerische Witterung schuld war, ist nicht ersichtlich gewesen. Der eine oder andere hielt sich aber wirklich an die Anweisung auf der Anzeige und schaltete den Motor ab. Aber nicht jeder machte sich startklar, als die Anzeige wieder erlosch. Desöfteren war zu sehen, dass der Motor erst eingeschaltet wurde, wenn die Ampel auf grün sprang.
So eine Tendenz wäre zwar positiv in Richtung Schadstoffausstoss, aber wiederum kontraproduktiv für einen flüssigen Verkehrsfluss.
Bei manch älterem Fahrzeug erlöschen zudem Blinker und Abblendlicht beim Motor-Stopp an der Ampel und auch die Lüftung und Heizung laufen manchmal nur, wenn nach dem Motor-Stopp die Zündung wieder auf Stufe zwei gedreht wird. Das sollte bei einem kurzen Stopp an der Ampel zwar kein Problem sein, aber der Mensch ist bequem und zudem ein Gewohnheitstier.


Moderne Fahrzeuge haben es da wesentlich besser.
Sie sind bereits mit einer Start-Stopp Automatik versehen, bei der der Motor im Stillstand ohne eingelegten Gang automatisch abschaltet.
Hiervon sind bei diesen Fahrzeugen auch nicht die Verbraucher, wie Licht, Radio, Lüftung und Heizung betroffen.
Wird ein Gang eingelegt, startet der Motor zudem automatisch wieder, ohne den Zündschlüssel bedienen zu müssen. Aber diese Fahrzeuge benötigen eben keine Motor-Stopp Ampel, wie sie jetzt in Münster ausprobiert wird. Immer mehr im kommen ist auch die Hybridtechnologie, in Kombination mit der Start-Stopp Technik. Beim anfahren unterstützt ein emmisionsfreier Elektromotor um die Umwelt zu schonen und den Benzinverbrauch zu drücken.

Ich wage zudem zu bezweifeln, dass ein Testaufbau an einer einzigen Ampel in Münster, und zudem nur in einer Fahrrichtung, Sinn macht.
Eine heutige Beobachtung zeigte, dass man sich zwar an der einen Ampel an die Motor-Stopp Empfehlung hält, jedoch an der nächsten Ampel wieder mit laufendem Motor verweilt.
Daher müssten meiner Meinung nach für einen aussagekräftigen Versuch mit Lerneffekt, mehrere Ampel in Reihenfolge mit Motor-Stopp Anzeigen ausgestattet werden.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wäre jedem Fahrer und jeder Fahrerin eines motorisierten Fahrzeugs bewusst, dass sich das Ausschalten des Motors bereits nach sehr kurzer Zeit für Umwelt und Geldbeutel rentiert, so wären Motor-Stopp Ampeln gänzlich überflüssig. Hier sind verstärkt Verkehrserziehung und Fahrschulen gefragt.
Die Auswertung des Versuchs wird zeigen, was es in Münster bringt. Man darf gespannt sein.