Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Rund 5000 Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter von Brillux feierten am vergangenen Samstag Abend, den 14.06.2014 exklusiv auf dem ehemaligen Gelände der York-Kaserne, in Münster-Gremmendorf, den 125. Geburtstag ihres Unternehmens.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und exklusiv in einer extra auf dem Gelände errichteten Feierhalle, wurde den Beschäftigten ein buntes Farbspektakel geboten.
Trommler-Gruppe, Künstlerband, Action Painter und Popchor Münster bildeten ein farbiges Rahmenprogramm.
Das Highlight war wohl der Auftritt der Schlagersängerin Helene Fischer, die thematisch passend aus Ihrem aktuellen Album „Farbenspiel“ vorgetragen haben dürfte.
Weiter gehen die Feierlichkeiten vom 27. bis zum 29. Juni, wo dann Kunden und Geschäftspartner zum Feiern an den Stammsitz eingeladen sind. Rund 40.000 werden erwartet.

Kungelei?

Wie das Unternehmen es geschafft hat, die Feierlichkeiten auf dem ehemaligen britischen Kasernengelände ausrichten zu können, das bislang noch dem Bund und nicht einmal der Stadt gehört, verriet man uns auf Anfrage nicht. Entweder hat Brillux mit der Stadt gekungelt, die ihrerseits mit der BImA Rücksprache gehalten haben müsste, oder aber Brillux hat direkt mit der BiMA verhandelt. Auch ob die weiteren Feierlichkeiten am letzten Juni Wochenende auf dem Gelände stattfinden, beantwortete man Aa bis Zoo nicht.
Man darf aber davon ausgehen, da die Dekoration anscheinend nicht abgebaut wird.
So oder so ist ärgerlich, dass den Bürgerinnnen und Bürgern der Stadt der Zugang zum Gelände verweigert wird, während dort Privatveranstaltungen abgehalten werden dürfen.

Weiterführende Links:
Aa bis Zoo Artikel zum Konversionsprozess in Münster-Gremmendorf

Operation „Secret Garden“

Seit letzter Woche steht es fest, am heutigen Abend wurde in den Räumen der
Westfalenfleiss GmbH das Ergebnis und somit der Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs für die
Konversion der York-Kaserne in Münster-Gremmendorf verkündet.

Der finale Entwurf von Lorenzen Architekten GmbH, in Gemeinschaft mit Atelier Loidl LandschaftsarchitektenARGUS Stadt- und Verkehrsplanung und Müller-Kalchreuth Planungsgesellschaft mbH,  hat die Preisjury derart überzeugt, dass es anstelle eines zweiten und dritten, zwei dritte Plätze gab.

Übersicht Entwurf Lorenzen

Das sei jedoch nicht abwertend gemeint. Alle finalen Entwürfe, so verlautete die Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Christl Drey, seien hochqualitativ gewesen.
Den Siegerentwurf zeichnet allerdings der starke Erhalt der vorhandenen Struktur besonders aus, was im Bürgerbeteiligungsprozess immer wieder Wunsch der Bürgerinnen und Bürger war.

Secret Garden

Mit modernen Begriffen beschreibt die Erläuterung des Entwurfs das 50 Hektar große, ehemalige Kasernengelände neu.
Wohnen im „Wiesenpark“ im Westen, „Casino-Park“ im Osten, „York-Platz“ mit Einkaufsmöglichkeiten als Verbindungselement zum alten Teil Gremmendorfs,
„Campus Gremmendorf“ und zentral der ehemalige Exerzierplatz als „Secret Garden“, einer Gartenfläche, umbaut von Wohneinheiten und doch durch die offene Struktur zugänglich.

Platz für 1600 Wohneinheiten soll so geschaffen werden,
dazu ein Einkaufszentrum, Sport-, Dienstleistungs-, Gewerbe und Einzelhandelsflächen.
Doch der Knackpunkt – die Trennung der neuen „Gremmendorfer Mitte“ vom alten Teil Gremmendorfs durch den Albersloher Weg – bleibt, wie schon in den vorherigen Veranstaltungen Diskussionspunkt beim Publikum. Wenn auch der Entwurf den neu geschaffenen York-Platz mit seinen breiten Überwegungen zur vorhandenen Einkaufsmeile, sowie mit Nutzung als Marktplatz und Freizeitfläche ganz gelungen darstellt.
Hier werden sich die Verkehrsplaner allerdings noch Gedanken machen müssen.
Mein Vorschlag lautet ja immer noch „Shared Spaces„.

Der Gewinnerentwurf wird noch bis zum 27. Juni im Atrium des Stadthaus 3 am Albersloher Weg ausgestellt.
Wenn im Juni dann voraussichtlich der Kaufpreis für das Gelände, das bis dahin dem Bund gehört und von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet wird, feststeht, soll die münstersche Wohn+Stadtbau GmbH das Gelände erwerben und gemeinsam mit Investoren und Genossenschaften die Bebauung und Entwicklung planen.

Weiterführende Links:

Aa bis Zoo: Bisherige Artikel zum Thema Konversion in Münster
Stadt Münster, Konversion – Umnutzung ehemals militärisch genutzter Liegenschaften
– 1. Preis Entwurf Lorenzen Architekten (PDF, 3.422 kB, Stadt Münster)
Erläuterungsbericht zum Entwurf Lorenzen (externes PDF, nicht barrierefrei, 73 kB)
3. Preis Entwurf farwick + grote (PDF, 7.831 kB, Stadt Münster)
Erläuterungsbericht zum Entwurf farwick + grote (externes PDF, nicht barrierefrei, 1.048 kB)
3. Preis Entwurf Ortner & Ortner Baukunst (PDF, 5.355 kB, Stadt Münster)
Erläuterungsbericht zum Entwurf Ortner & Ortner (externes PDF, nicht barrierefrei, 101 kB)
4. Preis Entwurf ASTOC Architects and Planners (8.863 kB, Stadt Münster)
Erläuterungsbericht zum Entwurf ASTOC (externes PDF, nicht barrierefrei, 452 kB)

Zurückerobert II

Der Konversionsprozess in Münster schreitet voran.

Heute gab es erneut Gelegenheit eine der ehemaligen britischen Liegenschaften in Münster zu besichtigen.
Nach der York-Kaserne in Gremmendorf, stand heute die ein Jahr später freigezogene Oxford-Kaserne in Gievenbeck den Bürgern offen.

Geschichte

Obwohl am 19. November 2013 schon einmal die Möglichkeit einer Besichtigung bestand, zog es heute trotz Regenwetter viele Münsteranerinnen und Münsteraner an die Roxeler Straße.
1934 bis 1936 für die Wehrmacht als Hermann Goering Kaserne erbaut, diente sie bis zur Eroberung im 2. Weltkrieg durch die britische Infanterie, an Münsters Befreiungstag, dem 3. April 1945, der Reichsluftwaffe mit Scheinwerfer– und Flugabwehrbatterien.

Am besagten Tag wurde sie durch die 4th (Armoured) Bn Coldstream Guards, Teile der 6th Guards Armoured Brigade eingenommen und drei Tage für die Instandsetzung ihrer Panzer genutzt, bevor man nach Hamburg weiter zog.
Seither wurde die Kaserne durch verschiedene Infanterieeinheiten der Britischen Rheinarmee (BAOR), später British Forces Germany (BFG), genutzt.

Am 14.11.2013 fiel das 26 Hektar große Gelände zurück an den Eigentümer, der nicht die Stadt Münste, sondern der Bund ist und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), verwaltet.

Stand heute

Bei der heutigen Besichtigung konnten Teile des verwinkelten Kasernengeländes und zwei Gebäude von innen besichtigt werden.
Ein wundervoller alter Baumbestand durchzieht das gesamte Gelände.
Dennoch wirkt das Gelände im Vergleich zur York Kaserne in Gremmendorf (Aa bis Zoo berichtete) relativ langweilig und unübersichtlich.
Die Gebäude, teils aus der Erbauerzeit von 1934-36, teils in den 50er Jahren ergänzt, sind in einem relativ schlechten Zustand.

Feuchte Keller, defekte Fenster, Türen, zerstörte und schlecht erhaltene Inneneinrichtung war zumindest in dem zu besichtigenden Unterkunftsgebäude, zu beobachten.
Ansonsten zäumen das Gelände zahlreiche Lager und Garagen, die ebenfalls in schlechtem Zustand sind.
Ebenso befinden sich auf dem Gelände eine Kindertagesstätte, Schulen, eine Tankstelle, ehemalige Werkstätten und zahlreiche Sportplätze.

Zukunft

Das Gelände bietet viel Potential für Münster und Gievenbeck ist aber trotz Denkmalwürdigkeit ein anspruchsvolles Konversionsprojekt.
Nicht zuletzt wegen Altlasten und schlechtem Zustand der Substanz.

Im laufenden Konversionsprozess hatten die Münsteranerinnen und Münsteraner, wie schon bei der York Kaserne in Gremmendorf, Gelegenheit Ihre Anregungen in Workshops einzubringen, dessen Arbeitsergebnisse bereits am 20. Februar 2014 der Öffentlichkeit in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurden.
Derzeit sind mehrere Planungsbüros von der Stadtverwaltung beauftragt, städtebauliche Entwürfe für das Kasernenareal zu erarbeiten, die die Anregungen der Bürger aufgreifen.
Die Ergebnisse werden am Mittwoch den 2. Juli 2014, vermutlich wieder in der Aula des Freiherr-von-Stein Gymnasiums, präsentiert.

Aa bis Zoo bleibt am Ball und berichtet.

Weiterführende Links:

Bebilderter Artikel über die York Kaserne in Gremmendorf (Aa bis Zoo)
– Zur Konversion der Oxford-Kaserne (Stadt Münster)
Zur Konversion der Oxford Kaserne (BImA)

Konversion: Erste Wettbewerbsergebnisse

Die Konversion der ehemals britischen Militärliegenschaften im Stadtgebiet schreitet voran.
Aa bis Zoo begleitet seit Anbeginn den Prozess der Konversion, also Umnutzung der militärischen Flächen in zivil genutztes Geländes, am Standort der York Kaserne in Gremmendorf und hat aktiv am Perspektivplan in der Arbeitsgruppe „Zentrum und Vielfalt“ mitgearbeitet.

Nach der Vorstellung dieses Perspektivplans hat der Stadtrat im November diesen als Vorlage für einen „städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb“ freigegeben und zur Bedingung gemacht.
An diesem Wettbewerb, der in zwei Stufen geteilt ist, nahmen 13 Architektur- und Stadtplanungsbüros teil, die von der Stadt aufgefordert wurden städtebauliche Entwürfe für das 50 Hektar große Gremmendorfer Gelände zu erarbeiten.

Einladung

Am gestrigen Abend lud die Stadt zur Ergebnispräsentation der ersten Hälfte des Wettbewerbs, durch die es nach Auswertung einer Jury vier Büros mit Ihren Entwürfen geschafft haben.
Die Besonderheit hier – und das hat die Stadt von Anfang an immer wieder betont – ist die Beteiligung der Bürgerschaft.
So ist in diesem Wettbewerb jetzt die Anonymität aufgehoben und bei der Veranstaltung in den Räumlichkeiten von Westfalenfleiss am Kesslerweg präsentierten die vier Büros Ihre Entwürfe nicht nur den zahlreich anwesenden Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch den Planern aus den weiteren Wettbewerbteams.

Drei Stunden lang stellten die Teams von
ASTOC GmbH & Co. KG in ARGE mit Davids | Terfrüchte + Partner (Köln)
– Ortner & Ortner Baukunst (Wien/Köln)
– Lorenzen Architekten GmbH in ARGE mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten und ARGUS Stadt-/Verkehrsplanung (Berlin/Kopenhagen)
und
farwick + grote architekten BDA stadtplaner in ARGE mit Club L94 Landschaftsarchitekten (Ahaus/Dortmund)
die von ihnen erarbeiteten Entwürfe vor und sich im Anschluss den kritischen Fragen und Hinweisen der Bürger.

Die vier Konzepte kamen mit unterschiedlichen Ansätzen einer Realisation, die jetzt im nächsten Schritt, nach der Anregung der Bürger und mit neuen und engeren Vorgaben durch Jury & Stadtverwaltung, verfeinert werden müssen.
Aus der dann folgenden Bewertung geht eine Rangfolge der Projekte mit den Plätzen eins bis vier hervor. Diese „Preisgerichtssitzung 2. Stufe“ mit anschließender Ausstellung ist für Mai/Juni 2014 vorgesehen.

Von den vier in der Endausscheidung befindlichen Arbeiten, wie auch von den nicht weitergekommenen Entwürfen können sich die Bürger noch bis einschließlich zum 7. März in der Glashalle des Stadthauses 3 am Albersloher Weg 33 überzeugen. Dort sind Pläne und Stellungnahmen der Büros ausgestellt und während der Öffnungszeit des Stadthauses einzusehen.

Aa bis Zoo bleibt natürlich am Ball, wenn der Gewinner der 2. Phase bekanntgegeben wird. Mehr dazu dann hier im Blog.

Weiterführende Informationen:

PDF Dateien der noch im Wettbewerb befindlichen Projekte des städtebaulichen Wettbewerbs York-Kaserne, Phase 1, zum herunterladen:

– Ausschreibung städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb „Entwicklung der York-Kaserne“ (PDF, 5.120 kB)

– Entwurf ASTOC (PDF, 1.800 kB)
– Entwurf Farwick + Grote (PDF, 2.300 kB)
– Entwurf Lorenzen (PDF, 2.400 kB)
– Entwurf Ortner und Ortner (PDF, 1.000 kB)