Satellitenbilder aktualisiert

Das wurde aber auch Zeit!
Nach fünf Jahren hat Google endlich die Satellitenbilder von Münster in Google Earth und auch auf Google Maps aktualisiert.

Die Bilder vom 15. April 2010 wurden auf den Stand vom 2. August 2015 gebracht.
So sieht man jetzt deutlich die Bahnhofsbaustelle, das neue LWL Museum für Kunst und Kultur oder die abgerissene Schillerstraßen Brücke.

Nicht ganz so deutlich, aber doch erkennbar ist der  radikale Kahlschlag der Bäume entlang der Umgehungsstraße an der Wolbecker Straße und auch die neue Wohnbebauung um den Fernsehturm ist dort erkennbar.

Schaut man genauer hin, so entdeckt man, dass nun fast gar keine Sendeantenne mehr auf dem Funkturm steht. Wird das höchste Bauwerk Münsters nach 30 Jahren bald abgerissen?

Der Sportplatz an der Schmittingheide weicht einem neuen Wohngebiet. Und deutlich zu sehen ist der Wegzug der Britischen Streitkräfte aus der York und Oxford Kaserne.

Der Wandel des Stadthafen I zeichnet sich ebenfalls deutlich auf den neuen Aufnahmen ab. Der umgebaute Flechtheimspeicher und die Hafenkäserei sind gut auf der Südseite zu erkennen.

Weitere Nachweise für den rasanten Wandel, die starke Nachverdichtung der Stadt und das schnelle Wachstum finden sich beim Neubau der Ortsumgehung Wolbeck. Auch der Ortkern von Gremmendorf bleibt nicht unverschont.


Das Gewerbegebiet Loddenheide hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Viele alte und neue Unternehmen haben sich hier angesiedelt, wie auch die Oberfinanzdirektion ihren Standort an den Albersloher Weg verlagert und an der alten Adresse Platz für eine neue Gesamtschule machen wird.
Wie bunt die neue Boeselburg ist, sieht man selbst aus dem All. Das neue Studentenwohnheim fällt deutlich auf den Bildern auf.

Und was fand hier auf dem Schlossplatz statt?
schlossplatz

Habt Ihr noch weitere gravierende Veränderungen im Stadtbild erkannt?
Schreibt sie doch unten in die Kommentare!

Die neuen Satellitenbilder sind ohne zutun in der Fotoansicht von GoogleMaps oder aber in Google Earth zu finden.

Weiterführende Links:

Google Earth
Münster auf Google Maps

Brücke um Brücke

Um den Dortmund-Ems-Kanal für Großmotorgüterschiffe und Schubverbände passierbar zu machen, wird er ab 2020 im Stadtbereich Münsters auf 42 Meter verbreitet. Entlang der Kurve zwischen der Laerer-Landweg und Pleistermühlenweg sind sogar 77 Meter erforderlich.
Aus diesem Grund werden alle acht Brücken im Stadtgebiet dem Kanalausbau zum Opfer fallen und durch neue ersetzt.
Den Anfang machte, nach mehreren Monaten Verspätung, gestern die Brücke der Schillerstraße über den Kanal.

Angesichts des Alters und des derzeitigen Zustandes nicht tragisch, aber diese Baumaßnahmen sind mit erheblichen Einschränkungen verbunden.
Straßen werden gesperrt, es kommt zu Umwegen, Lärm und Dreck. Und das an einer der größten Erholungs- und Laufstrecken in Münster.

Die Sperrung des Kanalufers für den Bau des Petershafen-Dükers war ja noch harmlos, aber diesmal wurde ein größeres Bauwerk fällig. Die alte Schillerstraßen-Brücke. Mit ihr ist, seit Beginn der Bauarbeiten im Februar, auch eine wichtige Verkehrsverbindung getrennt. Die viel genutzte Verbindung über die Schillerstraße in den Südosten, zwischen Albersloher Weg und Wolbecker Straße, wird bis zur Fertigstellung der neuen Brücke 2017 für den Autoverkehr gesperrt bleiben.


Ein würdiges Alter hat die Schillerstraßen-Brücke bereits erreicht. Seit 1956 fristete sie Ihr Dasein und kann so mit fast 60 Jahren in Rente gehen. Ihr Alter sah man ihr zuletzt doch deutlich an und wegen ihrer geringen Fahrbahnbreite kam es auf ihr öfter zu Reibereien zwischen Rad und Auto.

Zwei 500 Tonnen Kräne, die bereits Montag in Stellung gingen, halfen gestern den Brückenbau zu halten, während die Betonfahrbahn entfernt wurde und anschließend Schweißer die Stahlträger trennen konnten. Dann legten die Kräne die Einzelteile an Land ab. Während sich die zweite Hälfte der Brücke etwas sträubte von seinem Brückenlager getrennt zu werden, wurde die andere Hälfte bereits am Ufer in kleine Teile geschnitten.

Auf der seit Februar geöffneten Behelfsbrücke, die direkt neben der alten Schillerstraßen-Brücke für den sicheren Überweg für Radler und Fußgänger sorgt, beobachteten seit 8 Uhr viele Anwohner und interessierte, teils mit Kaffee in Thermoskannen, den Abriss des Bauwerks. Ein Spektakel, dass es so in Münster noch nicht gab. Von Land startete immer wieder eine Drohne um Aufnahmen von dem Spektakel zu machen.

Dann gegen kurz vor 14 Uhr war es endlich so weit. Nach mehreren Anläufen und dem vehementen Einsatz des Schneidbrenners, hing das letzte 80-Tonnen Stück Brücke frei im Kran und wurde schnell an Land abgelegt.


Bis 2016 soll der Neubau der Brücke fertiggestellt sein, 2017 soll dann nach erfolgter Straßenanbindung die Schillerstraße wieder freigegeben werden.
Parallel wird der Stadthafen-Düker, eine Verbindung für Versorgungsleitungen und Kanalisation unterhalb des Kanals, ebenfalls erneuert.
Im Anschluss dann folgen dann die Eisenbahnbrücke der WLE und die Wolbecker Straße und das wird sicher enorme Einschnitte in den Verkehr bedeuten, wie auch die Erneuerung der weiteren Kanalbrücken, bevor es dann 2020 an den mehrjährigen Ausbau des Kanals geht.

Ab jetzt: hinten rum!

Es bleibt dabei, wie seit Oktober letzten Jahres angekündigt:
Am 15. Januar 2015 schliesst die Haupteingangshalle des alten Hauptbahnhofs an der Bahnhofstraße, aufgrund der Bauarbeiten, endgültig.
Bis März soll dann der verbleibende Rest des alten Gebäudes komplett abgerissen werden. Der Bau des neuen Gebäudes schliesst sich an.

Der Bahnbetrieb findet weiterhin unverändert statt, nur der Zugang zu den Gleisen wird am 15. Januar ab 20:30 Uhr nicht mehr von der Bahnhofstrasse her möglich sein.
Wer dann mit Rad oder zu Fuß aus der Innenstadt kommt, hat dann entweder die Möglichkeit über Wolbecker und Bremer Straße zu den Gleisen zu kommen, oder durch den „Hamburger Tunnel“ der Hamburger Straße.
Beide Strecken wurden schon im vergangenen Jahr auf dieses Ereignis vorbereitet und umgebaut.
So wurde der Radweg auf Wolbecker und Bremer Straße auf die Kfz-Spur verlegt um mehr Platz für Fußwege zu schaffen und einem größeren Verkehrsaufkommen Platz zu bieten.
Eine Kfz-Fahrspur der Wolbecker Straße in Richtung Servatiiplatz ist daher entfallen. Eine Verkehrsinsel in Höhe der Straße Bremer Platz soll ein sicheres queren der Straße ermöglichen.

Der Hamburger Tunnel wurde für den motorisierten Verkehr gesperrt und ist nur noch zu Fuß oder mit dem Rad passierbar. Die ehemalige Fahrbahn wurde auf Höhe des Fuß- und Radwegs angehoben um eine barrierefreie Passage zu ermöglichen. An einen Blindenleitstreifen im Tunnel wurde an der dem Bahnhof zugewandten Seite gedacht, der auch bis zum neuen Servicezentrum an der Bremer Straße führt.  Neben der Ampel an der Windhorststraße steht nun eine zweite Ampel am Berliner Platz zur Verfügung, die sichere Querung von Bus- und Fahrstreifen der Bahnhofstraße für Radler und Fußgänger ermöglicht.

Die Taxen am Bremer Platz warten von nun an ebenfalls auf der Ostseite des Bahnhofs.  Mit ihnen ziehen Reiseauskunft der Bahn, eine Schliessfachanlage, sowie ein Imbiss, der Zeitschriftenhandel und eine Toilettenanlage in temporäre Container, bis Ende 2016 der neue Hauptbahnhof fertiggestellt ist.

Durch das veränderte Verkehrsaufkommen ergeben sich einige Änderungen für die Autofahrer.
Es gilt in der Bremer Straße ab sofort Tempo 30. Parken und Halten auf der Fahrbahn ist verboten. Sämtliche Parkflächen gelten ausschliesslich für Anwohner.
So entfällt auch eine „Kiss & Ride“ Kurzhaltezone, an der Reisende abgesetzt werden konnten. Autofahrer werden gebeten im Parkhaus Bremer Platz zu parken.
Die Radwegbenutzungspflicht für die Bremer Straße wurde aufgehoben. Radler dürfen auf der Straße fahren.

Eine neue Anzeigetafel für Ankunft und Abfahrt der Züge ist bereits im Südtunnel zu den Gleisen an der Ostseite montiert worden, sodass man sie beim Betreten des Bahnhofs bereits einsehen kann.

Die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. stellt für alte und behinderte Menschen einen Shuttledienst mit einem Caddy bereit, um die Wege von und zum Bahnhof zu erleichtern.
Dieser kann über die kostenpflichtige Telefonnummer 0180 – 6 512 512 (Festnetz 20 Ct/Anruf, Mobilfunk max. 60 Ct/Anruf) angefordert werden.

Foto (c) ISG Bahnhofsviertel e.G.

Foto (c) ISG Bahnhofsviertel e.G.

Fragen zur neuen Verkehrsführung und zum Parken auf der Bremer Straße beantwortet Grit Hecht vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Telefonische Erreichbarkeit unter (02 51) 4 92 – 6163.

Weitere Informationen zum Neubau des Hauptbahnhof Münster und den damit verbundenen Änderungen finden sich hier:

Stadt Münster „Ein neues Empfangsgebäude für Münsters Hauptbahnhof“ (Webseite)
Deutsche Bahn „Guck mal: Das wird der neue Hauptbahnhof von Münster! Informationen für Reisende (PDF, 180 Kb)
Anwohnerinfo „Was ändert sich an der Bremer Straße?“ (PDF, 4.690 kB)

Über aktuelle Änderungen und Informationen hält „Münster von Aa bis Zoo“ auch ständig auf Facebook und Twitter auf dem Laufenden.

Lückenschluss – Teil 1

Wie ich als Neujahrseinstieg schon schrieb, ist 2015 das Jahr der Baustellen in Münster.

Eine markante Bau-„Stelle“ ist der Albersloher Weg. Quasi ein Lückenschluss findet am Hafen statt. 2012 berichtete ich schon über das weitere Bauvorhaben der PSD Bank.
Der sogenannte 2. Bauabschnitt vom Hafenweg entlang des Albersloher Weges, bis zur vorhandenen Wohnbebauung vor der Einmündung der Bernhard-Ernst Straße, wurde schon Ende des vergangenen Jahres begonnen. Nun sind die Tiefbauarbeiten schon weit vorangeschritten und der Bau des Gebäudes in die Höhe schliesst sich an.


Mit einem Jahr Verspätung begann das Projekt, dass in diesem Jahr bereits eröffnet werden sollte. Angesichts der Tatsache, dass die Auslastung im gegenüberliegenden Portal 10 Gebäude nicht ganz optimal ist, muss man sich Gedanken machen, wie dies später im neuen PSD-Komplex ausschaut. Die Situation in Gesamt-Münster ist nicht anders. Büro- und Gewerbeflächen gibt es im Gegensatz zu bezahlbarem Wohnraum in Überfluss. Dennoch schiessen weitere Komplexe aus dem Boden.
Traurig macht auch, dass der Blick auf die alte Feuerwache mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnittes, vom frequentierten Albersloher Weg aus, versperrt wird.

Und auch auf der gegenüberliegenden Seite zeichnet sich die Fertigstellung einer unauffälligen Baustelle ab, die die Lücke zwischen Portal 10 und dem Cineplex füllt.
Rede ist von der ehemaligen Gaststätte „Landsmann“ in dem über 100 Jahre alten Gebäude, welches die Gegend noch mit Kiesekamps Mühle und einem richtigen Stadthafen als Umschlagsplatz von Gütern kannte, bevor dieser zur Amüsiermeile wurde, der neue Stadtwerke-Bürobau, Cineplex, PSD und Portal 10 noch gar nicht da waren.


Der Ex-Landsmann, seinerzeit auch berühmt-berüchtigt wegen vieler Schlägereien von britischen Soldaten und sicherlich auch Münsteranern, hat Anfang Dezember 2014 bereits unter neuem Namen eröffnet. „Lolas Schicksaal“ und „Rote Lola“ nennt man Lokal und Imbiss jetzt am Ort und lässt die Geschichte des „Landsmann“ hinter sich. Die Eigentümer, Familie Müller der Brauerei Pinkus Müller, bleiben aber nach wie vor, wie auch ein Teil der alten Einrichtung. Nur der Pächter hat gewechselt und noch einige Zeit wird es dauern, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, die verbleibenden Gerüste abgebaut und die Fensterläden wieder montiert sind. Der Betrieb läuft derweil aber munter weiter.