Überallfernsehen

14 Jahre gibt es jetzt das freie digitale Fernsehangebot DVB-T in Deutschland.

Bis der Empfang allerdings aus den anfänglichen Test- und später aus den Ballungsgebieten bis nach Münster schwappte, dauerte es noch eine ganze Weile nach dem Start des TV-Dienstes.

Erst kurz vor Ende des bundesweiten DVB-T Ausbaus (2008), startete am 12.6.2007 am Fernsehturm an der Wolbecker Straße und am WDR-Sender Münster-Baumberge, die lokale Versorgung für das Münsterland.

Wer eine gute Wohnlage und Technik oder einen Vermieter mit guter Dachantenne hatte, konnte bereits seit Ende 2004 das DVB-T Signal aus dem Ruhrgebiet empfangen. Die Anzahl der Auserwählten war allerdings gering.

Bei Schaltung des Dienstes, für die Masse im Münsterland, wurde dann aber die Enttäuschung deutlich.
Im Ruhrgebiet waren viel mehr Sender zu empfangen als hier und das hat sich, auch nach Abschaltung des analogen Fernsehsignals 2008, bis heute nicht geändert.

Gerade bei Events wie der jetzigen Fußball-Europameisterschaft wünscht sich mancher ein größeres frei empfangbares und mobiles TV-Angebot, als die zwölf öffentlich-rechtlichen Sender die man hier bestenfalls empfangen kann.
Vor allem Privatsender fehlen hier im Vergleich zum Ruhrgebiet.

Für ein Grundgebot reicht dies mit Sicherheit völlig aus, doch trotzdem habe ich mal bei den Sendern angefragt warum der Ausbau im Münsterland geringer ist als in anderen Gebieten und ob sich die Ausgangslage in den letzten Jahren geändert hat.

Klare Antwort von den Privaten

„Das Einspeisen von Privatsendern ins DVB-T-Netz sei ein Zusatzangebot für die Ballungsräume“, so die nüchterne Antwort des WDR.
Eine Erweiterung sei nicht vorgesehen. Das liege nicht an fehlenden Kapazitäten, sondern an nicht vorhandenem Interesse seitens der Privatsender.
Antworten der anderen Öffentlich-Rechtlichen Sender, die ebenfalls zur Task Force DVB-T Deutschland gehören, waren ähnlich. Hier ist man zufrieden mit dem Angebot, weiterer Ausbau ist nicht nötig.

Die wohl deutlichste Antwort kam von der ProSiebenSat.1 Media AG.
Mit den Stichworten Refinanzierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nutzungsanteile betont die Gruppe klar, dass es rein finanzielle Interessen bei einer Ausstrahlung habe. Wenig verwunderlich.
Der hiesige Nutzungsanteil von 8-12% sei zu niedrig und so hat man nach Ende der Anschubfinanzierung durch die Landesmedienanstalten den Ausbau bei den Ballungszentren belassen. Bei anderen Privatsendern ist das Interesse ähnlich niedrig.

In naher Zukunft wird es also keine Erweiterung des DVB-T Angebotes geben.
Bleibt abzuwarten, ob der Nachfolger DVB-T2 und das Wachstum der Stadt Münster die Situation in Zukunft ändern werden.
Auch die immer größere Verbreitung von mobilen Geräten, wie Laptops, Smartphones und Taschenfernseher, mag die Nutzungszahlen beeinflussen.

Und natürlich nicht ohne einen Seitenhieb beende ich den Artikel mit dem Tipp:
Vielleicht liegen die Zuschauerzahlen ja auch ein ganz kleines bisschen am Niveau des TV-Programms 😉

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One Response to Überallfernsehen

  1. Al Bert says:

    vor allem dein letzter Satz ist der Hauptgrund!! ich hab über den Vermieter Kabel, aber die privaten sind nicht in meiner Favoritenliste…nicht ohne Grund 😉
    das Programm dort und die Werbung…oder eher andersrum…sind einfach banal und trivial

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