Teure Immobilien

Fast zeitgleich mit der Verkündung des Oberbürgermeisters, dass die Stadt Münster aufgrund des belasteten Haushalts kein Geld zu verschenken hat, kam die Entscheidung des Stadtrates für eine kostspielige Sanierung des 86 Jahre alten Preußenstadions.

Neben dem Stadthaus I ist wohl kaum eine städtische Immobilie im Hinblick auf eine Sanierung umstrittener und wird mehr diskutiert als das historische Fußballstadion an der Hammer Straße.

Wenn auf Seiten der sozialen Träger in der Stadt die Unterstützung gekürzt wird, Spielplätze geschlossen und Schulsanierungen auf die lange Bank geschoben werden, findet sich bei den Bürgern kaum Rückhalt für die millionenschwere Sanierung einer Immobilie die, bis auf Ausnahmen und bei Fußballspielen, im Großteil brach liegt.

15 Jahre Sanierungsstau sollen jetzt trotz katastrophaler Haushaltslage umgesetzt werden.
Die Bezirksregierung  schätzt die Gesamtkosten inklusive Altlastensanierung auf 3,164 Millionen Euro.

Geld, dass die Stadt nicht hat.
Neben dieser Sanierung stehen in naher Zukunft noch das oben angesprochenene Stadthaus I mit geschätzten Kosten in Höhe von 33 Millionen Euro ins Haus, sowie die Erneuerung des Blockheizkraftwerks in Coerde.
Durch die teuren Verdi-Tarifabschlüsse ist der städtische Haushalt zusätzlich stark belastet. Gut fünf Millionen Euro kommen hierdurch zusätzlich auf Münster ab dem kommenden Jahr hinzu.
Das gesetzte Ziel, das Haushaltsdefizit bei 20 Millionen Euro zu stoppen, ist bereits durchkreuzt.
Projekte sozialer Träger stehen auf der Kippe, wenn im kommenden Haushalt weitere Kürzungen anstehen.

Kritik via Bürgerhaushalt

Wohl auch deshalb ist die Sanierung des Preußenstadions Thema Nummer 1 bei den Vorschlägen von Münsters Bürgern im Bürgerhaushalt 2012.

Gleich eine Hand voll Vorschläge fordert ein Aus für die geplante Rasenheizung im Stadion, ein Stopp der Förderung für den Verein oder, wie unser Vorschlag, gleich einen Ausstieg der Stadt aus dem alten Stadion und ein Neubau mit Hilfe eines Investors.

Kommunale Förderung nicht zulässig

Auch die Bezirksregierung warnt die Stadt Münster dass eine Förderung des Profisportes, und da ist der SC Preußen Münster mit der 3. Liga angekommen, durch kommunale Mittel nicht zulässig ist.

Niemand weiss was es für zukünftige Entscheidungen in Sachen Umwelt- & Sicherheitskonzept geben wird und ob das alte Stadion diese Anforderungen leisten könnte.
Auch bei einer jetzigen Sanierung ist die 86 Jahre alte Grundsubstanz auf Dauer nicht, oder nur sehr kostspielig zu erhalten.

Neubau mit Investor

Da wäre der Tritt auf die Notbremse „Neubau Preußenstadion mit Investor„, die mit geschätzten 20-25  Millionen Euro wie bei vergleichbaren Stadien, vermutlich teurere Lösung, böte der Stadt Münster aber die Gelegenheit auf Dauer seinen Haushalt zu renovieren.

Sowohl Lärmschutz, Sicherheits- & Verkehrskonzepte und Infrastruktur wären bei einem Neubau, wie HIER vorgeschlagen wesentlich besser umzusetzen als am jetzigen Standort.
Zumal Altlasten im Erdreich an der Hammer Straße Umbau und Sanierung Einhalt gebieten würden.

Mehr Veranstaltungen – Mehr Besucher

Ein weiterer Vorteil eines neuen Stadions wäre auch eine optimierte Nutzung für Konzerte und weitere Sportveranstaltungen oder Events, wie es sie im alten Stadion zuletzt nur vereinzelt gab.
Eine bessere Verkehrsanbindung vermiede dabei ein Verkehrschaos wie es bei Spielen wie Münster gegen Osnabrück gerne mal auf der Bahnhof- und Hammer Straße vorkam.

Ausserdem würde mit Umsetzung des Vorschlags im Bürgerhaushalt eine Lücke zum in der Konversion befindlichen Stadtteil Gremmendorf geschlossen.

Noch bis zum 22. Juni 2012 können die Vorschläge im Bürgerhaushalt bewertet und damit die Stadt gezwungen werden sich mit dem Thema, wie den dort vielversprechenden und  meistunterstützten Vorschlag zum Preußenstadion, zu befassen.

Wir sind gespannt wie die Stadt versuchen wird hier den Kopf aus der Schlinge zu ziehen oder ob sie den Vorschlag langfristig umsetzen möchte. Nur dann wäre eine ernste Umsetzung des Bürgerhaushalts erkennbar.

Weiterführende Links:

– Vorschlag im Bürgerhaushalt 2012: Ausstieg der Stadt Münster aus dem alten Stadion und Neubau eines neuen Stadions mit Hilfe eines Investors

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