Weniger Post – mehr Hafen

Alles neu macht der Mai. So auch die Post in Münster.

Wurden in den vergangenen Jahren in Münster immer mehr Postschalter und Filialen für Privatkunden geschlossen oder an Partner übergeben, so tut sich nach langen Jahren des Stillstandes und des Verfalls etwas für private und gewerbliche Postfachkunden.

Die uselige und an den Bürocharme der 50er Jahre erinnernde Postfach-Anlage am Hansaring 64 wird endlich geschlossen und macht Platz für den Ausbau des Hafens.
Schön war sie noch nie, wohl eher zweckmäßig. Der integrierte Brief- und Paketschalter war eher ein Geheimtipp, denn lange Wartezeiten und viele Kunden gab es hier nie, wohl aber den gesamten Brief- und Paketservice wie man ihn aus modernen Filialen gewohnt war.

Aufkleberplage und beschädigte Schliessfächer dominierten die Szenerie und lassen so manchen Postraub vermuten.
Die schmale Zufahrt zur Anlage, die sich ansässige Unternehmen, die Post und die Tankstelle teilten, war des öfteren Anlass zum Aufbrausen erhitzer Gemüter.

Aber all das hat ab Mai ein Ende. Denn am 10.Mai 2014 schliesst die Post die Pforten und zieht zu ihrer nagelneuen Anlage am Mittelhafen 55 in direkte Nachbarschaft der Stadtwerke. Ab dem 12. Mai soll dort dann der Betrieb aufgenommen werden.
In leuchtendem Gelb lädt das neue Gebäude schon jetzt auf den noch leeren Parkplatz, aber am Fenster prangt noch die Baustellenkennzeichnung.

Ähnlich funktionell wie das alte Gebäude erkennt man die Postfach-Reihen direkt hinter dem Eingang, im hinteren Bereich noch leere Hallen, die wohl aber für die Sortierung vorgesehen sind.

Optisch scheint sich die Anzahl der Postfächer erhöht zu haben, für Bestandskunden ändert sich aber nichts.
Wer schon ein Postfach hat, behält seine Postfach Adresse.

Postfach für Jedermann

Wer denkt, dass Postfächer nur Geschäftskunden vorbehalten ist, der irrt.
Jeder Privatkunde kann für ein einmaliges Entgelt von 15 Euro ein Postfach beantragen. Die Nutzung ist kostenlos.
Postverteilschluss ist bereits um 9 Uhr, und so zählt die frühere Bereitstellung als Vorteil, wie auch der Schutz vor unbefugtem Zugriff und die individuelle Abholung.
Der einzige Nachteil, der sich für Privatkunden ergibt, ist der Umstand, dass nach Beantragung eines Postfaches jegliche Post, auch die mit Privatanschrift in das Postfach geht.

Weitere Informationen zum Thema Postfach gibt es auf den Webseiten der Post

In zweite Reihe verbannt

Lange gab es damals Diskussionen die denkmalgeschützte Feuerwache am Hafen zu erhalten. Dies gelang glücklicherweise und so strahlt sie seit einigen Jahren an Ihrem Standort restauriert und in frischen Farben, wenn Ihr Inneres jetzt auch einem ganz anderen Zweck dient.

Aber es bahnt sich etwas an, dass eines der Markenzeichen der Stadt und insbesondere des Hafenviertels, ab dem nächsten Jahr in die zweite Reihe verbannen und für immer verdecken wird.

Dann weicht die heutige Sicht vom Albersloher Weg auf die Feuerwache…

…in Zukunft diesem Bild:

In einer knappen Pressemitteilung machte die PSD-Bank Westfalen Lippe Anfang der Woche darauf aufmerksam, im kommenden Jahr mit dem zweiten Bauabschnitt des PSD-Bankhauses am Albersloher Weg beginnen zu wollen.
Ein Büro-Komplex, der sich auf dem Grund des jetzigen Aussenparkplatzes vor der Bank, entlang der Strasse bis an die angrenzenden Wohngebäude zieht.
Fünf Stockwerke einer glasdurchzogenen Fassade werden dabei ganz steril den Blick vom Albersloher Weg auf die alte Feuerwache verdecken.

Top Secret

Anfragen an die PSD-Bank baten in Ihrer Beantwortung um Verständnis zum derzeitigen Zeitpunkt keinerlei Auskünfte zum Projekt geben zu können.
Vom vermutlich ausführenden Architekturbüro Heupel, dass sich bereits mit der Ausführung des ersten Bauabschnittes rühmte – nicht einmal der Anstand einer Antwort.
Wofür dann die Pressemitteilung?

Wir fürchten um den Austausch des Ausblicks auf die historische Fassade einer alten münsterschen Institution, die zwischen 1928 und 1930 erbaut wurde und seinerzeit viele Leben rettete, auf einen sterilen Büroneubau.

Wolfgang Hölker, Verleger des in der alten Feuerwache ansässigen Coppenrath Verlags, sagte einst:
„Jedes Haus erzählt eine Geschichte und die darf man ihm nicht nehmen.“
So setzte er sich in der Vergangenheit mehrfach für den Denkmalschutz, nicht nur für die Restaurierung der alten Feuerwache, sondern auch weiterer Gebäude, ein und initiierte die Entwicklung des Kreativkais im Münsterschen Stadthafen mit Erhalt eines Teils der dortigen Architektur.

Nicht lebenswert

Ganz einfach schade wäre es, wenn das historische Stadtbild Münsters zugunsten immer mehr moderner und gesichtsloser Fassaden in den Hintergrund rücken würde.
Sehr oft wird die Lebenswertigkeit der Stadt Münster, festgestellt in einem acht Jahre alten Wettbewerb, hervorgehoben, doch ist die derzeitige Tendenz gegenläufig, wenn sie durch ein austauschbares Gesicht des 21. Jahrhunderts dargestellt wird.

Überrannt wird Münster derzeit von architektonisch glatten Schnellschüssen, die die fast 1220 Jahre alte Geschichte der Stadt in den Hintergrund verbannt. Alter Fischmarkt, Stubengasse, zahlreiche Carré’s in der Innenstadt, Hafencenter, Konversionsflächen – zählt Expansion und Moderne vor Stadtgeschichte?

Ich hoffe auf die Objektivität der Bürger und dass man sich zumindest im Zuge der Veränderung mit dem was kommen mag, kritisch auseinander setzt.
Münster muss keinem hippen Trend folgen und sein historisches Flair mit einem Gesicht aus Stahl und Glas maskieren, nur weil Marktforscher einen Standort als Topadresse ausweisen.
Es geht auch anders, wie andere Städte zeigen und bei Münsters alter Feuerwache wäre es ausserordentlich Schade, den Blick hierauf zu nehmen.
Und so nehme ich mir die Freiheit den Satz von Wolfgang Hölker etwaszu erweitern, in:
„Jedes Haus erzählt eine Geschichte und die sollte man nicht verdecken“.

Hier noch eine aktuelle Bilderserie der alten Feuerwache, wie man sie in Zukunft vielleicht nicht mehr sehen können wird:

Fischpopulation

Nicht nur die Freizeit- und Ultraschwimmer oder Triathleten tummelten sich in den letzten Wochen bei schönem Wetter in Münsters Hafenbecken, nein auch ganze Fischschwärme geniessen das leicht wärmere Wasser vor dem Kühlwasserauslass am Kopf des Hafenbeckens.



Leider auf den Bildern nicht erkennbar, aber wenn man vor Ort genau hinschaut, kann man Eingangs und vor Kopf des Hafenbeckens bei gutem Sonnenlicht größere Algenansammlungen erkennen, die bis wenige Zentimeter unter die Wasseroberfläche reichen.

Aber die Wasserqualität scheint nicht beeinträchtigt zu sein wie Labortests, auch vor den kürzlichen Marathon und Schwimmevents, zeigten.

So und wer sagt mir jetzt mal was das für Fische sind?

Hafenschlampen

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Diesen Appell veröffentlichten BLX Music, die ihr Büro auf der „B-Seite“ des Stadthafens I haben, heute auf Ihrer Facebook Seite. Wir schliessen uns diesem Appell an.

Respekt für die ruhige Ansprache von BLX Music, aber das Bild dass sich ihnen Tag für Tag auf der Südseite des Hafenbeckens vor ihrem Büro bietet, macht dem Spitznamen der Hafenseite, „Dirty Side“, alle Ehre.

Müll wohin das Auge schaut. Scherben, ohne Ende. Zerbrochene Flaschen und Gläser, Verpackungen, Folie, Servietten, Pizzakartons, Plastikflaschen, verlassene Grills, Toilettenpapier, Müllbeutel und Zigarettenkippen, jede Menge Essensreste und Fäkalien von Erbrochenem bis hin zu Undefiniertem, säumen fast die gesamte Hafenseite vom Hafenplatz bis zum Hafengrenzweg.

Na klar, der Sommer lädt ein draussen zu sitzen und zu feiern, Musik zu hören und zu klönen bis spät in die Nacht.
Da hat keiner was gegen und am Mittelhafen stört man sicherlich Abends damit auch die wenigsten,
aber Leute – lasst Ihr zuhause auch euren Müll liegen?
Macht das Spass auf so einer Müllhalde zu feiern?

 
 
 

 

BLX Music haben schon den Schritt nach vorn gemacht und haben Mülltüten aufgehängt,
in den Ihr euren Abfall entsorgen könnt.

Die Stadtwerke, denen das Gelände gehört, und die Stadt sollten sicherlich auch darüber nachdenken entsprechend Abfallbehälter aufzustellen.
Aber so wie die zahlreichen Utensilien den Weg zum Hafen gefunden haben, könnt Ihr sie genau so wieder mitnehmen.
Auf diese Weise erhaltet ihr euch die B-Seite bis zum Ausbau des Hafens noch so lange wie möglich, ärgert keine Anlieger und vermeidet auch, dass man sich beim Besuch des Hafens einen Plattfuss am Fahrrad, oder die Seuche beim Tritt in die Scherben holt.

Am Hafenplatz hat jemand einen Laternenpfahl zur Leergutstation deklariert.
Wenn Ihr Glas und Plastikflaschen nach dem feiern wenigstens gesammelt dort abstellt,  ist das doch schon mal ein Anfang.

Das alles gilt natürlich nicht nur für den Hafen. Aasee, Kanal, Promenade und sonstige Chill- und Grünflächen sind mit diesem Aufruf auch gemeint.

Viel Spaß noch beim feiern – keep Münster clean 😉

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