Bahnhofsneubau hat begonnen

Der Anfang vom Ende des alten Hauptbahnhofs in Münster.
Die Bagger sind angerückt und nun geht es der alten Fassade an der Bahnhofstraße an den Kragen.

Eine gefühlte Ewigkeit wartet man in Münster schon auf einen neuen Bahnhof und
lange schon fühlen sich Pendler, Reisende, Touristen, wie auch die Münsteranerinnen und Münsteraner nicht mehr „Herzlich Willkommen“, wenn man bei An- und Abreise
das 1958 fertiggestellte Gebäude betreten musste, oder einen Gast empfing.

Zum 1.12.2014 wurde nun der an der Bahnhofstraße gelegene innere Westtunnel gesperrt
(Aa bis Zoo berichtete)
 und mit ihm auch der kleinere, nördliche Zugang zum Bahnhof.
Nachdem bis Ende Juli die meisten Mieter aus den Ladenlokalen ausgezogen waren ging es, nach Verzögerungen, im inneren hinter den Kulissen mit vorbereitenden Arbeiten los.

Seit heute knabbern große Baugeräte und Bagger auch am Äußeren der Fassade.
Und so gab es kaum einen Passanten, der nicht kurz für einen Handy-Schnappschuss innehielt.
Ein Vierteljahr, also bis März 2015, sollen die Abrissarbeiten andauern.
Dazu wird im Januar 2015 dann auch der große Haupteingang geschlossen um die derzeit noch in Betrieb befindliche Empfangshalle rückbauen zu können.
Zugang zu den Gleisen ist dann ab dem 15. Januar 2015 nur noch auf der Rückseite an der Bremer Straße möglich, der über Wolbecker Straße oder Hamburger Tunnel führt.
Letzterer ist bereits für den ausschließlichen Rad- und Fußweg umgebaut worden und wird in den kommenden Tagen freigegeben.
Vom Fußgängerüberweg an der Post, bis zum Fußgängerübergang zur Windhorststraße wird ein Bauzaun das Baugebiet zur Bahnhofstraße hin abgrenzen
und den jetzigen Zaun -von Haupteingang bis zum Direktionsgebäude- ergänzen.

Auf viel Dreck und Lärm müssen sich Anwohner und Passanten Montags bis Freitags zwischen 8 und 20 Uhr einstellen.
Nacht- und Wochenendarbeiten sind aktuell nicht vorgesehen.
Der Baustellenverkehr bringt eine zusätzliche Belastung für die Gegend rund um den Bahnhof mit sich.
LKW für den Abtransport von Schutt warten in der Theißingstraße auf speziellen Plätzen auf Abruf, nutzen dann die Busspur auf der Von-Steuben- und Bahnhofstraße um über die Busspur auf das Baustellengelände zu gelangen.
Genau so gelangen sie zur Abfahrt über die Busspur dann wieder an der Ausfahrt auf die Bahnhofstraße in Richtung Eisenbahnstraße.
Es ist also auf diesen Straßen mit Beeinträchtigungen für PKW und Busverkehr zu rechnen.

Ende 2016 soll das neue Bahnhofsgebäude fertiggestellt und eingeweiht sein.
Von den derzeit geplanten Kosten in Höhe von 37 Millionen Euro trägt die Stadt Münster 5 Millionen Euro, den Rest die Bahn.
Für die Ostseite des Bahnhofs an der Bremer Straße, auf der bis zur Fertigstellung der neuen Empfangshalle das DB-Informations- und Reisezentrum, ein Bäcker, Imbiss, Zeitschriftenhandel und Toiletten in einem Containerturm an der ehemaligen Stelle der 2013 abgerissenen Gepäckabfertigung untergebracht sind, wird noch ein Wettbewerb den späteren Ausbau konkretisieren.
Fernbusse halten bereits seit letztem Monat aus Platzgründen an der Hafenstraße.

Münster von Aa bis Zoo bleibt beim Bahnhofsumbau am Ball und hält euch auf dem Laufenden.

Weiterführende Informationen zum Bahnhofsneubau in Münster:

Webseite der Stadt Münster zum Bahnhofsneubau
Informationen der Bahn zum Bahnhofsneubau

Neuer Gummibahnhof

Fern- und Reisebus Fahrgäste müssen ab morgen nicht mehr an der Rückseite des Bahnhofs auf ihren Bus warten.
Der angelaufene Bahnhofsneubau macht einen Umzug der Haltestelle zur Hafenstraße erforderlich.

Dafür wurden neue Haltestellen auf der vorhandenen Parkfläche vor dem Jugendinformations- und Bildungszentrum,  kurz Jib, geschaffen.
Ab dem 10. November 2014 befindet sich dann dort Münsters „Gummibahnhof„.

Der Begriff entstand Anfang der 60er Jahre.
Zu jener Zeit befand sich auf der Fläche des heutigen (Drogenmißbrauchs-)Parks
an der Bremer Straße, der Omnibusbahnhof für den Regionalverkehr.

Es war ein Begriff aus dem Volksmund, der aufgrund der gummibereiften Busse
und der Nähe zum Bahnhof entand.
Mitte der 80er Jahre verschwand der Gummibahnhof von dort. Der Busverkehr der Stadt- und Regionalbusse wurde ganz an die Bahnhofsstraße verlegt.
Reisebusse, die die Haltstellen und Busspuren an der Bahnhofstraße nicht nutzen durften,
sammelten ihre Fahrgäste bis heute direkt an der Rückseite des Bahnhofs auf.

Stark zunehmender Fernbusverkehr und die Umbaumaßnahmen für den Neubau des Bahnhofs,
die in diesem Jahr begannen, sorgten für sehr beengte Verhältnisse sowohl an den nur drei Haltestellen, als auch in der Bremer Straße.
Die Stadt entschied sich also kurzerhand, die Haltestellen auf den Parkplatz an der Ecke Hafenstraße / Frie-Vendt-Straße zu verlegen.
Der Platz befindet sich immer noch relativ in Bahnhofsnähe und bietet nun insgesamt 5 Haltestellen für den Fernbusverkehr, sowie zwei Unterstellmöglichkeiten.
Für Sitzgelegenheiten hat es aber offenbar immer noch nicht gereicht.

Weiterführende Links zum Thema:

– Pressemitteilung der Stadt „Neue Haltestelle für Fernbusse

– Karte mit Position der neuen Fernbus-Haltestelle:
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