Die Elektrobusse sind da

Nach der Präsentation des Projektes der Stadtwerke Münster im Februar 2014, sollten sie schon seit letztem Jahr rollen, doch Verzögerungen führten dazu, dass sie erst heute vorgestellt werden konnten – Münsters nagelneue Elektrobusse.
Die ersten, seit der Abschaffung der Oberleitungsbusse vor 47 Jahren. Pünktlich zum heutigen Launchevent, waren alle fünf Fahrzeuge, die sich demnächst auf Münsters Straßen bewegen, angeliefert.

Zero Emission Urban Bus Systems, kurz ZeEUS, nennt sich das EU-Projekt, unter Koordination des Internationalen Verbandes für öffentliches Verkehrswesen (UITP), dass ermöglicht demnächst geräuscharm und völlig ohne Ausstoss von CO2 mit dem Bus durch Münster zu fahren. Zu deutsch übersetzt sich der Name etwa in Nullemissions-Bussystem für Innenstädte. Es hat sich zur Aufgabe gemacht Einsatz und Entwicklung von Antriebssystemen von Elektrobussen in Europa zu fördern und im Anschluss mögliche Standards zu finden.
Münster ist neben London, Stockholm, Paris, Warschau oder Barcelona eine von elf europäischen Städten, in denen mit diesem Projekt innovative Elektrobusse mit unterschiedlichen Antriebs- und Ladesystemen getestet werden. Vier der fünf Busse für Münster sind hierüber gefördert.
Der allererste, bereits in Münster im Test befindliche, Elektrobus wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus dem Verbundprojekt SEB – Schnellladesysteme für Elektrobusse im ÖPNV finanziert. In beiden Projekten sind zahlreiche Projektpartner involviert, die an der Entwicklung von Bussen, Batterien, Ladetechnik und Antriebssystemen, sowie der Datenverarbeitung beteiligt sind.
Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) fördert mit einem Zuschuss den Bau der Haltestellen, da die herkömmlichen münsterschen Haltestellen der Wall AG hierfür nicht verwendet werden können. Insgesamt fliessen rund drei Millionen Euro Förderung für den Bau der Busse und der Ladestationen, sowie die Auswertung der Daten im Testbetrieb, nach Münster. Die Stadtwerke Münster selber investieren ebenfalls noch einmal 1,1 Millionen Euro, die aber ohnehin investiert worden wären, so Stadtwerke Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann.

Heute luden die Stadtwerke Münster also zur offiziellen Vorstellung der Busse auf den Betriebshof. Bei diesem großen Launchevent waren Vertreter aller Projektteams und Herstellerfirmen anwesend und stellten sich und ihren Projektanteil vor. Eine Probefahrt im Elektrobus fand im Anschluss statt, wie auch eine Demonstration des Schnelladevorgangs auf dem Betriebshof.
Oberbürgermeister Lewe zeigte sich begeistert von Technik und Umsetzung des Projektes und fand warme Worte für ein Fortstreben in diese Richtung.
Projektleiter für den Elektrobus, Werner Rohlfs vom Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen, war sichtlich Stolz über die Umsetzung seines Projektes, an dem er seit 2012 arbeitet, und wurde ebenso mit einem ausführlichen Applaus gefeiert. Ebenso sichtlich zufrieden zeigte sich EU-Projekt Direktor des UITP, Umberto Guida.

Auf der rund 12 Kilometer langen Strecke der Linie 14 pendeln in Münster dann zukünftig fünf Elektro- statt Dieselbusse, zwischen Maikottenweg und Zoo.
Vorerst werden die Elektrobusse auf Einzelfahrten zwischen die herkömmlichen Linienfahrten geschickt. Nach den Sommerferien soll es dann mit dem Dauerbetrieb losgehen, bei dem die Busse in ganzen Tagesschichten eingesetzt werden.
30 Fahrerinnen und Fahrer werden bei den Stadtwerken Münster für den Einsatz auf dem Elektrobus geschult.

Im Gegensatz zum Hybridbus, der seit 2012 bei den Stadtwerken Münster im Einsatz ist, haben die neuen Citea Electric Elektrobusse der Firma VDL keinen Verbrennungsmotor zum aufladen der Batterien unterwegs an Bord, sondern die Batterien werden an den Endhaltestellen im Schnelladeverfahren über das Dach mit Strom versorgt. Auf diese Weise spart man sich den Einbau und ständigen Transport von großen schweren und teuren Batterien, zugunsten von Gewichtsersparnis. Die Batterien finden dort Platz, wo früher einst der Dieselmotor saß. Vom Dach des Wartehäuschens setzt sich auf Knopfdruck des Fahrers vollautomatisch der Ladearm in Bewegung. Gefahr für Fahrgäste besteht aufgrund mehrfacher Sicherungssysteme nicht. So fliesst Strom wirklich erst, wenn der Bus vollständig und korrekt mit der Ladestation verbunden ist, so Eckhard Schläfke, Betriebsleiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Münster.
In gut 5-10 Minuten sollen dann die 86 Kilowattstunden fassenden Batterien (Hersteller beim SEB Bus: Hoppecke, bei den ZeEUS Bussen: Lithium Titanat Technologie von Microvast) wieder vollgeladen sein. Ein sehr hoher Ladestrom von 500 kW macht dies möglich. Ein Alleinstellungsmerksmal unter allen ZeEUS Projekten und nur möglich, weil den Stadtwerken Münster als lokaler Energieversorger ebenfalls das Mittelspannung-Stromnetz zur Verfügung steht. Die hierfür ausgeklügelte Technologie wurde vom ISEA Institut der RWTH Aachen entwickelt.
Bis zu drei Ladezyklen können aber im Notfall theoretisch ausgelassen werden, ohne dass dem Bus der Strom ausgeht.

12 Meter lang und 2,5 Meter breit sind die Citea Electric Niederflurbusse des niederländischen Herstellers VDL. Und sie unterscheiden sich kaum in Aussehen und gar nicht im hohen Komfort von den typgleichen Dieselbussen, die ebenfalls in Münster unterwegs sind. Aber sie sind mit 90% Wirkungsgrad wesentlich effizienter, leiser, vibrationsarm und sie belasten die Innenstadt nicht mit Abgasen. Die Schilder „Vergiftungsgefahr“ im Busdepot, könnten also bald der Vergangenheit angehören, scherzte man bei der Präsentation des Projekts.
11 Tonnen Leergewicht, 80 Plätze für Fahrgäste und ein maximales Gesamtgewicht von 19 Tonnen, sind die weiteren technischen Eckdaten. Die einzige Besonderheit, die manchem Fahrgast noch auffallen wird, ist dass die Elektrobusse mit einer Klingel ausgestattet sind, ähnlich den Innenstadtlinien, die auf dem Prinzipalmarkt fahren. Es ist wirklich erstaunlich, einen 12 Meter langen Bus, mit weit mehr als 10 Tonnen fast geräuschlos an einem vorbeifahren zu sehen.

Laden mit Ökostrom

Geladen werden die Busse an den Ladestationen mit grünem Strom, versprechen die Stadtwerke Münster. Im Busdepot wird beispielsweise mit Ökostrom direkt aus den Fotovoltaik Anlagen, die auf den Dächern von Werkstatt und Wagenhalle installiert sind, geladen. Hierzu steht auf dem Gelände zudem ein Energiespeicher zur Verfügung, der bis zu 112 kWh Sonnenenergie zwischenspeichert und zudem als Filter dient, um Spannungsspitzen durch die hohen Ladeströme abzufangen, um das Stromnetz zu schonen.

Die neuen Elektrobusse der Stadtwerke fügen sich somit hervorragend in das Klimakonzept der Stadt Münster ein. Zusammen mit dem derzeit in Arbeit befindlichen Radverkehrskonzept 2025 kann man nur hoffen, dass Münsters Innenstadt sich etwas von der Feinstaub- und Lärmbelastung erholt. Der Verzicht auf das Auto im Stadtverkehr macht Sinn und ist möglich. In den vergangenen Jahren haben die Stadtwerke Münster die Nutzung des ÖPNV mit zahlreichen Projekten stetig attraktiver gemacht. Sei es mit der Leezenbox, der Einführung des bargeldlosen E-Tickets, bis hin zu Faltrad-Abo, Fahrplan Apps und Abfahrtszeiten in Echtzeit. Mit dem 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster soll das Busangebot weiter optimiert werden. Eine dezentrale Ringbuslinie, die nicht mehr über den Bahnhof fährt, ist im Gespräch.

Fazit

Der Busverkehr in Münster ist und bleibt innovativ und attraktiv. Derzeit legen die Münsteranerinnen und Münsteraner 71% aller täglichen Wege im sogenannten Umweltverbund, also mit Bus und Bahn, Rad oder zu Fuß zurück. Das Auto ist unbeliebter Aussenseiter, stinkt und nimmt viel Platz weg. Es hat derzeit aber komischerweise immer noch Bevorzugung bei vielen verkehrsplanerischen Entscheidungen.
Das fahren mit dem Elektrobus macht Spaß. Es ist leise und sauber. Bald schon wird man sich dran gewöhnt haben. Aber leider ist es nur ein Projekt in Münster.
Erst ab 2016 wird der Elektrobus für ein Jahr eine vollständige Demonstrationslinie mit allen fünf Elektrobussen im Dauereinsatz darstellen. Was danach geschieht, ob es weitere Elektrobusse auf anderen Linien geben wird, das steht noch in den Sternen. Vom Kostenfaktor her, sind die Elektrobusse im Betrieb und Wartung jedenfalls rund 50% günstiger als die herkömmlichen Dieselbusse, verrieten uns Alex de Jong, Manager Public Transport bei VDL. Kein Motor, kein Getriebe, keine Betriebsstoffe wie Öl oder Diesel. Lediglich Anschaffung und Aufbau der Ladeinfrastruktur sind derzeit ein Kostenpunkt.
Sieht man aber die Gesamtbilanz und den Umweltfaktor, so auch Oberbürgermeister Lewe beim heutigen Launchevent, ist die Elektromobilität im ÖPNV zukunftsfähig.
Was auch dieses Werbevideo der Stadtwerke-Münster zeigt:

Weiterführende Links:

Blog der Stadtwerke Münster: Elektrobus auf leisen Sohlen unterwegs

Mit dem Elektrobus durch Münster

28 Jahre nach dem Ende der elektrischen O-Buslinien in Münster wird es noch in diesem Jahr im kommenden Jahr wieder einen Elektrobus in Münster geben.
Technisch allerdings auf dem modernsten Stand und nicht mehr mit Oberleitung, wie Busse seinerzeit vom 1. Oktober 1949 bis zum 25. Mai 1968 auf Münsters Strassen unterwegs waren.

Eckhard Schläefke & Dr. Andreas Hoffknecht bei der Präsentation des Projektes

Eckhard Schläefke & Dr. Andreas Hoffknecht bei der Präsentation des Projektes

Ihr neustes Projekt stellten Dr. Andreas Hoffknecht, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster und Eckhard Schläfke, Betriebsleiter der Stadtwerke Münster bei sonnigem Wetter auf auf dem eigenen Betriebshof vor.

Und das Wetter passte zur Präsentation, denn der Elektrobus, der in einem Testzyklus erstmalig ab Sommer die Strecke der Buslinie 14 bedienen soll, wird  zu 100% mit Ökostrom geladen, den die Stadtwerke mit Photovoltaik auf den Hallendächern des Betriebshofes und mit vielen weiteren Sonnen- und Windenenergieanlagen im Stadtgebiet gewinnen. Ab 2015 werden dann noch vier weitere E-Busse für diese Linie beschafft.

Umfangreiche Förderung

Das innovative Projekt Elektrobus in Münster finanzieren die Stadtwerke selbst durch den regulären Wechsel von Diesel- auf Elektrobus. Alte Technik wird im normalen Intervall also ausgemustert und durch die neue Technik ersetzt. Neue Arbeitsplätze entstehen ebenso durch den Einsatz der neuen Technologie am Standort der Stadtwerke.
Aber auch durch den Bau und Einsatz von Photovoltaikanlagen und Trafostationen, wie auch durch Hilfe von Fördergeldern wird das Projekt getragen.
So fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 550.000 Euro den allerersten hiesigen Elektrobus. Für die Umgestaltung der Haltestellen und Ladestationen schiesst der Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe weitere 340.000 Euro hinzu.

Für den weiteren Ausbau der Strecke mit vier weiteren E-Bussen ab 2015 hat Münster als eine von acht europäischen Städten den Zuschlag für Fördergelder in Höhe von 2,1 Millionen Euro aus dem europäischen Projekt ZeEUS (Zero Emission Urban Bus Systems) erhalten, das mit Partnern wie der Rheinisch-Westfaelischen Technischen Hochschule Aachen verwirklicht und vom Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen, UITP, kontrolliert wird.

Die Technik

Eingesetzt werden auf der Linie 14 sogenannte Solobusse des niederländischen Herstellers VDL Bus & Coach vom Typ Citea Electric.
12 Meter lang und Platz für 85 Fahrgäste bietet dieser Niederflurbus.
Relativ kleine Akkus mit 86 Kilowattstunden Kapazität versorgen die Bordsysteme und die Radnabenmotoren.
Letztere weisen mit 90% Wirkungsgrad eine hohe Effizienz aus.
Die kleinen Akkus sparen Gewicht, dass man so nicht während des Betriebs  durch die Gegend fahren muss. Ladestationen an den beiden Endhaltestellen und auf dem Betriebshof sorgen für die notwendige Energie unterwegs und den Start am Morgen.
Wartung für Motor und Getriebe entfallen, auch Öle und Filter hat ein E-Bus nicht.
Und auf 100 Kilometer umgerechnet ist der elektrische Bus dem Dieselkollegen um Preis um die Hälfte im Preis überlegen.

Trafostationen versorgen die eigens umgerüsteten Endhaltestellen mit Ladestrom, der über automatische Laderoboter zum zwischenladen am Dach angeschlossen wird.
Der Fahrgast bekommt von dem Ladeprozedere, im Bus und an der Haltestelle, in der Regel wenig mit.

Pro 5 Minuten Ladezeit kann der Akku sich mit 50 Kilowattstunden füllen.
In der Praxis wird aber langsamer geladen um eine längere Haltbarkeit der Akkus zu erreichen. Insbesondere Abends im Busdepot wird per Slow Charge schonend Strom getankt. Die Akkus sollen so 5-8 Jahre halten und müssen rechnerisch nur einmal im Leben eines Stadtwerke Busses ausgetauscht werden.
Die Endhaltezeiten von 11 Minuten am Maikottenweg und 25 Minuten am Allwetterzoo reichen aber allemal aus, den Akku auf der Strecke aufzuladen. Es ginge sogar auch, zwei bis drei Zyklen auf der nur zwölf Kilometer langen Strecke auszusetzen.
Auswertungen in der Testphase werden zeigen wie später im Regelbetrieb vorgegangen wird.

Zur passenden Zeit

Da die Linie 14 über den Bült führt, fügt sich die Linie 14 passend sowohl in den den neuen Luftreinhalteplan , als auch in den 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster passt das Elektrobus Konzept der Stadtwerke, die sich mit der Anschaffung von modernen Dieselbussen und Hybridbussen in der Vergangenheit immer schon vor den Umweltauflagen von Stadt, Bund und EU bewegten. Dazu gehören auch die zehn betriebseigenen Elektrofahrzeuge im Einsatz der Stadtwerke Münster.

Die bei der Presseveranstaltung präsentierten aktuellen und historischen Busmodelle zeigen deutlich, wie sich die Technik im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Münster bleibt mit der aktuellen Entwicklung weiter vorne mit dabei.

 

Aa bis Zoo bleibt am Ball und berichtet, wenn der Elektrobus im Sommer eingeführt wird und wie er sich im Betrieb macht.

Tag der Elektromobilität

Am gestrigen Sonntag  fand in Münster zum ersten Mal der von simply-driving organisierte
Tag der Elektromobilität im Münsterland“ statt.

Die Sonne war leider gar nicht erst erschienen, um die Aussteller auf dem Marktkauf Gelände an der Loddenheide zu begrüssen, aber es fanden sich doch einige Besucher ein, um sich über die verschiedenen zwei-, drei-, und vierrädrigen Antriebs- und Fahrzeugkonzepte zu informieren.

Zweck der Veranstaltung war es, bereits am Markt erhältliche und mit Strom betriebene Fahrzeuge von Händlern aus dem Münsterland zu präsentieren und über die neue Art der Fortbewegung zu informieren.
Auch über die Photovoltaik-Technologie, bis hin zur hauseigenen PV-Anlage oder Ladestation konnte man sich beraten lassen.
Denn gerade eine kombinierte Verwendung von Solaranlagen zur Lademöglichkeit von Elektrofahrzeugen macht besonders Sinn.

Neben elektrisch betriebenen Fahrrädern, wie sie schon heute immer mehr Einzug in den normalen Gebrauch in der Stadt finden, über Elektrodreiräder und Elektroroller zur umweltfreundlichen, bequemem und spaßigen Fortbewegung, bis hin zu elektrisch betriebenen Autos konnte man als Besucher alles ausprobieren.

Niemand wurde dabei als Benutzergruppe ausgeschlossen.
Vom Berufspendler für den umweltbewussten und günstigen Einsatz in der Stadt, über Senioren und Behinderte, die ein angetriebenes Fortbewegungsmittel zur Erleichterung des Lebensalltages brauchen, bis hin zu jungen Leuten, die ein spaßiges und flottes Antriebskonzept für die Freizeit suchen.
Die Firma Velo-Tec erläuterte auch den Unterschied zwischen E-Bike, Elektrofahrrad und Pedelec anhand der von Ihnen mitgebrachten Modelle.

   

Voll geländetaugliche Mountainbikes mit Batterieversorgung und elektrischer Antriebsunterstützung sind der neuste Clou auf dem Markt für Elektrofahrräder

 

Neben Ihnen kommen kleine Elektroscooter von Lyric Motion und Eneway zum Vorschein, die zusammenklappbar ideal mit in den Urlaub genommen werden können und auch im Alltag bequem längere Strecken überbrücken lassen.
Egal ob zwei oder drei Räder, mit Sitz oder ohne – für jeden war was dabei und nicht nur der normale Anwender war Zielgruppe, sondern auch Firmen waren angesprochen sich über neue elektrische Fortbewegungskonzept zu informieren.

 

So standen Fragen über Lademöglichkeit, Reichweite, Anschaffungs- und Wartungskosten im Vordergrund und konnten stets beantwortet werden.
Ob sich die Technik aber durchsetzt, wie lange die Batterien halten und was sie dann in der Zukunft kosten, stand auf  einem Blatt, dass auch von den Ausstellern nicht immer ohne weiteres beantwortet werden konnte.
Zu neu noch der Markt und nicht ganz einfach einzuschätzen.

Besonders interessant schienen bei den Besuchern die Elektroroller von emco und e-tropolis zu sein, die Ihre stinkenden Vorgänger mit Verbrennungsmotor ersetzen sollen.
Gerade für den Gebrauch in der Stadt, auf dem Weg zum Einkauf oder zur Arbeit, scheinen die Flitzer
jede Menge Interessenten zu finden.
Wartungsfreiheit und geringe Betriebskosten trösten über einen höheren Anschaffungspreis hinweg.

 

Herausnehmbare Akkus machen dabei auch die Verwendung im dicht bebauten Stadtgebiet möglich, wo nicht jeder Mensch eine Garage oder einen Hof mit Steckdose vorweisen kann. In diesem Fall ist die Batterie einfach mit in den Keller zu nehmen, wo sie dann geladen werden kann. Der lustige Nebeneffekt hierbei: Einfacher Diebstahlschutz.

In der größten Fahrzeugkategorie auf dem Tag der Elektromobilität im Münsterland, stellten einige Autohäuser Ihre Elektrofahrzuge vor und  luden zur Probefahrt.
Ob Autohaus Ausber mit dem Nissan Leaf, Rüschkamp mit dem Peugeot iOn (baugleich zu Citroën C-ZERO und Mitsubishi i-MiEV), und Chevrolet Volt (baugleich Opel Ampera), oder Beresa mit dem Smart electric drive.
Hier wurden schon tiefergründige Gespräche zwischen Interessenten und Ausstellern geführt,
denn eine Anschaffung ist kostspielig und will überlegt sein.

 
 

Die Konzepte sind allesamt durchdacht, die Fahrzeuge von Ihrer Anwendung bis hin zur Ausstattung stehen keinem
anderen Modell nach. Auch vom Konfort her müssen ier nirgendwo Abstriche gemacht werden.
Lediglich die Art des Antriebs ist noch neu und günstiger als bisherige Benzin oder Diesel-Alternativen.

Gerade bei heute steigende Kraftstoffpreise Münsterland scheint der Umstieg auf E-Antrieb lohnenswert.
Einzig der Chevrolet Volt, der baugleich mit dem Opel Ampera ist, setzt auf einen Benzinmotor als Reichweitenverlängerer. Rein elektrisch kann dieses Fahrzeug bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Macht die Batterie schlapp sorgt ein kleiner Benzinmotor dafür, als Generator zu fungieren und verlängert dann die Reichweite auf über 500 Kilometer.
Ein Vorteil den dieser „Elektro-Hybrider“ allen anderen Fahrzeugen vor Ort gegenüber hat, so aber nicht mehr rein emissionsfrei im Betrieb ist.
Die anderen Fahrzeuge bleiben bei der Reichweite unter 200 Kilometer, sind dabei aber rein von Batterie versorgt unnd an der normalen Steckdose binnen einer Nacht wieder geladen.

Ungewohnt leise und flotter als so manches kraftstoffbetriebene Fahrzeug fällt das elektrische Antriebskonzept auf.
Bei einer kleinen Spritztour im Smart electric drive trieb einem die Beschleunigung nach Tritt des Gas..äh..Elektropedals auf die Kick-down Stellung, das Grinsen ins Gesicht.

 

Voller Abruf des maximalen Antriebsmomentes für etwaige Gefahrensituationen. In der normalen Benutzung wird der Elektromotor mit weniger Leistung versorgt um sparsamer zu sein.
Neben der ruhigen Geräuschkulisse sind ansonsten nur noch die Instrumente ungewohnt, die einem den Verbrauch nicht mehr in Litern, sondern in Kilowattstunden anzeigen.

 

Der Drehzahlmesser ist durch eine Lade-/Entladeanzeige ersetzt und die Tankanzeige durch einen Batteriestandsanzeiger. Auf Angenehmlichkeiten muss man nicht verzichten – es gibt neben einem herkömmlichen Audiosystem beispielsweise auch eine herkömmliche Klimaanlage,  die durch eine zweite Batterie betrieben wird und sich bei Benutzung nicht auf die Reichweite auswirkt. Das Platzangebot im Inneren ist durch den E-Antrieb nicht eingeschränkt. Auch bei der Sicherheit gibt es keinerlei Abstriche.

Nicht nur für Münsters Umweltzone, sondern weit darüber hinaus, wäre es schön und wünschenswert, wenn solche Fahrzeuge in Zukunft, den Einzug in die Normalität fänden.

 

Der Tag der Elektromobilität im Münsterland war ein Anfang und eine interessante Veranstaltung.
Bleibt zu wünschen, dass sich bei zukünftigen Veranstaltungen dieser Art, neben weiteren Ausstellern auch die Stadt Münster und Energieanbieter dieser Veranstaltung anschliessen.