Mit dem Elektrobus durch Münster

28 Jahre nach dem Ende der elektrischen O-Buslinien in Münster wird es noch in diesem Jahr im kommenden Jahr wieder einen Elektrobus in Münster geben.
Technisch allerdings auf dem modernsten Stand und nicht mehr mit Oberleitung, wie Busse seinerzeit vom 1. Oktober 1949 bis zum 25. Mai 1968 auf Münsters Strassen unterwegs waren.

Eckhard Schläefke & Dr. Andreas Hoffknecht bei der Präsentation des Projektes

Eckhard Schläefke & Dr. Andreas Hoffknecht bei der Präsentation des Projektes

Ihr neustes Projekt stellten Dr. Andreas Hoffknecht, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster und Eckhard Schläfke, Betriebsleiter der Stadtwerke Münster bei sonnigem Wetter auf auf dem eigenen Betriebshof vor.

Und das Wetter passte zur Präsentation, denn der Elektrobus, der in einem Testzyklus erstmalig ab Sommer die Strecke der Buslinie 14 bedienen soll, wird  zu 100% mit Ökostrom geladen, den die Stadtwerke mit Photovoltaik auf den Hallendächern des Betriebshofes und mit vielen weiteren Sonnen- und Windenenergieanlagen im Stadtgebiet gewinnen. Ab 2015 werden dann noch vier weitere E-Busse für diese Linie beschafft.

Umfangreiche Förderung

Das innovative Projekt Elektrobus in Münster finanzieren die Stadtwerke selbst durch den regulären Wechsel von Diesel- auf Elektrobus. Alte Technik wird im normalen Intervall also ausgemustert und durch die neue Technik ersetzt. Neue Arbeitsplätze entstehen ebenso durch den Einsatz der neuen Technologie am Standort der Stadtwerke.
Aber auch durch den Bau und Einsatz von Photovoltaikanlagen und Trafostationen, wie auch durch Hilfe von Fördergeldern wird das Projekt getragen.
So fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 550.000 Euro den allerersten hiesigen Elektrobus. Für die Umgestaltung der Haltestellen und Ladestationen schiesst der Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe weitere 340.000 Euro hinzu.

Für den weiteren Ausbau der Strecke mit vier weiteren E-Bussen ab 2015 hat Münster als eine von acht europäischen Städten den Zuschlag für Fördergelder in Höhe von 2,1 Millionen Euro aus dem europäischen Projekt ZeEUS (Zero Emission Urban Bus Systems) erhalten, das mit Partnern wie der Rheinisch-Westfaelischen Technischen Hochschule Aachen verwirklicht und vom Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen, UITP, kontrolliert wird.

Die Technik

Eingesetzt werden auf der Linie 14 sogenannte Solobusse des niederländischen Herstellers VDL Bus & Coach vom Typ Citea Electric.
12 Meter lang und Platz für 85 Fahrgäste bietet dieser Niederflurbus.
Relativ kleine Akkus mit 86 Kilowattstunden Kapazität versorgen die Bordsysteme und die Radnabenmotoren.
Letztere weisen mit 90% Wirkungsgrad eine hohe Effizienz aus.
Die kleinen Akkus sparen Gewicht, dass man so nicht während des Betriebs  durch die Gegend fahren muss. Ladestationen an den beiden Endhaltestellen und auf dem Betriebshof sorgen für die notwendige Energie unterwegs und den Start am Morgen.
Wartung für Motor und Getriebe entfallen, auch Öle und Filter hat ein E-Bus nicht.
Und auf 100 Kilometer umgerechnet ist der elektrische Bus dem Dieselkollegen um Preis um die Hälfte im Preis überlegen.

Trafostationen versorgen die eigens umgerüsteten Endhaltestellen mit Ladestrom, der über automatische Laderoboter zum zwischenladen am Dach angeschlossen wird.
Der Fahrgast bekommt von dem Ladeprozedere, im Bus und an der Haltestelle, in der Regel wenig mit.

Pro 5 Minuten Ladezeit kann der Akku sich mit 50 Kilowattstunden füllen.
In der Praxis wird aber langsamer geladen um eine längere Haltbarkeit der Akkus zu erreichen. Insbesondere Abends im Busdepot wird per Slow Charge schonend Strom getankt. Die Akkus sollen so 5-8 Jahre halten und müssen rechnerisch nur einmal im Leben eines Stadtwerke Busses ausgetauscht werden.
Die Endhaltezeiten von 11 Minuten am Maikottenweg und 25 Minuten am Allwetterzoo reichen aber allemal aus, den Akku auf der Strecke aufzuladen. Es ginge sogar auch, zwei bis drei Zyklen auf der nur zwölf Kilometer langen Strecke auszusetzen.
Auswertungen in der Testphase werden zeigen wie später im Regelbetrieb vorgegangen wird.

Zur passenden Zeit

Da die Linie 14 über den Bült führt, fügt sich die Linie 14 passend sowohl in den den neuen Luftreinhalteplan , als auch in den 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster passt das Elektrobus Konzept der Stadtwerke, die sich mit der Anschaffung von modernen Dieselbussen und Hybridbussen in der Vergangenheit immer schon vor den Umweltauflagen von Stadt, Bund und EU bewegten. Dazu gehören auch die zehn betriebseigenen Elektrofahrzeuge im Einsatz der Stadtwerke Münster.

Die bei der Presseveranstaltung präsentierten aktuellen und historischen Busmodelle zeigen deutlich, wie sich die Technik im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Münster bleibt mit der aktuellen Entwicklung weiter vorne mit dabei.

 

Aa bis Zoo bleibt am Ball und berichtet, wenn der Elektrobus im Sommer eingeführt wird und wie er sich im Betrieb macht.

Das eTicket kommt

Ab August starten die Stadtwerke-Münster die Testphase für das (((eTicket, dem elektronischen Fahrschein für den Busverkehr in Münster.

Das buchen eines Tickets auf dem Handy, am Automaten, oder die Suche nach einer Vorverkaufsstelle entfallen dann für die Nutzer.
Auch brauch man keine Angst mehr vor Kleingeldzählerei beim Fahrer zu haben.
Denkbare Zahlungsmöglichkeiten beim eTicket könnten, ähnlich wie beim Handyticket, Lastschrift- oder Prepaidverfahren sein.
Hierzu gab es noch keine offizielle Ankündigung.

Mit der (((eTicket Chipkarte im Checkkartenformat, die offenbar mit der PlusCard kombiniert wird, kann der Kunde dann direkt im Bus ohne warten und langer Suche im Tarifdschungel, seine Fahrt lösen. Einfach ans Terminal halten, buchen, hinsetzen.
Der Fahrer kann sich auf seine Hauptaufgabe, die Fahrgastbeförderung, konzentrieren. Verspätungen durch Ticketverkauf beim Fahrer werden weiter minimiert.

Bild: (c) Stadtwerke Münster

Bild: (c) Stadtwerke Münster

Dabei währt sich der Kunde immer auf der sicheren Seite, denn es soll automatisch der günstigste Tarif gewählt werden.

Wie das genau ausschaut, wurde noch nicht klar. Denkbar ist die Möglichkeit nach monatlicher Auswertung die Fahrten tarifoptimiert abzurechnen.
Beispielsweise bei mehr als vier Fahrten ein 4er-Tarif, bei bei mehr als zehn Fahrten ein Zehnertarif oder bei Fahrten, die die Kosten eines Monatstickets überschreiten, automatisch jenes zu berechnen. Details werden abzuwarten sein.

Das durch den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe mit 1,4 Millionen Euro geförderte Projekt soll auch Vorbildfunktion für den ÖPNV über Münster hinaus werden.
Die rund 250 (((eTicket Terminals für alleine fast 400.000 Euro werden von der Systemtechnik GmbH aus Sömmerda geliefert, montiert und in Betrieb genommen, sowie die Bedienung geschult.
Ein Datenbanksystem daß die Daten der eTicket Terminals verschlüsselt überträgt und bearbeitet sowie für die Abrechnung bereitstellt, läuft im Hintergrund.

Noch bis zum 7. Juli können sich eingeladene Stadtwerke-Münster PlusCard Kunden registrieren.
Rund 1000 Kunden werden dann ausgelost und bekommen daraufhin das Paket mit Ihrer (((eTicket Chipkarte und weiteren Informationen zugesandt.

Dann heisst es einen Monat lang Testfahrer spielen und den Service im Ernstfall zu testen.
Wer im Anschluss den Dienst bewertet und den Testbericht ausfüllt, darf als Dank einen weiteren Monat gratis Bus fahren.

Sollten keine größeren Probleme auftreten und kleine Kinderkrankheiten ausgemerzt sein, wird das eTicket dann bald für die Allgemeinheit zugänglich gemacht.
Bis Herbst könnte nach der Testphase der Startschuss für die offizielle Einführung des eTicket in Münster fallen.
Warten wir es ab.

ÖPNV 2.0

Am 9. Januar 2012 bekommen die neuen Busfahrpläne im Stadtgebiet Münster Gültigkeit.

Pünktlich zu Beginn warten die Stadtwerke Münster mit zwei zusätzlichen, kostenlosen Serviceleistungen auf.

– Fast alle Haltestellen im Stadtgebiet sind bei der Fahrplanumstellung mit QR-Codes ausgerüstet worden, mit Hilfe derer man, unter Zuhilfenahme eines aktuellen Smartphones mit entsprechender Software, die aktuellen Echtzeit-Ab- und Anfahrtszeiten im Internet abrufen kann. So ein Code sieht dann ungefähr so aus:

Somit ist ein Haltestellenmonitor immer mobil abrufbar, schon bereits bevor man überhaupt an der entsprechenden Haltestelle ist, denn eine Haltestellensuche ist in der Webapp integriert.

– Zum anderen stellen die Stadtwerke für die beiden meist verbreitetsten Handybetriebsysteme, iOS und Android, kostenlose Apps zur Verfügung, mit denen man eine Verbindungsabfrage stets mobil dabei hat.

Doch es gibt auch Apps anderer Anbieter, mit denen man sich Busverbindungen und Haltestellenmonitore ansehen kann.

Hier einmal 5 Apps, die ich für das iOS Betriebssystem verglichen habe:

Fahrplan Info (Appealing Apps, €0,79)

Fahrplan Info ist eine kostenpflichtige App, die von einem Drittanbieter erstellt wurde.
Sie bietet Haltestellensuche, Verbindungssuche, Umgebungssuche mit Liste und Karte, Favoriten.

Vorteile: Unabhängig, bundesweit nutzbar für Bus- und europaweit nutzbar für Zugverbindungen
Nachteile: kostenpflichtig, Ist von Anbindung an die Datenbanken abhängig (störanfällig) , kein Haltestellenmonitor, keine Echtzeitsanzeige

moFahr RVM (RVM, kostenlos)

Die moFahr App der RVM ist vom Labor für Software Engineering der Fachhochschule Münster entwickelt worden.
Sie bietet neben Favoriten und Verbindungssuche für Bus und Bahnverbindungen in Deutschland, sowie integrierter Haltestellensuche auch einen Haltestellenmonitor, mit Pünktlichkeitsanzeige.

Vorteile: Pünktlichkeitsanzeige, Haltestellenmonitor, erweiterte Einstellmöglichkeit bei Verbindungssuche, kostenlos
Nachteile: keine Umgebungskarte, keine lokalen Störungungsmeldungen

Handyticket App (VDV, kostenlos)

Die Handyticket App wurd unter anderem von Hansecom entworfen.
Der eigentliche Anwendungszweck ist die elektronische Buchung und Verwendung von Fahrscheinen.
24 Nahverkehrsanbieter aus 14 Verkehrsverbünden/Regionen nehmen an diesem Gemeinschaftsprojekt teil.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat die Koordination übernommen.
Neben der Hauptfunktionalität bietet die App aber auch noch die Funktion der Fahrplanauskunft und einen Haltestellenmonitor, mit Abfahrtsanzeige in Minuten.

Vorteile: kostenlos, Haltestellemonitor
Nachteile: Eingangskonfiguration umständlich, Fahrplan nicht Hauptanwendungszweck der App, keine Umgebungskarte, keine Zugverbindungen

DB Navigator App (Deutsche Bahn, kostenlos)

Die DB Navigator App ist von der Bahn hauptsächlich für die Verbindungsauskunft von Bahnverbindungen entwickelt worden. Ebenso enthalten sind aber auch anschliessende Nahverkehrsmittel, wie Busse.

Vorteile: Standortanzeige mit Richtungsanzeige und Entfernung zur nächsten Haltestelle, Favoriten, Streckenplan der Busverbindung mit An-/Abfahrtszeiten, Augmented Reality – Visuelle Darstellung der Haltestellen im Livebild der Kamera, Anzeige der Strecke auf der Karte mit markierten Haltepunkten
Nachteile: Anderer Hauptanwendungszweck, sehr komplexe App – Bedarf an Einarbeitungszeit.

Stadtwerke Münster Fahrplan App (Stadtwerke Münster, kostenlos)


Die Fahrplan Münster App, entwickelt von Mentz Datenverarbeitung GmbH, ist eine reine Fahrplan App, die neben den Fahrplänen für das Stadtgebiet Münster auch den Fernverkehr der Deutschen Bahn anzeigt. Sie zielt auf einfache und schnelle Bedienung

Vorteile: Fahrpreisanzeige, einfache Anwendung, Echtzeit-Infos über aktuelle Störungen und Verspätungen, Umgebungskarte, Favoriten
Nachteile: kein QR-Code Scanner zur Kombination mit den oben angesprochenen QR-Codes an den Haltestellen

Fazit:

Alle Apps haben mehr oder weniger den gleichen Umfang. Drittanbieter Apps haben den Nachteil immer hinter den Datenbankenanbindungen herrennen zu müssen. Bei Änderungen kann der Dienst gut mal ein paar Wochen ausfallen, wie zuletzt bei der Fahrplan Info App.
Über-Apps mit einem sehr hohem Funktionsumfang, wie die App der Bahn, sind nicht einfach zu bedienen und gebrauchen gewisse Einarbeitungszeit. Wenn man schnell eine Auskunft braucht, sind die vielen Bedien- und Auskunftsmöglichkeiten eher hinderlich.
Für Münster ist die Fahrplan App der Stadtwerke nicht nur einfach und schnell zu bedienen, sie überholt die moFahr App auch noch mit dem Punkt der Hinweismöglichkeit von lokalen Störungen im Verkehrsablauf und der Umgebungskarte.
So kann man bei Verspätungen von Linien schon im Vorfeld umplanen und sich den Weg zur Haltestelle sparen.
Neu-Münsteranern und Ortsunkundigen ist die Karte zur Orientierung eine Hilfe.
Eine Kombination mit der Handyticket App zur digitalen Nutzung von Fahrkarten wäre natürlich wünschenswert.
Auch wäre eine lokale Entwicklung, wie bei der moFahr app erfreulich gewesen und hätte die Fachhochschule Münster unterstützt.
Wem letztendlich welche App am besten gefällt, muss man selber herausfinden.
Die Fahrplan MS App der Stadtwerke ist für Münster sicher eine Bereicherung und ein weiterer Ausbau der Serviceleistungen der Stadtwerke Münster.

The Days After

Na, gut durch die Feiertage gekommen?

Wohl dem, der nicht groß darauf angewiesen war das Haus zu verlassen und lange Wege zu Fuß, mit dem Rad, Auto oder Öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu überbrücken.
Es war, kurz gesagt, nicht ohne weiteres möglich.

Der Busverkehr lief aufgrund der Feiertage und des schleppenden Winterdienstes bei der Wetterlage nur nach Notfahrplan.
Einen halben Tag lang musste sogar die Hammer Straße komplett gesperrt werden, um räumen zu können.
Ein Stromausfall im Stromnetz der Bahn schränkte an Heilig Abend im Großraum Münster den Bahnverkehr ein.
Glätte durch Eisdecken und Schneemassen behinderten den Auto- und somit auch den Rad- und Fußverkehr.
Der mittlerweile Rund-um-die-Uhr Winterdienst wurde durch Subunternehmer und Freiwillige unterstützt, konnte aber die Säumnisse der vergangenen Tage nicht mehr aufholen.

Die Feuerwehr hatte genug zu tun, um unter der Schneelast zu brechen drohende Bäume zu fällen, oder Wohnungsbrände zu löschen.
Kraftstoff wurde mancher Orts knapp, da auf Autobahnen ein Fahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen verhängt wurde und der Nachschub erschwert war.

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Das war also dieses Jahrhundert-Weihnachten, von dem Oberbürgermeister Lewe gesprochen hatte.
In der Tat. Die Lokalmedien liessen verlauten, dass es sich bei diesem Schneefall um den stärksten seit 1938 handelte.

Aber im Großen Ganzen sind wir gut davon gekommen.
Die Wetterlage hat sich mittlerweile etwas entspannt und die Leute scheinen sogar so sorglos zu sein, dass sie nicht einmal die teils meterlangen Eiszapfen vor dem eigenen Fenster beseitigen, wie Blogkollege Jan Peter drüben im WGblog zeigt.

Habt Ihr auch was spannendes erlebt, oder konntet Ihr den Wetterkapriolen in den eigenen vier Wänden trotzen?