Mit der Geduld am Ende

In einem offenen Brief wenden sich die Anwohner vom Servatiiplatz an den Rat der Stadt Münster,
um ihrem Frust über das dort seit dem 12. November 2011 ansässige Occupy Camp Münster Luft zu machen.

Gemeinsam verfassten die Firmen Wilke Hörakustik, Drahtesel Fahrräder, Anabella Brautmoden, Mönig Juwelier, Homann Immobilien, sowie die Anwaltskanzlei Putzo, Kampmann, Früh ein Schreiben, in dem sie eine unverzügliche Räumung des Servatiiplatzes fordern.
Sie bemängeln ebenfalls die fehlende Rückmeldung auf die seit Dezember andauernden Beschwerden und Gesprächsanfragen an Verwaltung, Politik, Polizei und Ordnungsamt, ihrerseits.
Von einem Versuch eines konstruktiven und klärenden Gesprächs mit der Occupy Gruppe ist nichts zu lesen.

Ihrer Meinung nach ist nach neun Monaten des Camps deren ursprüngliche Absicht nicht mehr erkennbar.
Auch liesse sich ein Bezug des Protestes zum Servatiiplatz nicht herstellen, so die Camp-Gegner. Es fehle einfach an Banken und Regierungsstellen. Dabei arbeiten die Besetzer neben den öffentlichen Versammlungen auch im Hintergrund. Es entstand eine eigene Redaktion und der „Westfälische Okkupierer„, eine eigene Printzeitung, entstand.

Trotz eingeräumter Verbesserung der Lage und einer deutlichen Verkleinerung des Camps in den letzten Tagen, die wohl auch von einem Aufschrei in der Presse herrührte, fühlen sich die Beschwerdeführer in Ihrer Geschäftsfähigkeit eingeschränkt, denn sie sehen die freie Sicht und den „Passantenstrom“ von der Stadt in Richtung Ihres Standortes, behindert.

Occupy Camp Dezember 2011 im Sturm, mit vom Wind verwehten Zelten (c) Münster-Tagebuch Deutlich verkleinertes Occupy Camp im Sommer 2012 Bild (c) Occupy Münster

Zweifels ohne ist die Stadt an dieser anhaltenden Lage mit Schuld, denn sie versprach bereits vor einem Vierteljahr dem Occupy Camp einen neuen Platz zu suchen und diesen allen Bürgern als „Speakers Corner“ zur Verfügung zu stellen.
Doch seither passierte nichts. Der Ältestenrat tagte, vertage und jetzt befindet sich der Stadtrat in der Sommerpause.

Bis zum Herbst kann sich eine Platzfindung und Entscheidung noch hinziehen, die dann von einem politischen Gremium gefällt wird.
Bis dahin sind auch dem Occupy Camp in Münster die Hände gebunden.

So lange wollen allerdings die Anlieger des Servatiiplatzes nicht warten.
Sie fügten ihrem Schreiben gleich zwei Vorschläge für einen neuen Standort des Camps hinzu und beteuerten abermals Ihre Antipathie zu einem Standort vor Ihren Türen.

Der ganze offene Brief der Geschäftsleute:

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