Ladies and Gentlemen, stop your engines!

Zwei Monate später als geplant, ging diese Woche Münsters erste „Motor-Stopp-Ampel“ in Betrieb.

MotorAUS

Bei diesem Versuchsprojekt werden die Autofahrer, an der Ampel der Kreuzung Grevener Straße und Steinfurter Straße, bei rotem Signal gebeten während der Wartephase den Motor abzustellen.
Man erhofft sich so, den Lärm- und Schadstoffpegel niedrig zu halten.

Fährt man nun bei rot auf der Grevener Straße an die Kreuzung zur Steinfurter Straße heran, so leuchtet links und rechts an den Ampelmasten je eine digitale Anzeige mit den Worten „Motor AUS“.
Circa 5 Sekunden vor umschalten zur Grünphase erlischt die Anzeige und signalisiert den wartenden Verkehrsteilnehmern so, sich wieder für die Weiterfahrt fertig zu machen, den Motor zu starten und den Gang einzulegen.

Bei einer kurzen Sichtung heute, fiel es den Autofahrerinnen und Fahrern offenbar schwer sich nach dieser Empfehlung zu richten.
Ob simple Bequemlichkeit, oder die kalte und regnerische Witterung schuld war, ist nicht ersichtlich gewesen. Der eine oder andere hielt sich aber wirklich an die Anweisung auf der Anzeige und schaltete den Motor ab. Aber nicht jeder machte sich startklar, als die Anzeige wieder erlosch. Desöfteren war zu sehen, dass der Motor erst eingeschaltet wurde, wenn die Ampel auf grün sprang.
So eine Tendenz wäre zwar positiv in Richtung Schadstoffausstoss, aber wiederum kontraproduktiv für einen flüssigen Verkehrsfluss.
Bei manch älterem Fahrzeug erlöschen zudem Blinker und Abblendlicht beim Motor-Stopp an der Ampel und auch die Lüftung und Heizung laufen manchmal nur, wenn nach dem Motor-Stopp die Zündung wieder auf Stufe zwei gedreht wird. Das sollte bei einem kurzen Stopp an der Ampel zwar kein Problem sein, aber der Mensch ist bequem und zudem ein Gewohnheitstier.


Moderne Fahrzeuge haben es da wesentlich besser.
Sie sind bereits mit einer Start-Stopp Automatik versehen, bei der der Motor im Stillstand ohne eingelegten Gang automatisch abschaltet.
Hiervon sind bei diesen Fahrzeugen auch nicht die Verbraucher, wie Licht, Radio, Lüftung und Heizung betroffen.
Wird ein Gang eingelegt, startet der Motor zudem automatisch wieder, ohne den Zündschlüssel bedienen zu müssen. Aber diese Fahrzeuge benötigen eben keine Motor-Stopp Ampel, wie sie jetzt in Münster ausprobiert wird. Immer mehr im kommen ist auch die Hybridtechnologie, in Kombination mit der Start-Stopp Technik. Beim anfahren unterstützt ein emmisionsfreier Elektromotor um die Umwelt zu schonen und den Benzinverbrauch zu drücken.

Ich wage zudem zu bezweifeln, dass ein Testaufbau an einer einzigen Ampel in Münster, und zudem nur in einer Fahrrichtung, Sinn macht.
Eine heutige Beobachtung zeigte, dass man sich zwar an der einen Ampel an die Motor-Stopp Empfehlung hält, jedoch an der nächsten Ampel wieder mit laufendem Motor verweilt.
Daher müssten meiner Meinung nach für einen aussagekräftigen Versuch mit Lerneffekt, mehrere Ampel in Reihenfolge mit Motor-Stopp Anzeigen ausgestattet werden.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wäre jedem Fahrer und jeder Fahrerin eines motorisierten Fahrzeugs bewusst, dass sich das Ausschalten des Motors bereits nach sehr kurzer Zeit für Umwelt und Geldbeutel rentiert, so wären Motor-Stopp Ampeln gänzlich überflüssig. Hier sind verstärkt Verkehrserziehung und Fahrschulen gefragt.
Die Auswertung des Versuchs wird zeigen, was es in Münster bringt. Man darf gespannt sein.

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