Hybridpower

Elektrisch betriebene Fahrräder und sogar Fahrradtaxis, E-Roller und Scooter, Elektro-Autos, ja und sogar ein elektrisch angetriebenes Boot Solaaris haben wir in Münster. Was fehlt da noch groß, mag man sich da fragen?
Sie hätten so gut auch auf den 1. Tag der Elektromobilität gepasst, doch leider sind sie erst seit heute offiziell im Betrieb – Die beiden nagelneuen Hybridbusse der Stadtwerke Münster.

 

Zwei „Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid“ Busse, die sich äusserlich kaum von Ihren Dieselkollegen unterscheiden, versehen ab sofort und erst einmal bis Ende September ausschliesslich Ihren Dienst
als Linie 11 im Stadtverkehr.
Sie runden nicht nur das Angebot an umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln in Münster ab, sondern auch das Prinzip der Nachhaltigkeit, auf dem die gesamte Unternehmenspolitik der Stadtwerke aufbaut.

Die Linie 11 an Ihrer Endhaltestelle

Hightech

„Elektrisch, abgasfrei und fast geräuschlos, auf bis zu 10 km langen Innenstadtstrecken“, verspricht der Hersteller Mercedes Benz.
Um zu verstehen, wie das funktionieren soll, muss man das neue Antriebskonzept erst einmal ansehen.
Was von aussen herkömmlich ausschaut, ist unter der Haube doch ganz anders.

Eine 350 Kilo schwere und damit eine der derzeit größten mobilen Lithium-Ionen Batterien, dient auf dem Dach als Energiespeicher und versorgt neben den Zusatzaggregaten an Bord, die vier wassergekühlten, stufenlosen Elektromotoren an den hinteren beiden Achsen mit Strom.
Mit einer Antriebsdauerleistung von 240 kW (kurzzeitig maximal 320 kW) bewegen sie den 23 Tonnen schweren Bus auf Alufelgen durch die Straßen Münsters.

Einer der vier Elektro-Nabenmotoren als Antrieb

Das entfallen der mechanischen Antriebsstränge und Getriebe sorgt damit für Gewichtsreduktion. Auch sind im Vergleich zum rein dieselgetriebenen Bus nun zwei statt einer Achse mit Antrieb versehen, was nicht nur im Winter zu einer besseren Strassenlage führt.

Wird der Strom der Batterie knapp, schaltet sich automatisch ein kleiner Dieselmotor im Heck zu, der im optimalen Wirkungsbereich lediglich einen Generator zur Stromproduktion antreibt. Dieser liefert bei niedriger Batteriekapazität entweder Strom zum Antrieb der Elektomotoren, oder zur Ladung der Batterien. Durch diese kombinierte, also hybride, Verwendung reduziert sich der Verbrauch um ca. 30%.

Der neue Hybridbus im Alltag an der Haltestelle

Aus dem ehemaligen, rund 1000 Kilo schweren 12 Liter Dieselaggregat, wurde so ein nur halb so schwerer 4,8 Liter Dieselmotor, der auch in der Mercedes S-Klasse seinen Dienst tut, hier im Bus aber untergeordnete Rolle spielt.
Die Elektromotoren können durch Rekuperation, also Energierückgewinnung, zum bremsen verwendet werden. Sie agieren dann quasi als Generatoren, bremsen den Bus ab und liefern gleichzeitig Strom für die Batterie.
Bildschirme im Fahrgastraum informieren neben der Haltestellenanzeige über den aktuellen Betriebszustand des Busses.

Im stehenden Batteriebetrieb - Keine EmissionBei der Fahrt - Dieselmotor produziert Strom für Batterie & Antrieb
Bei der Fahrt - Dieselmotor & Elektromotoren produzieren Strom Bei der Fahrt - Dieselmotor aus, Elektromotoren liefern Strom beim bremsen. Keine Emission.

Der Fahrer als Einflußfaktor

Während für den Fahrgast alles beim alten blieb, kann der Fahrer heute nicht mehr einfach so einsteigen und losfahren wie früher.
Heute muss der Bus wie ein Computer „hochgefahren“ werden. Dieses ausgeklügelte Computersystem überwacht ständig alle Systeme und die Kommunikation untereinander.
Derzeit werden rund zwölf Fahrer der Stadtwerke Münster zum Betrieb dieser neuen Busse geschult.
Sie müssen sich zuerst mit den neuen Systemen vertraut machen und darauf achten die Systeme möglichst effizient einzusetzen.
Bildschirme liefern dem Fahrgast infos über den Antriebszustand des Busses Der Fahrgastraum unterscheidet sich kaum von Dieselbussen

Im Innenstadtverkehr sollen sie möglichst nur auf den rein elektrischen Antrieb setzen und den unterstützenden Diesel verzichten.
So kommen die Vorteile der Emissionsfreiheit und der wesentlich niedrigeren Geräuschkulisse der Hybridbusse
gerade im hochbelasteten Innenstadtbereich voll zur Geltung.
Sie haben auch Kontrolle über den Einsatz der Elektromotoren als Bremse, um mit der gewonnenen Energie die Reichweite zu vergrößern.

Schon nach einem Tag auf Münsters Straße zeigt sich eine positive Resonanz bei den Münsteranern. Gerade die Vorteile „leiser Antrieb“ und „niedriger Schadstoffausstoß“ im Innenstadtberiech lassen sie jetzt schon nach weiteren umweltfreundlichen Bussen rufen.

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Nächster Halt 2014

Weitere emissionsfreie Busse werden kommen.
Für das Frühjahr 2014 2015 ist der erste, vollwertige Elektrobus angekündigt.
Dieses Projekt wird aus dem Fördertopf „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität“ des Bundes, mit über einer halben Million Euro gefördert, der Bus in den Niederlanden gebaut, so die Meldung der Stadtwerke.

Durch diese stetigen Verbesserungen im Umweltschutz sollte sich Münster wieder einmal als Bundeshauptstadt im Klimaschutz bewerben. Der letzte Preis ist schon sechs Jahre alt und in der letzten Zeit hat sich ja doch einiges getan. Durch vorantreiben der Energiewende, Gewinnung von immer mehr regenerativer Energie, Ausbau des umweltfreundlichen und elektrischen Peronennahverkehrs, haben die Stadtwerke in Münster wesentlich dazu beigetragen.

Jetzt müssen die Münsteranerinnen und Münsteraner nur noch mitziehen.
Münster von Aa bis Zoo hat schon angefangen. Jetzt fehlen nur noch Du, Du und Du 😉

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2 Responses to Hybridpower

  1. Pingback: Die Elektrobusse sind da - Münster - von "Aa bis Zoo"

  2. jp says:

    Guter Artikel!

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