Jahrhundert-Unwetter in Münster

Bei Gewittern und Starkregenfällen in und um Münster fielen am 28.7.2014 in 12 Stunden bis zu 200 Liter Regen auf den Quadratmeter.
Damit wurde der bisherige Rekord von 1983 eingestellt.
Zahlreiche Überflutungen führten zu großen Schäden im gesamten Stadtgebiet.
Viele Keller liefen voll und Straßen wurden überschwemmt.
Zwei Menschen kamen ums Leben.

Wir verzichten auf Bilder und versuchen in unseren Sozialen Netzwerken auf Facebook und auf Twitter auf dem Laufenden zu halten.

Weiterführende Links:

Münster von Aa bis Zoo auf Facebook
Münster von Aa bis Zoo auf Twitter
Münster-Verkehrshinweise auf Twitter
Hilfegruppe „Regen in Münster“ auf Facebook

Motor-Stopp Ampel in Münster

Ab Oktober soll es in Münster einen Versuch mit sogenannten Motor-Stopp Ampeln in Münster geben.

Ausgesucht wurde für diesen Test die Kreuzung Grevener Straße/Steinfurter Straße, an deren Ampeln
neue Anzeigen angebracht werden, die Autofahrer anregen sollen, den Motor während der Rot-Phase auszuschalten.
Sieben Sekunden bevor die Ampel wieder auf Grün springt, erlöschen die Signale.
Die Autofahrer wissen dann, dass es bald weiter geht und können den Motor starten.

8000 Euro kostet die Technik hierfür, samt Installation. Weitere 2000 Euro fallen für die Auswertung der Statistik an.
Ist solch eine Technik noch angebracht, in Zeiten wo immer mehr Autohersteller Ihre Neufahrzeuge
ohnehin mit automatischer  Start-Stopp Technik ausrüsten?
Der TÜV empfiehlt ohnehin ab Standzeiten von 10-20 Sekunden den Motor auszuschalten – der Sprit-Ersparnis wegen.
Interessant wäre aber auch zu erfahren, ob diese Motor-Stopp Ampeln eine Auswirkung auf die Umweltbelastung in Münster haben.
Dummerweise wird sich die Test-Installation ausserhalb der Umweltzone in Münster befinden.

Was haltet Ihr von diesem Versuch? Werdet Ihr euch an die Motor-Stopp Empfehlung der Ampeln halten?
Wo seht Ihr Vorteile? Verbrauch, Lärm, Emmissionen?
Wo seht Ihr Nachteile? Verschleiss, Kosten-Nutzen?

The Day After

The Day After – Der Tag danach. Der Titel, inspiriert von einem Endzeitfilm aus den 80er Jahren und den Wetterereignissen der gestrigen Nacht.

Wenn ich gewusst hätte, dass es so Dicke kommt, ich hätte den vorigen Artikel nicht geschrieben.
Wirkt er doch jetzt lächerlich harmlos.
Am Ende wird NRW-Innenminister Jäger das Unwetter als eines der schwersten der vergangenen 20 Jahre bezeichnen, dass an diesem Pfingstwochenende in NRW sechs Menschenleben forderte, 67 Menschen verletzte, davon 30 schwer.

In Münster begann das Szenario am Montag Abend gegen 22 Uhr.
Die Wetterdienste warnten den Tag über schon vor Gewitter und Sturmböen, während sich die Superzelle des Orkantiefs „Ela“ im Westen Europas formte.
Superzelle Pfingsten 2014 Esasat
Der Himmel zog sich zu und von Südosten näherte sich Münster eine sehr böse ausschauende Gewitterfront, mit starkem Wetterleuchten. Kein Regen im Vorfeld.
Dann ging es schnell. Die Stille wich einem schnell aufbrausenden Sturm mit hohen Windgeschwindigkeiten, anhaltenden Blitzen und Donnergrummeln.
Starkregen setzte ein und schoss fast waagerecht durch die Straßen. Über 70 Keller wurden in Münster binnen kurzer Zeit geflutet.

Zahlreiche Unterführungen, wie Niedersachsenring, Hafenstraße, Hoher Heckenweg, Mecklenburger Straße aber auch normale Straßenzüge, wie Adenauer Allee, Albersloher Weg, Wolbecker- oder Warendorfer Straße inklusive Nebenstraßen wurden wegen verstopfter Gullis überflutet oder durch Äste blockiert.
In Sudmühle wurde die Wersebrücke überschwemmt.


Ein- und Ausfallstraßen waren ebenso von Baum oder Wasserschäden betroffen und waren nur schwer oder gar nicht passierbar.
Autos und LKW gerieten unter Bäume, die Promenade glich in kurzer Zeit, wegen heruntergefallener Äste und umgestürzter Bäume, einem Schlachtfeld.
In zwei Stunden liefen bei der Feuerwehr 200 Einsätze auf. Bis Dienstag Nachmittag rückten die Einsatzkräfte rund 500 Mal in Münster aus.
Der Bahnverkehr kam nicht nur in Münster, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen zum erliegen und rollte erst Dienstag Mittag wieder langsam an.
Am Albersloher Weg und Zum Erlenbusch wurden Häuser unter Bäumen begraben. Personen kamen zum Glück nicht zu schaden.

109.238 Wolkenblitze & 206.091 Bodenblitze entlud die Superzelle in 24 Stunden auf Ihrem gesamten Weg durch Europa.

Alleine bei der Provinzial Versicherung gingen für Münster über 10.000 Schadensmeldungen mit einem Gesamtschadenaufwand von über 75 Millionen Euro ein.
Diese Zahl wird in den kommenden Tagen noch einmal nach oben korrigiert werden müssen. Hinzu kommen die Summen weiterer Versicherer.

Dank gilt den Einsatzkräften

„NRW wurde vom schlimmsten Unwetter seit rund 20 Jahren getroffen.
Wir haben es den vielen unermüdlichen Einsatzkräften zu verdanken, dass viele Gefahrenstellen rechtzeitig beseitigt wurden“,
erklärte Innenminister Ralf Jäger heute in Düsseldorf.
Auch in Münster leisteten Polizei & Rettungsdienste, THW, AWM, Umweltamt und alle involvierten Mitarbeiter der Stadt großartiges,
sodass ab Dienstag Nachmittag kaum noch was von den Folgen des Unwetter spürbar war. Zumindest in weiten Teilen des Straßenverkehrs.
Die Sonne zog ebenfalls wieder auf und bot den Münsteranerinnen und Münsteranern 28 °C. an der frischen Luft.
Aufgrund von Aufräum- und Sicherungsarbeiten sind allerdings die Schwimmbäder Sudmühle und Stapelskotten bis Mittwoch gesperrt worden.
Auch die Promenade ist teilweise gesperrt und muss noch von Geäst befreit werden.
Es wird empfohlen die Promenade zu meiden, weil derzeit noch lose Äste und Bäume herabstürzen können.
Die Versicherungen werden erst morgen oder Übermorgen mit den ersten Zahlen zu den Kosten für dieses Unwetter an die Presse gehen.

Auch meine vier Wände blieben nicht verschont. Irgendwie fand das Regenwasser durch die Decke und eine Renovierung steht nun an.
Aber auch wenn das, ich nenne es mal „Pfingst-Unwetter von 2014“ gefühlt stärker war, als der Orkan Kyrill im Januar 2007,
so sind wir in Münster mit einem Schrecken davon gekommen.
Schade um die vielen Bäume, die wieder einmal aus dem Stadtgebiet verschwinden, aber glücklicherweise blieben uns in Münster größere menschliche Tragödien erspart.
Aufrichtige Wünsche an Freunde, Bekannte und Familien, der sechs in NRW ums Leben gekommenen Menschen.
Schnelle Genesung allen, die sich bei diesem Unwetter verletzten.
Und auch wenn es jetzt viele wieder im Rahmen ihrer Gewohnheit abtun, so sollte doch jeder Einzelne einmal sein Umweltverhalten überprüfen
und nachdenken ob unser Verhalten nicht doch mitunter Auslöser solcher Wetterkapriolen sein kann, die ja doch immer häufiger und stärker werden.
Der Klimawandel ist da, wir müssen uns ändern, oder damit Leben.

Weiterführende Links:
– Youtube Video der Unwetterformationen über Europa, 09-10 June 2014, via EUMETSAT’s Meteosat-10 satellite, in 36,000 km Höhe:

Bürgerhaushalt 2014: Nicht meckern, mitmachen!

Nach der Kommunalwahl geht es mehr oder weniger politisch weiter hier im Blog,
denn Münsters 3. Bürgerhaushalt ist in vollem Gange und bereits in die Bewertungsphase eingetreten.

Nach den Bürgerhaushalten 2011, 2012 und einem Jahr Pause in 2013, gingen in diesem Jahr genau 400 Vorschläge beim Redaktionsteam ein.
Vorschläge, die die Bürgerinnen und Bürger online, per Mail oder bei Veranstaltungen machen konnten um einen Teil des Haushalts der Stadt Münster für ihre Ideen einzusetzen.
Schwerpunkte sind in diesem Jahr neben „Öffentlicher Personennahverkehr, die Thematik „Wohngebiete, Gewerbe- und Industriegebiete“ sowie „Öffentliche Sicherheit und Ordnung und Sauberkeit in der Stadt“.
Doch auch für jeden anderen Bereich konnten Ideen eingereicht werden, die zur Umsetzung kommen sollen.
Und so unterschiedlich waren auch die Beiträge im münsterschen Bürgerhaushalt 2014.

Ob es um einen neuen Busbahnhof geht oder mehr Sitzbänke in der Innenstadt,
ob die Vorschläge den Haushalt be- oder entlasten,
die Ideen der Bürgerinnen und Bürger sind äusserst vielfältig. Und nicht jeder Vorschlag stößt auf große Gegenliebe.
Bestes Beispiel ist da die Idee eines Bürgers zur Müllvermeidung eine Gebühr für das Grillen am Aasee einzuführen,
oder den Kreisverkehr am Ludgeriplatz mit einer 2. Etage für Radler auszustatten.

Weiterer Ablauf

Noch bis zum 23. Juni 2014 können alle 400 eingereichten und zugelassenen Vorschläge von den Bürgerinnen und Bürgerinnen bewertet werden.
Positiv, negativ, neutral oder als sachunkundig kann man die Vorschläge anonym bewerten.
Ebenso kann man seine Meinung oder Ergänzungen als Kommentar unter jeden Vorschlag setzen.
Über 1000 Kommentare gibt es für dieses Jahr schon.
Im Anschluss prüft bis Mitte September die Stadtverwaltung dann die Vorschläge aus der Bestenliste.
Daraufhin hat die Politik der Stadt Münster die Aufgabe bis Dezember über Haushalt und Vorschläge zu beraten und diese zu beschliessen.
Die Umsetzung wird dann in einem Rechenschaftsbericht fortwährend dokumentiert.

Wenn man Münster mitgestalten und sich einbringen will, ist der Bürgerhaushalt der ideale Weg sich als Bürger zu beteiligen.
Es gibt sicherlich auch andere Wege seine Ideen einzubringen, aber wenn es darum geht andere Bürger mit einzubeziehen und im Anschluss zu sehen wie die Idee umgesetzt wird, ist der Bürgerhaushalt viel interessanter.

Deswegen: Nicht meckern, mitmachen!

Weiterführende Links:
– Mitmachen: Bürgerhaushalt 2014 der Stadt Münster – Vorschläge bewerten
– Ergebnisse der bisherigen Bürgerhaushalte in Münster