Rauf auf die Straße

Letzten Dienstag habe ich auf die Critical Mass Bewegung in Münster und die bevorstehende Protestfahrt am vergangenen Freitag hingewiesen.
Einen Bericht über das Event bin ich aber noch schuldig.
Ich wollte noch auf Medienecho warten, doch die lokale Totholzpresse in Form von Westfälischen Nachrichten und Münsterscher Zeitung, sind so ziemlich die letzten auf dieser Welt, die vom derzeitigen Trend Critical Mass nichts geschrieben haben.
Critical Mass Logo
Dabei ist diese Protestbewegung kein lokales Ereignis, sondern derzeit in vielen Städten zu finden.
Über 10.000 Radler nahmen im Mai alleine in Deutschland an Critical Mass Fahrten teil.
Eine Steigerung von über 25% zum April und auch in Münster stieg die Beteiligung um fast 90%.
Zwar ist die Teilnehmerzahl mit 90 hier noch beschaulich, aber dennoch gut, wenn man das Hafenfest und den Brückentag berücksichtigt.
Die Rekordzahl von über 5000 Radlern in Hamburg am vergangenen Freitag, ist imposant und wurde in Münster mit ehrfürchtigem Respekt aufgenommen.

Critical Mass, die 2. in Münster

Doch erst einmal zur hiesigen Critical Mass.
Jeden letzten Freitag im Monat ist es in Münster so weit. Treffpunkt Schloss, 16:30 Uhr, Abfahrt 17 Uhr.
So auch am 30.05.2014 bei Münsters 2. Critical Mass.
Rund 90 Radler versammelten sich gut gelaunt mit ihren Vehikeln auf dem Schlossplatz.

40 mehr als noch im Monat zuvor. Von Mountainbike über Rennrad, Hollandrad, Cargobike bis hin zum Liegerad war alles vertreten, das Teilnehmerfeld von jung bis alt sehr bunt gestreut.
Einige der Radler kannten sich bereits von der Fahrt im April und auch so war der Austausch rege,
bis es dann los ging, rauf auf die Straße.

Die erschienene Motorradstreife der Polizei begutachtete den Verband der losströmenden Radler am Ende des Schlossplatzes.
Jedoch verzichtete man uns zu begleiten. Danke für das Vertrauen!
Ungewohnt, fand sich die Kolonne dann auf der Straße, anstelle des Radweges wieder.
Aber dies ist Sinn und Zweck der Fahrt – auf die Gleichberechtigung des Radverkehrs gegenüber dem motorisierten Verkehr und die nicht vorhandene Radwegbenutzungspflicht hinzuweisen.
Es wissen viele Verkehrsteilnehmer nämlich nicht, dass kein Zwang zur Radwegbenutzung besteht, ausser wo es durch blaue Verkehrsschilder ausdrücklich angeordnet ist.
Schnurstracks ging es im niedrigen Tempo weiter von Münzstraße über den Bült, die Eisenbahnstraße entlang.
Getreu dem Motto „Wir blockieren nicht den Verkehr – wir sind der Verkehr!“ und unter Berücksichtigung des § 27 der Straßenverkehrsordnung, tourte die Gruppe weiter, den Servatiiplatz hinter sich lassend in Richtung Ludgerikreisverkehr – dem Verkehrsknotenpunkt in Münster, der dann auch prompt unter der Critical Mass zusammenbrach.

Die Radlergruppe vereinnahmte mit ihrem Verband dreiviertel des Kreisverkehrs, und so manch Autofahrer auf der inneren Fahrbahn, der aus dem Kreisverkehr wollte, aber wegen des Radlerverbandes offensichtlich nicht konnte, kam schnell an seine Belastungsgrenze.
Teils wüste Beschimpfungen und Motorheulen, sowie Drängelversuche von manchem Autofahrer mussten durch Hinweise der Radler auf die doch straßenverkehrskonforme Critical Mass und Ihren Sinn eingezäumt werden.
Nicht jeder Autofahrer wollte verstehen, dass im Straßenverkehr nicht der- oder diejenige mit den meisten Pferdestärken Vorrang hat.
Einsicht für gegenseitige Rücksichtnahme war auf Seiten manches Kraftfahrzeugführers Fehlanzeige und noch so manches Mal sollte es auf dem weiteren Verlauf der Critical Mass Tour zu nicht nachzuvollziehenden Reaktionen auf Seiten der Autofahrer kommen.
Der Pulk der Radler zog weiter, die Hammer Straße entlang, wo doch einige Autofahrerinnen und -fahrer von der zweiten Fahrspur aus den Radverband meinten durchbrechen oder weghupen zu können, weil sie auch rechts in die Metzer Straße abbiegen wollten. Auch hier mussten Ordner aus der Radlertruppe versuchen friedlich zu schlichten.
Im finalen Abschnitt der Critical Mass ging es dann die Weseler Straße entlang, über den Stadtgraben zurück zum Schlossplatz.

Fazit

Gut 50 Minuten war die Tour in Münsters Straßenverkehr unterwegs. Wohl keinem der Radler gefielen die unschönen Anfeindungen der Autofahrer.
Spaß an der Tour hatten aber dennoch alle Teilnehmer. Die Stimmung war sehr gut und Kontakte wurden im Anschluss im Café Geistreich der Autofreien Siedlung Weißenburg e.V. geknüpft und Ideen diskutiert, wie man die Critical Mass am 27. Juni fortführt.
Dann am liebsten mit noch mehr Radlern, die für die Gleichberechtigung im Straßenverkehr strampeln.
Für Musik wird gesorgt sein und mit Flyern will man für Aufklärung bei den aussenstehenden Verkehrsteilnehmern sorgen.

Medienecho zur Critical Mass in Münster gab es dennoch.
Zwar nicht in den lokalen Printmedien, wohl aber im Campusradio Q, dem Onlinemagazin iley.de oder von Daniel, der extra aus Osnabrück angereist war um an der münsterschen Critical Mass teilzunehmen. Er schreibt bei sich im Blog, it started with a fight, darüber.
Bundesweit gibt es noch viel mehr Medienecho zu den bundesweiten kritischen Massen, die Freitag unterwegs waren.
Insbesondere auch zur sehr teilnehmerstarken Critical Mass in Hamburg.

Fortsetzung

In Münster wird die Critical Mass an jedem letzten Freitag im Monat fortgesetzt.
Treffpunkt ist um 16:30 Uhr vor dem Schloss.
Los geht die Fahrt um 17 Uhr.

Critical Mass Münster

 

Weiterführende Links:

Facebook Fanpage Critical Mass Münster
Facebook Gruppe Critical Mass Münster
Critical Mass Münster auf Twitter
Critical Mass App für Android mit Live Map

Narretei

Der Rathausschlüssel ist in Narrenhand – die Karnevalshochsaison ist voll entbrannt!

Viel Spaß allen Karnevalisten und Zuschauern  beim Rosenmontagsumzug 2014 durch die münstersche Innenstadt!
Münster, ein dreifaches, „Helau!“

Bilder von der Schlüsselübergabe am Sonntag den 2.3.2014 auf dem Prinzipalmarkt:

Münster von oben

Das Presseamt der Stadt Münster hat einen neuen Videoclip veröffentlicht,
mit dem passenden Namen „Münster von oben“.

Denn mit einer Mediendrohne, ging es vor rund einem Monat über die Dächer von Münster und heraus kam ein vierminütiger Film, der Münsters Sehenswürdigkeiten aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigt.

Nicht ganz echt

Ab Samstag geht es wieder los.
Münsters größtes Volksfest, der Send, startet zu seiner diesjährigen Herbstausgabe und erstmasl in der XXL Variante.

Soll heissen, zum ersten Mal findet der Herbstsend Testweise für 9 Tage statt, wie es beim Frühjahrssend schon länger der Fall ist.
Ist dieser Test erfolgreich, dann wird es langfristig nicht drei mal, sondern nur nur noch zwei mal Send im Jahr geben. Dafür allerdings jeweils über zwei Wochenenden.

Ärger mit dem Send hingegen gibt es auf Facebook.
Dort haben anonyme Betreiber eine Fanseite zum münsterschen Send erstellt, die durchaus offiziell anmutet.
Bereits über 10.000 Fans „liken“ diese Seite und verfolgen über das soziale Netzwerk diverse „Neuigkeiten“ zum Send.
Allerdings handelt sich bei der Facebook-Seite nicht um ein Angebot der Stadt Münster und auch nicht um Angebote des Schaustellerverbandes.

Was übel an der Seite aufstößt, sind gelegentlich private Verkaufsangebote, falsche Informationen und Links zu Auktionen, wie wir von einigen unserer Leser informiert wurden.
So prangt auf der Facebookseite seit vergangenem Mittwoch eine falsche Beschickungsliste für den Herbstsend 2013:

Falsche Beschickungsliste

Sowohl der Briefkopf, aus Zeiten von Oberbürgermeisterin Marion Tüns, ist falsch als auch die Fahrgeschäft-Liste selber weiß Fehler auf.
Nicht jedem Leser wird diese Fälschung bewusst und es erschliesst sich auch nicht, was so ein plumper Fake soll.

Ebenso haben die Betreiber der Facebookseite eine Send-Smartphone App erstellt und in die Appstores gestellt, die ebenfalls offiziellen Eindruck macht.
Aber auch diese App ist kein Angebot der Stadt Münster oder des Schaustellerverbandes.
Nutzer dieser App klagen ebenso über Spam, der überhaupt nichts mit dem Send zu tun hat.

Die Absichten der Betreiber werden nicht ganz klar und auf Anfrage bestätigt uns Joachim Schiek vom Presse- und Informationsamt der Stadt Münster heute, Kenntnis von dieser Problematik zu haben.
Bislang hat die Stadt allerdings vergeblich versucht, der Facebookseite den offiziellen Eindruck zu nehmen und die Betreiber zur privaten Kenntlichmachung zu überreden.
Der Betreiber ist anonym und verstößt so unter anderem gegen die Impressumpflicht und begibt sich in eine rechtliche Grauzone, die gerne von Abmahnanwälten ausgenutzt wird.

Bereits im März diesen Jahres forderte das städtische Presseamt den Betreiber der Seite, zu Änderungen mit folgenden Worten auf:

"Sehr geehrte Betreiber der Send-Seite,
am Freitag hat einer unserer Fans uns darauf hingewiesen, dass auf
Ihrer Seite Fehlinformationen stehen (die auch gleich entfernt wurden)
und die Seite den Eindruck erweckt, als würde es sich um die offizielle
Fanpage der Send-Betreiber handeln. Wir kennen die Send-Fanseite schon
länger und finden es prinzipiell gut, wenn sich engagierte Menschen
wie Sie auf Facebook für traditionsreiche Veranstaltungen wie den Send
einsetzen. Da es nun aber zu Beschwerden gekommen ist, möchten wir Sie
darum bitten, auf der Send-Facebook-Seite einen Hinweis zu setzen, dass
es sich nicht um die _offizielle_ Send-Seite handelt, sondern um eine
private Fanpage.
Die Verwechslungsgefahr mit einer städtischen Seite ist tatsächlich
sehr groß, zumal Sie das offizielle Send-Logo verwenden, das eine
Agentur vor vielen Jahren für die Stadt Münster entwickelt hat. Daher
die Bitte, das Logo zu entfernen.
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße aus dem Presseamt."

In diesem Fall hat der anonyme Betreiber das Logo entfernt und
geantwortet: 

"Natürlich werden wir sofort einen Hinweis einsetzen, wir haben
allerdings nie behauptet, dass dieses eine offizielle Seite sei, wir
wollen rein aus eigenem Interesse Werbung für den Send und für den
Tourismus machen. Für die Fehlinformationen haben wir uns auch
entschuldigt, da lagen uns leider noch falsche Informationen betrefflich
des Familientages vor. Soetwas wird natürlich ncihtmehr vorkommen.
Vielen Dank für ihr Verständnis"

 

Aus eigenem Interesse Werbung für den Send? Und dann noch gepaart mit privaten Verkaufsangeboten?
Das stößt bitter auf. Dazu noch eine App die die Nutzer zuspamt? Wozu die Geheimniskrämerei, wer hinter der Seite steckt?
Das Ganze ist untransparent und auch unseriös und verdient ganz bestimmt keinen Daumen nach oben.

Wer sich über den Send und seine Angebote auf offizieller Seite der Stadt informieren möchte, kann dies im Netz unter folgender Adresse tun:
Münsters größtes Volksfest – die größte Kirmes im Münsterland.

Ebenso informiert die offizielle Facebook Seite der Stadt Münster über Veranstaltungen und Tagesgeschehen rund um Münster.
Ein „Like“ hier, wäre auf jeden Fall besser aufgehoben als auf der falschen Send Seite.

Also, lieber zweimal hinschauen wem man bei Facebook einen Daumen nach oben gibt.
Und nun viel Spaß ab Samstag auf Münsters XXL Herbstsend!