Münsters erstes Ghost Bike

Münster hat seit Ende Oktober ein Ghost Bike.

Münsters erstes Ghost Bike

An der Kreuzung Wolbecker Straße und Umgehungsstraße steht jetzt das weiß getünchte und mit einer Blume versehene Geisterrad,
als Mahnmal für den am 30.10.2014 bei einem Verkehrsunfall an dieser Stelle getöteten Radfahrer.

Leider haben sich die schweren Unfälle, bei denen Radfahrerinnen und Radfahrer in den letzten Wochen überfahren wurden, gehäuft.
So wurden bei klassischen „Abbiegeunfällen“ seit Ende September eine Frau an der Kreuzung Hansaring und Bremer Straße von einem LKW überfahren.
Der Unfallverursacher schleifte das Rad mehrere hundert Meter mit, bis er endlich stoppte.
Mitte Oktober kam eine junge Frau am Coesfelder Kreuz unter einen LKW und wurde schwer verletzt.
Und Ende Oktober schlussendlich der schwere Unfall, bei dem der 88-jährige Radfahrer vom LKW überrollt wurde und seinen Verletzungen erlag.

Aus diesem Grund hat sich die Critical Mass Gruppe in Münster entschlossen, bei ihrer Ausfahrt am letzten Freitag im Oktober, das Ghost Bike aufzustellen.
Es soll an den Unfall erinnern und mahnen umsichtig miteinander im Straßenverkehr umzugehen.

Auch Stadtvertreter und Ordnungsbehörden sind aufgerufen ein Augenmerk darauf zu legen, damit sich solche Szenen nicht wiederholen.
Gerade an der Wolbecker Straße hatte die Polizei Münster im vergangenen Jahr eine Sicherheits-Aktion gestartet, aber der Unfall mit dem getöteten Radler zeigt,
dass sich schnell wieder der Alltags-Trott mit Hektik, Unachtsamkeit und dergleichen, einschleicht, bis es wieder zu einem Unfall kommt.

Aktion Wolbecker Strasse WolbeckerStrasseII
Es muß auch etwas von Seiten der Stadt passieren, um dem gestiegenen Anteil des Radverkehrs in Münster auch Sicherheit einräumen zu können und nicht nur den motorisierten Verkehr zu priorisieren.
Auch die 125 von einem münsterschen Unternehmen gespendeten Verkehrsspiegel helfen offenbar nicht und stehen ohnehin wegen Bauart und Anbringringun in der Kritik.

Derzeit erarbeitet die Stadt Münster das Radfahrverkehrskonzept 2025. Es bleibt zu hoffen, daß dort genügend für die größte Verkehrsgruppe im münsterschen Verkehr, die Radfahrer, getan wird um zukünfig solche Unfälle zu vermeiden.

Weitere Links zum Thema:

Artikel von Medienbüro Grotjahn zum Ghost Bike in Münster
– Critical Mass Münster

Freies WLAN in Münster

Kein Jahr ist es her, da rollte der WLAN-Aktionismus durch die Presse.
Gratis-WLAN in den Innenstädten hier, halbe Stunde gratis WLAN bei der Bahn, dort.
Hotspots an jeder Straßenecke.
Gerufen haben alle danach.

Umsetzung in den Städten schwach

Viele Kommunen befürworten den Ausbau eines flächendeckenden und kostenlos nutzbaren WLAN-Netzes in Ihren Innenstädten.
Logisch, denn sie profizieren davon. Jedes Foto eines Touristen auf Twitter oder Facebook, jedes Video auf Youtube ist gratis Werbung für die Stadt, lokale Gewerbe und Gastronomie.
Sei es aus dem Museum, von Sehenswürdigkeiten oder aus dem gemütlichen Altstadt-Café.
Die Stadt Pforzheim war in Deutschland Vorreiter unter den Großstädten und bietet seit Ende letzten Jahres in der Innenstadt einheitliches freies Highspeed-WLAN.
Berlin, Heidenheim, Düsseldorf und weitere folgten und überdecken mit wenigen WLAN-Hotspots lediglich die belebten Innenstädte.
Der Schwachpunkt hierbei: Meistens ist eine Registrierung erforderlich.
Ein Killerfaktor, nicht nur für Touristen.

Funke bei der Stadt noch nicht übergesprungen

Auch in Münster kam die Forderung nach WLAN in der Stadt in die Öffentlichkeit, nachdem einige Parteien Anträge & Ratsvorlagen präsentierten.
Trotz dem daraus folgenden Ratsbeschluss ist von Seiten der Stadt seither aber kaum etwas passiert. Kein Wunder:
Eine flächendeckende Infrastruktur ist teuer und die Kassen sind leer.
Mit Institutionen, Firmen und auch Vereinen wolle man den weiteren Ausbau vorantreiben, hieß es.
Das kann allerdings dauern, denn von Seiten der Stadt stellt man lediglich Zugang und Strom in öffentlichen Gebäuden bereit.

Störerhaftung als WLAN-Killer

Derweil haben einige Gastronomen und Gewerbetreibende auf eigene Kappe in Ihren Räumen WLAN eingerichtet, um es den Kunden als Service zur Verfügung zu stellen.
Auch hier muß man sich registrieren, oder man bekommt auf Anfrage einen Bon mit einem zeitlich begrenzten Zugangscode.
Das Risiko liegt hier aber immer noch bei den Anbietern.
Sie setzen sich mit dem zur Verfügung stellen ihres WLAN der Störerhaftung aus, über die in Deutschland immer wieder gestritten wird.
Diese besagt im Internetrecht quasi eine Haftung des Anschlussinhabers, wenn über seinen Anschluss Unfug verzapft wird.
Auch Privatleute schrecken daher davor zurück, Ihr WLAN öffentlich zur Verfügung zu stellen, aus Angst stellvertretend für die Nutzer haftbar gemacht zu werden.

Freifunk – Die Lösung. Einfach, schnell und sicher.

Dabei ist alles so einfach. Seit geraumer Zeit expandiert eine Initiative in Deutschland, die sich zur Aufgabe gemacht hat, ein nicht-kommerzielles WLAN-Netz aufzubauen.
Freifunk nennt sich das ganze und hat in Deutschland den Ursprung in Berlin. Findige Programmierer haben eine Software für gängige, günstige und weit verbreitete WLAN-Router geschrieben, die es den Besitzern ermöglicht, Ihren Internetanschluß über WLAN zu teilen, und zwar ohne Risiko.


Freifunk ist sicher, denn der freigegebene Datenverkehr wird vom Heimanschluß getunnelt über Freifunk-Server in Schweden des Freifunk Rheinland e.V. geleitet und von dort aus gelangt man dann erst auf die Webangeboten, die man aufrufen möchte. Egal ob Messengerdienste auf dem Smartphone, Youtube, Email oder surfen auf Webseiten.
Und auch in Münster wächst gerade so ein freies Gemeinschaftsnetz unter dem Namen
Freifunk-Münster„.
Hier treibt ein harter Kern technik-affiner Menschen, unterstützt von den Mitgliedern des Warpzone e.V. das Projekt mit großen Schritten voran.
Am Hawerkamp bespielen die Jungs und Mädels Router mit Software, tüfteln am Ausbau des Netzes,
oder versorgen beispielsweise das Kreuzviertelfest vor Ort mit WLAN.

WLAN-Netz. Von Bürgern, für Bürger.

Das Prinzip ist einfach. Jeder kann mitmachen, egal ob Privatperson, Unternehmer, Gastronom, öffentliche Institution, Kirche oder Verein.
Was man benötigt ist ein lediglich ein Freifunk-tauglicher WLAN Router, den man mit seinem vorhandenen (DSL)-Router verbindet.


Diese sind neu ab 15 Euro im Handel zu erwerben. Eventuell liegt zuhause bereits so ein Gerät herum.
Wer sich nicht auskennt, kann auch direkt bei den Freifunkern nachfragen,
ob sie gerade vorkonfigurierte Geräte auf Lager haben, die man dann zum Selbstkostenpreis erwerben kann.
Das Einrichten des Routers ist einfach. Ist der Router bereits mit der Freifunksoftware (Firmware) bespielt, fällt nur eine einmalige Einrichtung an.
Dazu muß die Startseite der Routeroberfläche aufgerufen und die dortigen Felder und Optionen ausgefüllt werden.
Hier kann ein Name des WLAN-Knotens eingegeben werden, man kann den Anteil der Bandbreite seines Internetanschlusses einstellen,
und ob sein Freifunkknoten auf der Übersichtskarte erscheinen soll.
Es wird dann ein Code generiert, den man zum freischalten an das Freifunk-Team Münster sendet. Die schalten den Router einmalig frei und es kann los gehen.
Jeder im Umfeld des Routers kann das Netz nutzen. Einfach mit dem WLAN „Freifunk“ verbinden. Da es ein freies WLAN ist, ist ein Passwort nicht erforderlich.
Eine Anleitung steht auf der Webseite zur Verfügung. Auch hier gilt das Angebot Mittwochs um 19 Uhr am Hawerkamp vorbeizuschauen.
In der Regel ist immer jemand da, der einem für Rat und Tat zur Verfügung steht.

Viele Anwendungsmöglichkeiten für die Zukunft

Daß die ganze Sache einfach ist, kann ich bestätigen. Auch ich habe mir einen Freifunk-Router besorgt, konfiguriert und angeschlossen.
Meine Gäste können das Freifunk-Netz nutzen und ich muß mir keine Sorgen um die Störerhaftung machen.
Je mehr beim Projekt Freifunk Münster mitmachen, desto dichter wird das Netz und um so unabhängiger wird Münster von kommerziellen Anbietern.
Theoretisch wäre es möglich, dass man so ein lokal völlig autarkes Netz erstellt, das komplett unabhängig von Internetprovidern ist.
Gesetzt den Fall, das komplette Internet würde beim nächsten Jahrhundertregen in Münster ausfallen,
könnte Kommunikation und Datentransfer über das Freifunk-Netz gewährleistet werden.
Auch könnten Internetunabhängige Datendienste jeglicher Art angeboten werden. Dazu müßte das Freifunk-Netz allerdings sehr engmaschig sein.
Davon ist Münster im Moment derzeit noch etwas entfernt, aber das hiesige Netz wächst rapide.

In den letzten Monaten ist „Freifunk Münster“ bereits auf derzeit 85 Knoten über 370 Knoten angewachsen, die ihren Internetanschluß mit der Allgemeinheit teilen.
Tendenz: steigend. Auch ausbauschwache Gebiete können von Freifunk profitieren.

Nutzungsverlauf

Das gesamte Hawerkamp-Areal wurde so vernetzt und auch viele münstersche Gewerbetreibende und Gastronomen bieten ihren Kunden das kostenlose Freifunk-Netz.
Schloßgarten-Café, oder die Peacock-Lounge zum Beispiel, um nur einige zu nennen.
Und eines steht auch fest: Wo Netz ist, da sind auch Leute 🙂
Also macht mit und beteiligt euch aktiv am Netzausbau in Münster 😉
Hier nochmal ein kurzer Videoclip, worum es bei Freifunk geht:

Und hier noch ein ausführliches Einführungsvideo von Freifunk Münster:

Update 14.05.2015
Mittlerweile gibt es über 350 Freifunk-Knotenpunkte im Münsterland.  Das Freifunk Netz wächst in Münster und der Umgebung.
Darüber hinaus, haben die Freifunker aus der Warpzone in Münster die Verbindung an den Backbone im Rheinland angeschlossen.
Diese gelten selbst als Provider und die Verbindung über Schweden entfällt. Das ist insofern gut, als das die Verbindung stabiler sein soll und das Angebot der Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten können jetzt ohne Einschränkungen genutzt werden.

Der Freifunk Rheinland e.V. als Betreiber des Backbones ist eingetragener Internet Registrar bei der RIPE NCC und kann IP Adressen an andere Freifunk Communities vergeben.
Dadurch ist man jetzt technisch und rechtlich ein Internet Service Provider (ISP).

Als ISP ist der Freifunk Rheinland e.V. von der Störerhaftung ausgeschlossen.
Vorher war die Umleitung über Schweden notwendig da diese Ausnahme nicht gegriffen hat.

Die SSID des Freifunk Netzwerkes werden ab dem 20. Mai nicht mehr unter „freifunk.muenster.net“, sondern nur noch unter „Freifunk“ betrieben.

Weiterführende Links:

Freifunk Münster
Kurzübersicht: Was ist Freifunk?
– Förderverein Freie Netzwerke e. V.
Aktueller Status Freifunknetz Münster

Fusion am Lokalmedien-Himmel

Eine Meldung schlug heute ein, wie eine Bombe.

Die Münstersche Zeitung ist Sanierungsfall.
Das Medienhaus Lensing will sein, laut eigenem Wortlaut, „defizitäres Blatt“ loswerden und schliesst gleichzeitig auch zwei Lokalredaktionen der Ruhrnachrichten im Ruhrgebiet.
Hinter den Vorhängen ist die Entscheidung schon gefallen – Übernehmen soll die MZ das Verlagshaus Aschendorff, dem die Westfälischen Nachrichten gehören.
Da solch eine Übernahme zu einem Lokalmedien Monopol führt, muss das Kartellamt noch zustimmen, bei dem ein entsprechender Antrag bereits eingereicht wurde.

Mit der Sanierungsfusion will der Aschendorff Verlag zwar „…die publizistische Vielfalt in der Zeitungslandschaft Münsters und des Münsterlandes aufrechterhalten…“, aber
ein konkreter Plan wurde noch nicht bekanntgegeben. Auch was die Arbeitsplätze bei der Münsterschen Zeitung anbelangt, gibt es keine Auskünfte.
Erst 2007 entließ das Medienhaus Lensing die komplette Lokalredaktion der Münsterschen Zeitung auf einen Schlag. 18 Redakteure standen von heute auf morgen auf der Straße.

Sollten Westfälische Zeitung und Münstersche Zeitung auch redaktionell eng verknüpft werden, wäre das ein trauriger Tag für die Lokalmedienvielfalt in Münster.
Die Münstersche Zeitung bot bisher immer eine Alternative bei der Meinungsbildung und war vor allem bei jüngeren Lesern beliebt.

Dennoch führte die schwache Auflage der MZ-Printausgabe mit 19.500 Exemplaren in Münster, Steinfurt und Greven, sowie ein Rückgang bei den Anzeigenerlösen zur heutigen Situation, die auch die „Bezahlschranke“ bei Online Artikeln, wie auch der elektronische Vertrieb mit ePaper nicht wett machen konnte.
Konkurrent WN liegt hier mit einer Auflage von ~40.000, alleine im Stadtgebiet von Münster, weit vorne. Im ganzen Münsterland sind es sogar 115.000 Exemplare.

Zu hoffen bleibt, dass die Einschnitte vom neuen Mutterhaus Aschendorff nicht all zu tief sind und Münsters letzte Lokalmedienalternative in Wort & Schrift, unabhängig bleibt.
Zuletzt verabschiedete sich das, 2007 von ehemaligen MZ-Redakteuren gegründete, Online Stadtmagazin „Echo-Münster“ im Januar 2013 von der Bildfläche, nachdem schon im Mai 2010 alle bis auf den Sport-Ressort geschlossen wurden.

Aschendorff übernimmt die Münstersche Zeitung

Jahrhundert-Unwetter in Münster

Bei Gewittern und Starkregenfällen in und um Münster fielen am 28.7.2014 in 12 Stunden bis zu 200 Liter Regen auf den Quadratmeter.
Damit wurde der bisherige Rekord von 1983 eingestellt.
Zahlreiche Überflutungen führten zu großen Schäden im gesamten Stadtgebiet.
Viele Keller liefen voll und Straßen wurden überschwemmt.
Zwei Menschen kamen ums Leben.

Wir verzichten auf Bilder und versuchen in unseren Sozialen Netzwerken auf Facebook und auf Twitter auf dem Laufenden zu halten.

Weiterführende Links:

Münster von Aa bis Zoo auf Facebook
Münster von Aa bis Zoo auf Twitter
Münster-Verkehrshinweise auf Twitter
Hilfegruppe „Regen in Münster“ auf Facebook