Die Straße zurückerobern!

Münster – Fahrradstadt. Diese Definition ist in aller Munde.
Unsere schöne Stadt wird bei vielen Menschen mit dem Begriff Fahrradstadt in Verbindung gebracht.

Münster – Fahrradstadt?

Doch der Begriff Fahrradstadt definiert sich in Münster eigentlich ausschließlich durch
die bloße Anzahl an Fahrrädern, die in Massen vor irgendwelchen Gebäuden parken
und als Fotomotiv für Touristen dienen.
Oder durch den mit 35-40 % hohen Anteil der Radler bei den alltäglichen Fahrten im Straßenverkehr.

Doch genau dieser Alltag ist, trotz der täglich rund eine Million Fahrten mit dem Rad in Münster, nicht auf Fahrradbenutzer und ihre Vehikel zugeschnitten.
Wir werden auf enge und oft in schlechtem Zustand befindliche Radwege gezwängt.
Rote Welle ist für Radler in Münster die Norm.
Das Parkangebot ist in der Innenstadt -trotz Fahrradstationen- für Radler ein Graus.
Mit dem Ludgerikreisverkehr haben die Stadt- und Verkehrsplaner uns quasi den Krieg erklärt.

Eine Vorreiterrolle hat Münster als Fahrradstadt weder in Deutschland, noch in Europa.
Radschnellwege aus dem Aussenbezirken sucht man in Münster vergebens.
Breite Radwege für die Radlermassen in der Stadt? Fehlanzeige.
Münster ist nicht nur die Fahrradhauptstadt von Nordrhein-Westfalen, sondern mit jährlich ca. 9000 Unfällen auch die Unfallhauptstadt des Bundeslandes.
Zwar versucht man durch Aktionsprogramme, wie Sicher durch Münster, diese Zahlen in den Griff zu bekommen, jedoch ausschliesslich durch einbremsen der Verkehrsteilnehmer, anstatt die Voraussetzungen zu ändern.

Die Straße zurückerobern – mit der kritischen Masse

Es wird Zeit, sich die Straße zurückzuerobern!
Dieser schon 22 Jahre alte Gedanke, hat derzeit Renaissance.
Critical Mass, oder hierzulande auch Pulkradeln genannt, ist eine Protestform bei der sich eine größere Zahl an Radlern zufällig und unorganisiert in der Stadt trifft um gemeinsam im Verbund
durch die Stadt zu radeln um auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen.
Critical Mass Logo
Ursprünglich wurden diese Protestfahrten im Oktober 1992 in San Francisco ins Leben gerufen.
In Deutschland gibt es sie seit 1997. Nicht in Münster, in Berlin ging es damals hierzulande damit los.
Man spricht vom Netzwerkeffekt, wenn der Nutzen eines Projekts wächst,
wenn dessen Nutzerzahl größer wird.
Wird eine kritische Masse erreicht, so steigt die Nutzerzahl exponentiell an.
Seitdem gibt es immer wieder Radproteste in deutschen Städten, um dieses Ziel anzuvisieren.

Premiere in Münster

Der April diesen Jahres war eine Premiere. Hier fand die allererste Critical Mass Fahrt in Münster statt.
50 Teilnehmer bei diesem Novum, zogen im Verband durch die Straßen unserer Stadt.
Der Bakfietsblog aus Münster war dabei und berichtete.

In ganz Deutschland fuhren im April  weit über 7000 Radler. Der Blog itstartedwithafight versucht eine Liste aller bundesweiten Fahrten zu führen.
Hamburg mit über 3000 Teilnehmern ist dabei absoluter Spitzenreiter und sollte Münster ein Vorbild sein.
Auch die Ortsgruppe des ADFC nahm an Münsters erster Critical Mass Fahrt teil und schreibt darüber in ihrem Blog.

Ausreizen der Straßenverkehrsordnung –  § 27 StVO Dein Freund und Helffer

Critical Mass Fahrten sind keine anarchistischen Veranstaltungen ohne Regeln. Es gilt nach wie vor die Straßenverkehrsordnung.
Die Besonderheit besteht aber darin, dass Gruppen von mehr als 15 Fahrrädern als Verband gelten und besondere Rechte im Straßenverkehr haben.
Dies klärt eindeutig § 27 der Straßenverkehrsordnung.
Passiert zum Beispiel das erste Fahrzeug bei Grün eine Ampel, so dürfen alle anderen nachfolgen. Auch wenn es zwischenzeitlich rot wird.
Auch müssen die Teilnehmer sicherstellen, dass Ihre Räder verkehrssicher sind. Denn das ist ein Angriffspunkt. Sind verkehrsuntauglliche Räder in der Gruppe, kann die Polizei die Veranstaltung auflösen.
Auch gilt eine Radwegbenutzungspflicht schon seit 1999 nicht mehr.
Es wird, wo es geht, die Straße genutzt, was natürlich Sinn und Zweck ist um Aufmerksamkeitswirksam zu sein.
Alles weitere beschreiben die Verhaltensregeln für eine gelungene Critical Mass.

Jeden Monat wieder

Es soll in Münster nicht bei der einen Fahrt im April bleiben.
Jeden letzten Freitag im Monat soll es vom Schlossplatz losgehen.
So auch am kommenden Freitag, den 30. Mai 2014 um 16:30 Uhr.
Mitmachen kann jeder. Keine Anmeldung, keine Teilnahmegebühren.
Das ganze läuft desorganisiert, antihierarchisch und hat keine Verantwortlichen, aber es funktioniert.

Motto: Wir blockieren nicht den Verkehr – Wir sind der Verkehr!
Also, macht mit und bildet die kritische Masse,
um Münster den ehrenvollen Titel „Fahrradstadt“ wiederzuholen!
Teilt die Veranstaltung auf Facebook und Twitter mit dem Hashtag #CriticalMass,
damit die kritische Masse schnell erreicht wird.

Critical Mass Münster

Weiterführende Links:

Facebookgruppe Critical Mass Münster
Bakfietsblog Münster Critical Mass
– ADFC Ortsgrupe Münster
ItStartedWithAFight Blog Critical Mass Deutschland

Zurückerobert II

Der Konversionsprozess in Münster schreitet voran.

Heute gab es erneut Gelegenheit eine der ehemaligen britischen Liegenschaften in Münster zu besichtigen.
Nach der York-Kaserne in Gremmendorf, stand heute die ein Jahr später freigezogene Oxford-Kaserne in Gievenbeck den Bürgern offen.

Geschichte

Obwohl am 19. November 2013 schon einmal die Möglichkeit einer Besichtigung bestand, zog es heute trotz Regenwetter viele Münsteranerinnen und Münsteraner an die Roxeler Straße.
1934 bis 1936 für die Wehrmacht als Hermann Goering Kaserne erbaut, diente sie bis zur Eroberung im 2. Weltkrieg durch die britische Infanterie, an Münsters Befreiungstag, dem 3. April 1945, der Reichsluftwaffe mit Scheinwerfer– und Flugabwehrbatterien.

Am besagten Tag wurde sie durch die 4th (Armoured) Bn Coldstream Guards, Teile der 6th Guards Armoured Brigade eingenommen und drei Tage für die Instandsetzung ihrer Panzer genutzt, bevor man nach Hamburg weiter zog.
Seither wurde die Kaserne durch verschiedene Infanterieeinheiten der Britischen Rheinarmee (BAOR), später British Forces Germany (BFG), genutzt.

Am 14.11.2013 fiel das 26 Hektar große Gelände zurück an den Eigentümer, der nicht die Stadt Münste, sondern der Bund ist und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), verwaltet.

Stand heute

Bei der heutigen Besichtigung konnten Teile des verwinkelten Kasernengeländes und zwei Gebäude von innen besichtigt werden.
Ein wundervoller alter Baumbestand durchzieht das gesamte Gelände.
Dennoch wirkt das Gelände im Vergleich zur York Kaserne in Gremmendorf (Aa bis Zoo berichtete) relativ langweilig und unübersichtlich.
Die Gebäude, teils aus der Erbauerzeit von 1934-36, teils in den 50er Jahren ergänzt, sind in einem relativ schlechten Zustand.

Feuchte Keller, defekte Fenster, Türen, zerstörte und schlecht erhaltene Inneneinrichtung war zumindest in dem zu besichtigenden Unterkunftsgebäude, zu beobachten.
Ansonsten zäumen das Gelände zahlreiche Lager und Garagen, die ebenfalls in schlechtem Zustand sind.
Ebenso befinden sich auf dem Gelände eine Kindertagesstätte, Schulen, eine Tankstelle, ehemalige Werkstätten und zahlreiche Sportplätze.

Zukunft

Das Gelände bietet viel Potential für Münster und Gievenbeck ist aber trotz Denkmalwürdigkeit ein anspruchsvolles Konversionsprojekt.
Nicht zuletzt wegen Altlasten und schlechtem Zustand der Substanz.

Im laufenden Konversionsprozess hatten die Münsteranerinnen und Münsteraner, wie schon bei der York Kaserne in Gremmendorf, Gelegenheit Ihre Anregungen in Workshops einzubringen, dessen Arbeitsergebnisse bereits am 20. Februar 2014 der Öffentlichkeit in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurden.
Derzeit sind mehrere Planungsbüros von der Stadtverwaltung beauftragt, städtebauliche Entwürfe für das Kasernenareal zu erarbeiten, die die Anregungen der Bürger aufgreifen.
Die Ergebnisse werden am Mittwoch den 2. Juli 2014, vermutlich wieder in der Aula des Freiherr-von-Stein Gymnasiums, präsentiert.

Aa bis Zoo bleibt am Ball und berichtet.

Weiterführende Links:

Bebilderter Artikel über die York Kaserne in Gremmendorf (Aa bis Zoo)
– Zur Konversion der Oxford-Kaserne (Stadt Münster)
Zur Konversion der Oxford Kaserne (BImA)

Uns ist das liba

Der Frühling ist aktuell noch nasskalt, der Sommer steht aber vor der Tür.
Und wie geniesst man die heissen Sommertage an Kanal, Aasee, Südpark und Co?

Natürlich mit einem kühlen Getränk zum erfrischen. Und nicht jeder mag Bier als Durstlöscher bevorzugen.
Alk ist out, vielen ist ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk liba.

liba? Ja, richtig. liba!
Es bahnt sich seinen Weg bereits durch die sozialen Netzwerke, über die Plakatwände und ist nur eine Woche nach Verkaufsstart bereits an sieben 19 Verkaufsstellen in der Stadt erhältlich.

Die Rede ist von Münsters neuem Kultgetränk, mit dem Namen liba. Kola aus Münster, für Münster!

 

Die beiden Gründer des Startups, Benjamin Heeke und Jonathan Mache, haben den antialkoholischen Trend erkannt und setzen mit Ihrer eigens abgefüllten Brause auf Kola Liba anstatt auf Cuba Libre.
Mit minimalistischem aber ausgeklügeltem Design, dessen Logo an Pac-Man erinnert dessen Mund eine zum trinken angesetzte Flasche darstellt, lenkt nichts vom Genuss der Kola ab, die sich beim Geschmack leicht von Pepsi und Coke, absetzt. Auch will liba keine Kopie von Dr. Pepper, Fritz & Co sein, die auf erhöhten Koffeingehalt setzen.

Liba ist liba und ist Aa bis Zoo lieber als Alkopops, Bier und Schnaps. Probiert es und macht euch selbst ein Bild.

Mit €1,70 pro 0,33l Flasche inkl. Pfand zwar im gehobenen Preissegment, allerdings eiskalt aus dem Kühlschrank, z.B. im Hafenkiosk.

Wo es liba sonst noch gibt, seht Ihr auf liba-trinken.de oder bei Facebook.

Prost!

Von ganz oben

Von ganz oben, über Münsters Dächer, mit Blick über unsere „Gute Stube“ und die ganze Stadt bloggt jetzt Münster städtische Türmerin direkt vom Kirchturm St. Lamberti.

Und so heißen wir Martje Saljé herzlich Willkommen in der Blogosphäre.
türmerin von münster – direkt vom turm gebloggt“ – nennt sie den Weblog des wohl interessantesten – oder wer dies anzweifelt zumindest den Arbeitplatz der Stadt mit der besten Aussicht.

Über den Türmerberuf und seine Aufgaben, sie als erste Türmerin überhaupt und ihre Beweggründe will Martje schreiben und allen, die nicht das hohe Privileg genießen die kleine Türmerstube in 300 Stufen Höhe betreten zu dürfen, will sie ihren Arbeitsplatz und Ihre Gedanken und Erlebnisse auf diesem digitalen Wege näher bringen.

Tolle und interessante Idee,eines der ältesten Ämter Europas. Auf die nächsten Beiträge sind wir schon sehr gespannt.

Zum Blog geht es hier lang: „Türmerin von Münster – direkt vom Turm gebloggt“ und damit wünschen wir Martje viel Erfolg und Spaß beim schreiben und allen Lesern viel Kurzweile beim lesen!