Bahnhofsneubau: 12 Minuten Umweg

Die Reihen im münsterschen Hauptbahnhof lichten sich.
Geschäft für Geschäft haben seit Ende Juli geschlossen, denn der Neubau des Bahnhofs steht an.

Erst im Laufe des Jahres 2016 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Bis dahin werden sich die Münsteranerinnen und Münsteraner, wie auch alle Bahnreisenden, Gäste, Touristen und Besucher
mit zusätzlichen Belastungen abfinden müssen.

Sperrung Haupteingänge

Nicht nur Lärm, Staub, Dreck und Baustellenverkehr werden während der Bauarbeiten unsere Nerven strapazieren,
sondern wir müssen uns auch auf einige Einschränkungen einstellen.

Die größte Einschränkung von allen, wird die Schliessung beider westlicher Haupteingänge an der Bahnhofstraße sein.
Trotz Protest und Einspruch von Seiten der Stadt, sei es zwingend notwendig beide westlichen Zugänge zum Bahnhof zu schliessen,
um den Baustellenbetrieb zu ermöglichen, so die Sprecher der Bahn.
Dann wird der gesamte Zugang zum Bahnhof auf die Ostseite an der Bremer Straße verlegt.

Auch Reisezentrum und WC-Anlagen werden dort in Containern bis zum Ende der Bauarbeiten ihr Zuhause finden, wie auch
einige Geschäfte für Reisebedarf, Bäcker und Imbiss.
Es gibt keine Ausnahmen, alle rund 60.000 Reisenden, die täglich den Bahnhof benutzen, müssen ab Oktober zwingend über die Ostseite den Bahnhof betreten.
Das bedeutet einen großen Umweg und zusätzliche Zeit einzuplanen.

Umbaubeginn ab September

Anfang September soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Ab dann ist der nördliche (kleine) Haupteingang geschlossen und ab Oktober Januar 2015 wird dann auch der südliche Eingang der Haupthalle geschlossen.
Es sind dann zwei Hauptwege zur Ostseite des Bahnhofs möglich.
Einmal nördlich über Servatiiplatz-Wolbecker Straße-Bremer Platz und zum anderen südlich über Bahnofstraße-Hamburger Straße-Bremer Straße.

Bis zu 12 Minuten Umweg

Die Stadt gibt den zusätzlichen Umweg auf Ihrer Webseite mit ~270 Metern und gut 3 Minuten zusätzlicher Zeit im günstigsten Fall an.
Eine eigene Messung zeigt, dass es ~460 Meter bis zum am weitest entfernten Gleis
und bei Menschen mit Behinderung dann gerne ~12 Minuten dauern kann, bis man aus der Stadt am Gleis ist!
Diese Zeit sollte man bis zur Fertigstellung des neuen Bahnhofs bei Zug-, Busverbindungen und Terminen einplanen.


Beispiele
: Bei einer normalen Gehgeschwindigkeit von 5 km/h und einem Weg von der Ampel Windhorststraße bis Gleis 2/3 (weiteste Strecke) benötigt man ca. 6 Minuten.
Bei langsamerer Geschwindigkeit von 2,5 km/h (Rollstuhl/Gehbehinderung/Gepäck, etc.) verlängert sich die Zeit dementsprechend bei der längsten Strecke auf 12 Minuten.

Service 
Das Reisezentrum, Toiletten, sowie Imbiss und Reisebedarf wird provisorisch während des Neubaus, an der Bremer Straße in Containern Platz finden. Ebenso werden dort zusätzliche Behinderten- und Fahrradparkplätze sowie der Taxenstand errichtet.

Verkehr
– Die Fahrspuren der Wolbecker Straße werden zwischen Servatiiplatz und Bremer Platz verengt, die Radspuren auf die Fahrbahn verlegt und die Fußwege verbreitert.
– An der Bahnhofstraße wird es eine zusätzliche Fußgängerampel an der Radstation geben. Durchfahrt Hamburger Straße wird für PKW gesperrt.
Radfahrer und Fußgänger teilen sich die Hamburger Straße. Der Tunnelbereich wird mit zusätzlichen Leuchten versehen und ebenerdig aufgefüllt.
Die Zu- und Ausfahrten zur Baustelle für die Baufahrzeuge erfolgt über die Busspur und Tore an der Bahnhofstraße.


Während der Weihnachtsmärkte wird aufgrund der erhöhten Zahl an Reisenden der Haupteingang (Südtunnel zur Innenstadt) vorübergehend provisorisch geöffnet.

Zeitplan
• Baubeginn vorbereitende Maßnahmen Ende August 2014
• Sperrung Westausgang Nordtunnel Ende August 2014
• Bezug Provisorien Oktober 2014 Januar 2015
• Sperrung Westausgang Südtunnel ab Oktober 2014 Januar 2015
• Beginn Rückbau Oktober 2014 bis März 2015
Öffnung Westausgang Südtunnel Advents- / Weihnachtszeit 2014 Anfang Dez. 2014
Erneute Sperrung Westausgang Südtunnel ab Januar 2015
• Beginn Spezialtiefbau/Baugrube/Rohbau 1. Quartal 2015
• Inbetriebnahme neues Gebäude Mitte/Ende 2016

Alles in allem liest sich das für mich wie eine große Herausforderung für die Stadt, aber wir haben seit Jahrzehnten für einen neuen Hauptbahnhof gejammert.
Die Unwetter und Aufräumarbeiten in den vergangenen Tagen haben gezeigt, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner solchen Herausforderungen gewachsen sind.
Und so werden wir auch den Neubau des Hauptbahnhofs überstehen 🙂

Weitferführende Links:

Webseite der Stadt Münster zum Neubau des Hauptbahnhofs
Information der Bahn: „Das wird der neue Hauptbahnhof von Münster!“ (PDF,  180 kB)

Jahrhundert-Unwetter in Münster

Bei Gewittern und Starkregenfällen in und um Münster fielen am 28.7.2014 in 12 Stunden bis zu 200 Liter Regen auf den Quadratmeter.
Damit wurde der bisherige Rekord von 1983 eingestellt.
Zahlreiche Überflutungen führten zu großen Schäden im gesamten Stadtgebiet.
Viele Keller liefen voll und Straßen wurden überschwemmt.
Zwei Menschen kamen ums Leben.

Wir verzichten auf Bilder und versuchen in unseren Sozialen Netzwerken auf Facebook und auf Twitter auf dem Laufenden zu halten.

Weiterführende Links:

Münster von Aa bis Zoo auf Facebook
Münster von Aa bis Zoo auf Twitter
Münster-Verkehrshinweise auf Twitter
Hilfegruppe „Regen in Münster“ auf Facebook

Motor-Stopp Ampel in Münster

Ab Oktober soll es in Münster einen Versuch mit sogenannten Motor-Stopp Ampeln in Münster geben.

Ausgesucht wurde für diesen Test die Kreuzung Grevener Straße/Steinfurter Straße, an deren Ampeln
neue Anzeigen angebracht werden, die Autofahrer anregen sollen, den Motor während der Rot-Phase auszuschalten.
Sieben Sekunden bevor die Ampel wieder auf Grün springt, erlöschen die Signale.
Die Autofahrer wissen dann, dass es bald weiter geht und können den Motor starten.

8000 Euro kostet die Technik hierfür, samt Installation. Weitere 2000 Euro fallen für die Auswertung der Statistik an.
Ist solch eine Technik noch angebracht, in Zeiten wo immer mehr Autohersteller Ihre Neufahrzeuge
ohnehin mit automatischer  Start-Stopp Technik ausrüsten?
Der TÜV empfiehlt ohnehin ab Standzeiten von 10-20 Sekunden den Motor auszuschalten – der Sprit-Ersparnis wegen.
Interessant wäre aber auch zu erfahren, ob diese Motor-Stopp Ampeln eine Auswirkung auf die Umweltbelastung in Münster haben.
Dummerweise wird sich die Test-Installation ausserhalb der Umweltzone in Münster befinden.

Was haltet Ihr von diesem Versuch? Werdet Ihr euch an die Motor-Stopp Empfehlung der Ampeln halten?
Wo seht Ihr Vorteile? Verbrauch, Lärm, Emmissionen?
Wo seht Ihr Nachteile? Verschleiss, Kosten-Nutzen?

24 Stunden von Münster

Zum 8. Mal starteten am 21.06.2014 die 24 Stunden von Münster, dem unkommerziellen Tagesradrennen rund um die Promenade.

Der Weg ist das Ziel, dabei sein ist alles. Ein edleres Motto gibt es bei einer Veranstaltung nicht,
denn hier ist es den Teilnehmern freigestellt auf sich oder ein Projekt aufmerksam zu machen,
oder einfach nur aus Ehrgeiz und Spaß mitzumachen.

„Unser Zweck ist die Vielfalt. Den Sinn findet jeder selbst oder auch nicht“, so die Veranstalter bei der Begrüssungsrede vor dem Zwinger.
Immerhin haben die Teilnehmer noch 24 Stunden Zeit diesen während des Rennens zu suchen.

8 Teams traten dann, pünktlich um 16:10 Uhr wie in jeder kürzesten Samstagsnacht des Jahres, mit Ihren Gefährten aus dem Fahrerlager am Zwinger,
auf die Promenade und nach dem obligatorischen Pressefoto ging es dann los, im Gegenuhrzeigersinn um Münsters alte Stadtbefestigung.

Einige Besonderheiten gab es dieses Mal, so mussten sich die 24-Stunden Radler die Promenade mit dem Flohmarkt
und der kulinarischen Veranstaltung „Münster verwöhnt“ teilen. So wird während des Flohmarkts bis Samstag Abend entlang der Straße gefahren.
Später dann wieder auf dem Promenadenweg.
All das kein Problem, denn das Regelwerk der 24 Stunden von Münster ist kurz gehalten:
Kein Müll, kein Lärm, es gelten die Verkehrsregeln der Straßenverkehrsordnung, erste und letzte Runde gemeinsam fahren. Das war es auch schon.
Die Beschränkungen bei den Fahrzeugen sieht ähnlich einfach aus. Teilnehmen dürfen nur vollständig ausgestattete, verkehrssichere und robuste Alltagsräder.
Sportgeräte wie Mountainbikes und Rennräder sind nicht zugelassen.


Wohl war es auch der Fußball-WM geschuldet, dass in diesem Jahr nicht ganz so viele Radler am Start waren., wie in den Vorjahren,
was dem Spaß aber keinen Abbruch tat. Äusserst relaxt und entspannt geht es im Fahrerlager zu. Grills, Zelte, Bänke stehen bereit.
Für Unterhaltung sorgen die Teams selber. Und so gestaltete sich die Eingangsrunde ebenfalls sehr „easy“.
Langsames Tempo statt aggressivem nach vorne streben, wie man es von anderen Radsportveranstaltungen
in Münster kennt.
Gute 4 Runden liessen sich in der Stunde schaffen, wenn man ein Durchschnittstempo von 18 km/h hält.
Das wären dann nach 24 Stunden 96 Runden oder 432 Kilometer. Doch die wird am Ende kaum ein Team gefahren sein.
Und das ist auch gar nicht Ziel dieser Veranstaltung.
An jeder Kreuzung der Promenade lässt man den vorfahrtberechtigten Querverkehr passieren, an roten Ampeln wird gestoppt.
Hektische Überholmaneuver sucht man bei den 24 Stunden von Münster vergebens, zumindest bei den teilnehmenden Teams.

Und so sah die Startrunde der 24 Stunden von Münster dann in diesem Jahr aus Sicht einer Fahrradlampe aus:

Und auch am 20.6.2015 heisst es wieder:
Einen Tag rund um die Promenade. Mit Spaß dabei.
Neue Teilnehmer sind immer gerne gesehen. Einfach Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen.

Weiterführende Links:

24 Stunden um die Promenade, das 24 Stunden Rennen von Münster