16:1

Wir sind zurück von der heutigen Anti-Nazi Demonstration des Aktionsbündisses „Keinen Meter den Nazis„.

Auf jeden einzelnen marschierenden Nazi kamen weit über 16 Gegendemonstranten, die sich größtenteils friedlich an den Kundgebungspunkten versammelten um gegen Rechts zu demonstrieren.

Die Veranstalter zeigen sich zufrieden mit den über 5000 gegen Rechts demonstrierenden Bürgern, und Dank der Blockaden von couragierten Anwohnern im betroffenen Stadtteil Rumphorst, konnten die Nationalen Sozialisten erst sehr viel später als geplant und nur unter erschwerten Bedingungen ihren Demonstrationsweg verfolgen.

Große Kritik wird allerdings an der hermetischen Abriegelung des Stadtviertels entlang der Strecke und dem enormen Polizeiaufgebot geübt.
Pferdestaffeln, mehrere Wasserwerfer, je ein Polizei- und Bundespolizeihubschrauber, sowie mehrere Einsatzhundertschaften der Polizei liessen bald das Gefühl aufkommen, man wolle die Gegendemo „Keinen Meter“ voran kommen lassen, wohingegen die Rechten Demonstranten, sowie Ihr Anmelder, teils mit Hilfe von Bussen und Dienstfahrzeugen zu ihrem Startkundgebungsort kutschiert wurden.

Eine nicht erfreuliche Nachricht, waren Krawalle an der Demonstrationstrecke.
Wir hatten alle Demonstrationsteilnehmer zu Gewaltverzicht aufgerufen.
Leider haben diesen Aufruf nicht alle wahrgenommen und so gab es in Folge von Flaschen-, Stein-. und Bretterwerfereien einen Eingriff der Polizei, der einen Schwerverletzten zur Folge hatte. Auch musste beim Versuch von 150 Gegendemonstranten die Absperrungen zu durchbrechen, Pfefferspray seitens der Polizei eingesetzt werden.

Ebenfalls wurde die Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Ingrid Remmer, die als Parlamentarische Beobachterin vermitteln wollte, von der Polizei festgenommen und auf der Wache erkennungsdienstlich behandelt.

Diese Vorfälle blieben, neben Eierwürfen von Anwohnern im Viertel, aber wohl die Außnahme. An den offiziellen Kundgebungsorten war die Stimmung hingegen friedlich aber bestimmt.

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Alles in allem hat Münster einmal mehr seine Haltung gegen Recht eindrucksvoll kundgetan.
Wir waren dabei und können heute mit einem zufriedenen Gefühl schlafen gehen.
Danke an alle Teilnehmer von „Keinen Meter den Nazis“ – es hat Spass gemacht dabei zu sein.

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11 Responses to 16:1

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  6. anonymous says:

    Ich finde sie gehen hier ganz schön locker mit dem Fackt um, das die Polizei einen Jungen Menschen in die Bewusstlosigkeit und auf die Intensivstation geprügelt hat.

    Augenzeugen berichten in einem Video des WDR, das der Junge von mehereren Polizisten festgehalten und Zusammengeschlagen wurde.

    zitat: Wir hatten alle Demonstrationsteilnehmer zu Gewaltverzicht aufgerufen.

    Und was hat dieser Blog zu prügelnden Polizisten zu sagen, die ihre Gewaltmittel in den Dienst der Neonazis stellen? Ohne eine Stellungnahme dazu bietet ihr Artikel leider nur eine unvöllständige und schöngefärbte Sicht auf einen Tag, den viele sehr anders erlebt haben.

    • Monasterium says:

      Danke für den Kommentar. Wir können die Wut über den Vorfall mit dem schwer verletzten Demonstranten verstehen.
      Wir waren selber an der Kösliner Straße, wie man an den Bildern sehen kann.

      Das harte Einschreiten der Polizei ist unserer Sicht nach auf verschiedene Dinge zurückzuführen:

      Bereits sehr früh war die Situation an der Kösliner Straße angespannt.
      Es gab mehrere Versuche der Gegendemonstranten die Straße zu überqueren.
      Danach wurden Bäume bestiegen und Transparente und Flaggen gehisst. Zu dem Zeitpunkt gingen Wasserwerfer der Polizei in Stellung.
      Es gab noch vor Mittag mehrere Vermummte dort und an anderen Stellen wurde ein Durchbruchversuch von der Polizei mit Pfefferspray aufgehalten, woraufhin die Stimmung der Vermummten noch einmal hochkochte.
      Als es später zu Flaschen- und Steinwürfen auf die Neonazis kam, musste die Polizei einschreiten.
      Da sich der mutmaßliche Werfer aber mit Händen und Füssen wehrte, fiel die Ingewahrsamnahme um so heftiger aus.
      Natürlich kann es niemals Ziel der Polizei sein andere bei der Festnahme zu verletzen, und wir heissen das auch nicht für gut, aber man muss auch sehen dass dies nur eine Reaktion der Polizei auf Gewalt aus den Reihen der Gegendemonstranten war.
      Zudem hat der Polizeipräsident ebenso Gewalt verurteilt und im Vorfeld angemahnt dass bei Gewaltausbrüchen – egal welcher Seite – kompromisslos von Seiten der Polizei gehandelt werden würde.

      Die Polizei schritt auch ein als einer der Nazis auf Gegendemonstranten losgehen wollte.
      Es wurden zwei der Nazis festgenommen. Ebenfalls wurden mehrere Polizisten verletzt.

      Wir sind nicht der Überzeugung, dass die Polizei sich in den Dienst der Neonazis stellt.
      Sie schützen das Grundrecht der Nazis, auch im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen demonstrieren zu dürfen, so wie es in unserem Grundgesetz verankert ist.

      Würden Linke Demonstranten gegen Rechts in einem überwiegend Rechten Viertel demonstrieren, würde die Polizei den Schutz für die Linken Demonstranten ebenso gewähren und gegen Rechte Flaschen- und Steinewerfer einschreiten.
      Ich habe auf der Demo mit einigen Beamten aus den Einsatzhundertschaften an den Absperrungen an der Hacklenburg und am Hoher Heckenweg gesprochen und viel lieber hätten sie auch an diesem Tag gegen rechts demonstriert.

      Leider gibt es immer Menschen, die versuchen Ihrer Meinung mit Gewalt zum Ausdruck zu verhelfen. Auf beiden Seiten. Solche Leute sehen wir nicht gerne Demonstrationen. Die Polizei ist dann oft der Buhmann, wenn es knallt.
      „Prügelnde“ Polizisten, die grundlos von sich aus auf Demonstranten losgehen, haben wir nicht gesehen.
      Der überwiegende Teil der Gegendemo war kreativ und friedlich, wie wir es gerne überall gehabt hätten.

      Wir hoffen, dass der verletzte Demonstrant schnell wieder vollständig gesund wird.

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  8. Mr. Gaunt says:

    Insgesamt ist es doch sehr friedlich gelaufen. Bei Gegendemos gerade gegen Nazis haben einige wenige Linke leider nur sehr schwache Sicherungen eingebaut, da hätte es schlimmer kommen können. Auch wenn es emotional falsch scheint, war eine gute Abschirmung durch die Polizei wohl richtig.
    Besonders gut finde ich, dass die Gegendemo ein breites Spektrum an Teilnehmern hatte, nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ aus dem linken Lager. Damit hat Münster glaube ich eine ganz gute Figur gemacht und gezeigt, dass es hier keine Unterstützung für derartige Ansichten gibt.

  9. Monasterium says:

    Stimmt, ich ändere es mal in „Bundestagsabgeordnete Ingrid Remmers“ um 🙂

  10. Nico says:

    Schöner Beitrag. Aber kleiner Fehlerteufel: das war sicher keine Bundesministerin. 🙂

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